Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn ohne Schwung: Ifo-Enttäuschung setzt sich fort
Die deutschen Wirtschaftsakteure erleben einen zähen Start ins neue Jahr. Das Ifo-Geschäftsklima, eines der bedeutendsten Konjunkturbarometer des Landes, stagnierte im Januar bei 87,6 Punkten. Analysten hatten optimistisch eine leichte Verbesserung auf 88,2 Punkte prognostiziert - vergeblich, wie das Münchener Forschungsinstitut nun mitteilte.
Zwar wurden die Einschätzungen zur aktuellen Wirtschaftslage marginal angehoben, jedoch trübten sich die Zukunftserwartungen der Unternehmen weiter ein. "Die deutsche Wirtschaft tritt momentan auf der Stelle", resümierte Ifo-Chef Clemens Fuest. Das Institut ermittelt den Index monatlich auf Basis der Rückmeldungen von rund 9.000 Firmen.
Nach zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen hatten Experten wie Commerzbanks Chefvolkswirt Jörg Krämer mit einer Erholung gerechnet. "Die ausgebliebene Aufhellung ist eine Enttäuschung. Anders als im Vorjahr zeigt der Trend nun abwärts", so Krämer. Ein entscheidender Grund sei die Enttäuschung in der Unternehmenswelt über das Fehlen umfassender Reformen. Die wirtschaftliche Erholung dürfte dieses Jahr nur schleppend voranschreiten.
Auch die Bundesbank teilt diese Zurückhaltung: Für das erste Quartal wird lediglich mit einem moderaten Wirtschaftswachstum gerechnet. Die Projektionen für 2026 liegen bei einem Wachstum von etwa einem Prozent, gestützt durch hohe staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Jedoch drücken die erheblichen US-Zölle weiterhin auf die Stimmung in der deutschen Industrie.

