Deutsche Staatsanleihen profitieren von internationalen Turbulenzen
Die deutschen Staatsanleihen verzeichneten am Donnerstag leichte Kursgewinne, wobei der Euro-Bund-Future um 0,06 Prozent auf 129,85 Punkte anstieg. Gleichzeitig sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,66 Prozent.
Die Unsicherheiten bezüglich einer möglichen Entlassung von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, hatten nur geringen Einfluss auf den deutschen Anleihemarkt. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in Gesprächen mit republikanischen Senatoren von einer möglichen Entlassung Powells abgesehen, was die Märkte erleichtert aufnahmen, jedoch bleibt das Thema weiterhin aktuell.
Der Präsident der New Yorker Notenbank, John Williams, hat erneut auf die Wichtigkeit der Unabhängigkeit der Notenbank hingewiesen. Vor allem die langfristigen US-Staatsanleihen mit dreißigjähriger Laufzeit reagierten auf die Unsicherheiten mit günstigen Renditen.
Im späteren Tagesverlauf zeigten Konjunkturdaten die anhaltende Stärke der US-Wirtschaft. Die Einzelhandelsumsätze im Juni übertrafen die Erwartungen deutlich. Ulrich Wortberg, Analyst bei der Helaba, bemerkte, dass die Daten keine Konjunktursorgen aufkommen lassen.
Zustimmung fand er mit Hinblick auf den Philadelphia-Fed-Index, der einen signifikanten Anstieg zeigte, und dem Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Diese positiven Signale reduzieren den Druck auf die US-Notenbank, die Leitzinsen kurzfristig merklich zu senken, und dämpfen somit die Erwartungen an bedeutende Zinssenkungsmaßnahmen.

