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Eskalation im Zollkrieg – Wie Anleger jetzt ihr Portfolio stabilisieren können

16. Juli 2025, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die jüngsten Zollerhöhungen zwischen den USA und Europa schaffen Unsicherheiten für Anleger. Erfahren Sie, wie Sie strategisch handeln können, um Ihr Portfolio zu stabilisieren.

Europas Reaktion kam spät, doch jetzt ist sie da: Ab 1. August drohen US-Zölle von bis zu 30 % auf europäische Exporte.

Sollte Brüssel reagieren, wird das amerikanische Zollpaket automatisch um weitere 30 % höher.

Hinter den Kulissen laufen bereits hektische Verhandlungen – und die Börsen standen zuletzt trotz der Eskalationsrhetorik nahe Rekordständen.

1. Politische Eskalation trifft auf markttechnischen Realismus

Weder Dax noch S&P 500 haben bislang stark reagiert: Ein Rückgang von nur 0,4 % beim Dax sowie deutlich stabilere Notierungen in den USA sprechen Bände.

Investoren setzen weiterhin auf Soforthilfe‑Programme wie das deutsche Schuldenpaket oder amerikanische Haushaltspakete. Dennoch mahnen Marktstrategen zur Vorsicht – auch wenn Trump bisher mehr Druck gemacht als geliefert hat.

2. Warum deutsche Mittelstandsaktien interessant bleiben

Im Frühjahr investierten deutsche Anleger laut IW nur 265 Mio. €, ein historisches Zwanzigstel im Vergleich zu üblichen Werten.

Das unterstreicht die Nervosität. Doch genau hier könnten sich Chancen ergeben: Branchen wie Rüstung (Rheinmetall) und Energieinfrastruktur (Siemens Energy) gewinnen in Zeiten politisch-angetriebener Abschottung an Attraktivität – sie profitieren von defensiven Staatsaufträgen und innergemeinschaftlicher Stabilität.

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3. Welche US-Unternehmen möglicher Zollerhöhungen trotzen

Anleger beobachten derzeit US-Mid-Caps und Stahlproduzenten genau: Der größte US-Stahlkonzern Nucor steht beispielhaft für Titel, die durch erhöhte Importzölle sogar gestärkt werden könnten. Und Mid-Caps ­profitieren vom Fokus auf den Binnenmarkt – eine defensive Alternative zu anfälligen US-Tech-Werten.

DAX und S&P 500 auf Rekordjagd – doch die geopolitische Realität holt Anleger ein: Investitionen deutscher Kapitalgeber in die USA brechen ein – minus 94 % im Vergleich zum Schnitt.

4. ETF-Empfehlungen zur Reflexion der aktuellen Lage

  • Xetra Gold (WKN A0S9GB):
    Ideal für inflationsgetriebene Sicherheitssuchende. Historisch bewährt, allerdings bereits stark gelaufen.
  • Amundi Stoxx Europe Defense UCITS ETF:
    Konstruktiver Einstieg in Rüstungswerte, die von steigenden EU-Verteidigungsausgaben profitieren.
  • Amundi MSCI USA Ex Mega Cap UCITS ETF:
    Gewichtung auf Small- und Mid-Caps schützt vor US-Tech-Schockwellen.
  • Xtrackers MSCI World ex USA UCITS ETF:
    Breite globale Streuung ohne US-Konzentration – sinnvoll bei verschärftem Protektionismus.
  • Invesco MSCI World UCITS ETF – Equal Weight:
    Gleichgewichtete Konstruktion dämpft Klumpenrisiken durch überrepräsentierte US-Titel.

5. Internationale Konzerne mit gepolstertem Geschäftsmodell

  • Deutsche Telekom:
    Dank T‑Mobile US erwirtschaftet das Unternehmen rund zwei Drittel seines Umsatzes jenseits des Euro – Puffer gegen europäische Gegenmaßnahmen.
  • Fresenius Medical Care:
    70 % des Geschäfts laufen in den USA – strukturstark trotz Zolldebatten.
  • Hochtief & HelloFresh:
    Beide sind stark auf US-Märkte ausgerichtet und können potenzielle EU-Zölle in der Produktion leichter abfedern.

6. Risiko im Visier: Wechselkurs und Zinsmärkte

Besonders entscheidend: US-Staatsanleihen und der Dollar. Rückzug internationaler Investoren aus Anleihen-Emissionen kann Zinsvolatilität auslösen – mit Rückkoppelung auf Aktienmärkte.

Schweizer Anleger sollten Geldmarktauktionen daher aufmerksam verfolgen und Liquidität gezielt schützen.

Balance zwischen Schutz und Chancen

Die Trump’sche Zoll‑Aggression zieht zwar Drohkulissen auf, ändert aber mittelfristig wenig an fundamentalen Wachstums- und Tech-Trends – gerade in den USA.

Wer aber sein Portfolio gegen geopolitische Schocks absichern möchte, findet durch ETFs mit Fokus auf Gold, Rüstung, Mid-Caps und Nicht-US-Werte robuste Strategien.

Ergänzt durch global tätige Konzerne mit starkem US‑Geschäft und Wachsamkeit bei Währungen und Zinsmärkten kann Ihr Depot gestärkt aus der Zollkrise hervorgehen.

Disclaimer:
Dieser Artikel ist keine Anlage‑ oder Finanzberatung, sondern dient ausschließlich Informationszwecken. Alle vorgestellten Werte und Instrumente sollten vor einer Investition im individuellen Gesamtportfolio und in Absprache mit einem unabhängigen Finanzberater geprüft werden. InvestmentWeek übernimmt keine Haftung für Kursentwicklungen oder Anlageentscheidungen.

Finanzen / Börse / Zollerhöhungen / Anlageportfolio / ETF-Investments
[InvestmentWeek] · 16.07.2025 · 12:00 Uhr
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