Die Zahl der Rentner nimmt zu – doch immer mehr arbeiten weiter
Der prozentuale Anteil an älteren Menschen steigt in Deutschland seit vielen Jahren an, und damit erhöht sich auch die Zahl der Rentner. Doch wie gestalten sie den Abgang aus dem Erwerbsleben und warum arbeiten immer mehr Rentner weiter? Eine Studie gibt Auskunft.
Derzeit gibt es hierzulande bereits mehr als 17 Millionen Menschen im Rentenalter, Tendenz steigend. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) wollte wissen, was die Rentner und Menschen an der Schwelle zum Rentenalter beschäftigt. Deshalb hat es mehr als 5.000 Personen aus den Geburtsjahrgängen 1942 bis 1958 über sechs Jahre hinweg insgesamt dreimal befragt. Bei der letzten Befragung im Jahr 2019 wurden auch die etwaigen Partner mit interviewt.
“Transitions and Old Age Potential” (TOP) heißt die daraus entstandene Studie. Sie zeigt unter anderem auf, dass nur wenige Paare gemeinsam in den Ruhestand gehen.
Bei fast der Hälfte der Paare geht der Mann zuerst in Rente
Laut dem BiB arbeiten bei Paaren immer häufiger beide Partner. Bei 49 Prozent der befragten sogenannten Zweiverdienerpaare in Rente war es der Mann, der zuerst in den Ruhestand ging. Nur bei 29 Prozent der Paare begann die Rente für die Frau früher als für den Mann. Mit einem Abstand von weniger als einem Jahr – und damit in etwa gleichzeitig – gingen 21 Prozent in den Ruhestand.
Ein Grund für diese Verteilung sei der übliche Altersunterschied zwischen den jeweiligen Partnern. Dazu erklärt das BiB: “Im Alter von 50 bis 69 Jahren ist bei rund 42 Prozent aller Paare der Altersunterschied größer als 3 Jahre.” Dennoch sei ein gemeinsamer Renteneintritt durchaus möglich, beispielsweise indem der jüngere Partner früher und der ältere Partner später in den Ruhestand ginge.
Job trotz Ruhestand: Warum Rentner immer öfter arbeiten
In Rente zu gehen, bedeutet zudem nicht unbedingt auch die Arbeit ganz aufgeben zu müssen. Viele Ruheständler haben heute Jobs. Die Gründe für das Arbeiten im Alter sind vielfältig – bei Frauen ist es etwa am häufigsten der Spaß an der Arbeit (42 Prozent), bei Männern der Kontakt zu anderen Menschen (22 Prozent).
Ebenfalls stark vertreten und bei beiden Geschlechtern in der Studie auf Platz 2: Weiterhin Geld verdienen. Von den Frauen gaben dies in den Befragungen 21 Prozent und von den Männern 16 Prozent als ein Hauptmotiv an.
Damit das Alterseinkommen reicht: Private Vorsorge nutzen
Geld ist demnach für viele der Befragten ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, ob sie im Ruhestand weiterarbeiten oder nicht. Ein möglicher Hintergrund davon: Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus. Gerade wer noch genug Zeit bis zum Ruhestand hat, sollte daher über eine private Altersvorsorge nachdenken. So lässt sich verhindern, dass man im Rentenalter nur durch einen Zuverdienst den gewünschten Lebensstandard halten kann.
Welche Strategie die beste im Hinblick auf den eigenen Ruhestand ist, hängt von den Voraussetzungen ab. Deshalb lohnt sich eine Beratung, wenn es um die persönliche Altersvorsorge geht. Die zuständige Verbraucherzentrale hilft hier beispielsweise mit Informationen und Auskünften. Aber auch Finanzdienstleister wie Swiss Life Select, MLP oder DVAG sind kompetente Ansprechpartner, um bei der Planung der finanziellen Absicherung zu unterstützen.


