EU-Staatschefs im Spannungsfeld zwischen Besonnenheit und Reaktion
Der Anspruch von US-Präsident Donald Trump auf Grönland sorgt beim Weltwirtschaftsforum in Davos für Aufsehen. Während Trump erneut seine Absichten in Bezug auf die zu Dänemark gehörende Insel bekräftigt, steht Bundeskanzler Friedrich Merz vor der Herausforderung, auf internationaler Bühne zu reagieren, ohne die Wogen weiter zu entfachen.
Merz, der am Donnerstag um 9:30 Uhr ans Rednerpult tritt, hat sich bislang darum bemüht, jegliche Eskalation zu vermeiden. Vor seiner Abreise betonte er, dass Europa „besonnen und angemessen“ auf derartige Entwicklungen reagieren müsse.
In Davos stieß diese Zurückhaltung jedoch nicht überall auf Verständnis. Besonders der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom äußerte scharfe Kritik an der Reaktion der Europäer. In einem Interview bemerkte er ironisch, dass er "einen Haufen Knieschoner" für die Staatsoberhäupter hätte mitbringen sollen.
Ein erhofftes Treffen zwischen Merz und Trump kam in Davos nicht zustande. Offiziell wurde dies mit Trumps verspäteter Ankunft begründet. Allerdings fanden Treffen des US-Präsidenten mit den Präsidenten Ägyptens und der Schweiz, sowie geplante Gespräche mit Belgiens und Polens Führung statt.
Nach Davos führt Merz' Reise nach Brüssel weiter, wo der EU-Gipfel neben dem Grönland-Thema auch Trumps neue Zollandrohungen gegenüber einzelnen EU-Staaten diskutieren wird. Während Trump eine Gründungszeremonie für seinen "Friedensrat" plant, wird sich der Kanzler voraussichtlich bereits auf den Weg nach Brüssel gemacht haben.

