Diplomatie auf dem Prüfstand: Abschiebung von Gefährdern sorgt für Debatten
in dieser Zwickmühle bewegt sich aktuell die deutsche Innenpolitik. Während die allgemeine Maxime lautet, keinerlei Verhandlungen mit terroristischen Gruppen zu führen, sieht die Realität oftmals anders aus. So haben jüngst hochrangige Beamte des deutschen Innenministeriums den Weg nach Kabul angetreten, um Gespräche mit den Taliban zu führen.
Das Hauptanliegen dieser Verhandlungen: Der deutsche Politiker Alexander Dobrindt strebt die Abschiebung von Straftätern und Gefährdern zurück nach Afghanistan an. Ein grundsätzlich nachvollziehbares Ansinnen, bedenkt man, dass viele Afghanen, die nach Deutschland kommen, ein Recht auf Schutz und Aufenthalt haben. Doch stellt sich die Frage nach den moralischen Kosten dieser Abschiebepläne. Insbesondere, da die Taliban vermutlich wenig begeistert sein dürften, mögliche neue Kämpfer auf ihrem heimischen Boden willkommen zu heißen.
Im internationalen Kontext weckt Deutschlands Vorgehen zudem Aufmerksamkeit. Andere Länder beobachten aufmerksam, wie die Bundesrepublik den Balanceakt zwischen sicherheitspolitischer Entschlossenheit und ethischen Grundsätzen meistert. Am Ende bleibt zu klären, ob der erhoffte Zugewinn an Sicherheit die Wahl der Mittel rechtfertigt.

