Europäische Börsen trotzen Herbstkorrektur: Solide Zuwächse trotz US-Impuls-Mangel
Europäische Aktienmärkte zeigten am Dienstag eine bemerkenswerte Widerstandskraft und verzeichneten teils deutliche Zuwächse. Auch wenn von der jüngsten moderaten Entwicklung an den US-Börsen keine starken Impulse ausgingen, präsentierten sich die europäischen Märkte in solider Verfassung. Der EuroStoxx 50, als bedeutendster Index der Eurozone, kletterte um 0,56 Prozent und erreichte 5.472,39 Punkte. In Frankreich konnte der Cac 40 nach einem etwas zögerlichen Wochenauftakt ebenfalls zulegen. Jenseits des Euroraums sank der Londoner FTSE 100 leicht um 0,04 Prozent auf 9.223,32 Punkte, während der Zürcher SMI um 0,19 Prozent auf 12.102,61 Punkte fiel, nachdem er zu Wochenbeginn leicht angestiegen war. Analysten wiesen auf die robuste Verfassung der Märkte hin und betonten, dass das typische Zeitfenster für eine saisonale Herbstkorrektur sich allmählich schließt. „Es bleibt abzuwarten, ob weitere externe Faktoren für Bewegung sorgen“, äußerte sich Jochen Stanzl von CMC Markets.
Im Branchenvergleich stachen die Energieaktien hervor: Orsted gewann 4 Prozent aufgrund einer US-Gerichtsentscheidung, die Arbeiten an einem Windpark bei Rhode Island nach Widerständen der Trump-Regierung fortzusetzen. Auch der europäische Einzelhandel erlebte dank starker Schwergewichte wie LVMH und Richemont Aufwind. Technologiewerte zeigten ebenfalls Stärke, doch die Kaufbereitschaft wurde durch ASM Internationals gedämpftes Halbjahres-Ausblick leicht beeinträchtigt, was dem niederländischen Unternehmen ein Minus von 0,1 Prozent einbrachte. Ein weiteres niederländisches Unternehmen, Heineken, erfreute sich hingegen eines Plus von 0,7 Prozent, begünstigt durch die Übernahme eines mittelamerikanischen Geschäfts. Analysten begrüßten diesen strategischen Schritt. Im Gegensatz dazu musste die Medizinbranche nach einer Phase der Gewinne etwas nachgeben. Besonders Novo Nordisk und Roche gehörten im gemischten Stoxx 50 zu den schwächsten Werten.

