EU weitet Sanktionen auf russische Schattenflotte aus: Tanker "Eventin" im Fokus
Die Europäische Union hat den Tanker "Eventin", der vor der Insel Rügen havariert ist, auf ihre Sanktionsliste gegen Russland gesetzt. Diese Entscheidung reiht den Tanker in die über 150 Schiffe umfassende sogenannte Schattenflotte ein, die Sanktionen unterliegt. Die "Ostsee-Zeitung" berichtete bereits zuvor über den Vorfall.
Diese Schattenflotte besteht aus Schiffen, die Russland einsetzt, um den westlichen Preisdeckel für russische Ölexporte zu umgehen. Häufig sind diese Schiffe veraltet, nicht im Besitz westlicher Reedereien und oftmals ohne adäquaten Versicherungsschutz unterwegs.
Die "Eventin" gilt als Teil dieser berüchtigten Flotte. Experten und Umweltschützer warnen vor den Risiken, die diese Schiffe sowohl für die Schifffahrt als auch für die Umwelt darstellen. Viele von ihnen weisen technische Mängel auf und sind teils ohne automatisches Identifikationssystem unterwegs.
Im Januar war die "Eventin" stundenlang manövrierunfähig in der Ostsee. Die Hauptmaschine fiel aus, sodass deutsche Einsatzkräfte den Tanker sichern und nach Rügen schleppen mussten. Dort liegt das Schiff seitdem, obwohl die Hauptmaschine mittlerweile wieder funktionstüchtig ist. Der Kapitän hat um Erlaubnis zum Auslaufen gebeten, die deutschen Behörden haben dies jedoch bisher nicht genehmigt. Es laufen weiterhin technische und zollrechtliche Untersuchungen, insbesondere zur Seetüchtigkeit des Schiffs und zur Herkunft des Öls an Bord.
Laut EU haben Schiffe auf der Sanktionsliste zahlreiche Einschränkungen. Sie dürfen keine EU-Häfen anlaufen und sind von diversen Dienstleistungen innerhalb der EU ausgeschlossen, wie etwa von Versicherungen und technischer Unterstützung. Welche konkreten Auswirkungen diese Auflagen auf die "Eventin" haben werden, ist derzeit noch unklar.

