Einsamkeit in Deutschland: Wer besonders betroffen ist und wie die Regierung plant, zu helfen
Aktuelle Auswertungen des Bundesfamilienministeriums zeigen auf, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen signifikant häufiger von Einsamkeit betroffen sind als andere. Diese Ergebnisse stammen aus dem sogenannten Einsamkeitsbarometer, das Daten des Sozioökonomischen Panels zwischen 1992 und 2021 analysiert.
Ein besonders hohes Einsamkeitsrisiko besteht dabei für Alleinerziehende, ältere Menschen und Migranten. Im Jahr 2021 gaben 16,4 Prozent der Alleinerziehenden an, sich einsam zu fühlen – im Vergleich zu 10,5 Prozent der Haushalte ohne Minderjährige. Auch über die Jahre hinweg bleibt der Unterschied mit einem Abstand von rund sechs Prozentpunkten konstant. Pflegearbeit scheint ebenfalls einen starken Einfluss auf das Einsamkeitsgefühl zu haben.
Migranten teilen ähnliche Erfahrungen: 16,3 Prozent der Über-18-Jährigen mit Migrationserfahrung fühlten sich 2021 isoliert. Bei der restlichen Bevölkerung lag dieser Anteil bei 9,9 Prozent. Besonders beachtenswert ist die Altersgruppe über 75 Jahre, die im Untersuchungszeitraum am stärksten von Einsamkeit betroffen war. Einzige Ausnahme stellte das erste Pandemiejahr 2020 dar, in dem jüngere Menschen zwischen 18 und 29 Jahren mit einer Quote von 31,8 Prozent erstmals stärker von Einsamkeit betroffen waren als die älteren Menschen über 75 Jahre (22,8 Prozent).
Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) unterstrich, dass Einsamkeit ein ernstes gesellschaftliches Problem darstellt, das durch die Pandemie verstärkt wurde. Die Daten aus dem Einsamkeitsbarometer bieten jetzt eine fundierte Grundlage, um gezielte Gegenmaßnahmen zu entwickeln und Einsamkeit aus der Tabu-Zone zu holen. Konkret plant die Bundesregierung in den kommenden Wochen mehrere Initiativen, darunter eine Aktionswoche vom 17. bis 23. Juni und verschiedene Kampagnen in sozialen Medien, um auf diese Thematik aufmerksam zu machen. (eulerpool-AFX)

