Debatte um bundesweites Böllerverbot: Umweltorganisationen und Gewerkschaften drängen auf Veränderung

Inmitten der hitzigen Diskussion über ein bundesweites Verbot für private Silvesterböller hat eine von der Deutschen Umwelthilfe organisierte Kampagne beeindruckenden Rückhalt gewonnen. Die Initiative #böllerciao überreichte dem Bundesinnenministerium eine Petition mit über einer Million Unterschriften. Zudem wurde ein offener Brief übergeben, der nachdrücklich eine sofortige Anpassung der Sprengstoffverordnung durch den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt fordert. Ziel ist es, den Verkauf sowie die Nutzung privater Pyrotechnik an Silvester zu untersagen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, betont die Dringlichkeit dieser Forderung angesichts der tragischen Vorfälle und der Vielzahl an Opfern am vergangenen Silvesterfest: „Minister Dobrindt hat die Möglichkeit, weitere tragische Vorfälle zu verhindern.“ Neben der Umwelthilfe setzt sich auch die Gewerkschaft der Polizei Berlin für ein umfassendes Böllerverbot ein. Trotz dieser Bemühungen herrschte bei einem Treffen der Innenminister von Bund und Ländern im Dezember Uneinigkeit zu diesem Thema.
Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk äußerte sich hingegen kritisch zu einem generellen Verbot. Geschäftsführer Christoph Kröpl argumentierte, dass ein solches Verbot friedvolle Feiernde ungerecht bestrafen würde. Der Fokus müsse vielmehr auf die Bekämpfung von illegalem Feuerwerk und Missbrauch unter Alkoholeinfluss gelegt werden, Straftaten, die konsequent geahndet werden sollten.

