Das Spiel ist aus: Casino in Singapur verklagt Zocker auf 38 Millionen Euro Spielschulden

Das Glücksspiel ist eine Achterbahnfahrt – manchmal ist dem Spieler das Glück gewogen und er knackt einen Jackpot nach dem anderen, räumt am Pokertisch ab, setzt auf die richtige Zahl beim Roulette … und manchmal verliert er seinen gesamten Einsatz in einem Zug. Genau aufgrund dieses Risikos und dem damit verbundenen Nervenkitzel ist Glücksspiel nach wie vor auf der ganzen Welt beliebt. Der Siegeszug der Online-Casinos macht Glücksspiel noch dazu für jeden zugänglich und dank Features wie dem Live Casino ist mittlerweile auch die Home-Experience mit einem Besuch in einer echten Spielhalle vergleichbar. Doch bevor ein User sich an den (echten oder virtuellen) Spieltisch wagt, sollte er sich selbst einige Grenzen setzen – damit das Spiel nicht ausartet. Das kann nämlich ganz schön ins Auge gehen, wie die Geschichte dieses High Rollers aus Singapur beweist.
Casinourlaub in Singapur
Singapur gehört zu den Glücksspiel-Mekkas der asiatischen Welt. Da Glücksspiel in vielen anderen asiatischen Ländern wie etwa China verboten ist – mit Ausnahme von Hong Kong und Macau – reisen viele Liebhaber aus den umliegenden Ländern hier ein, um ihrem Hobby zu frönen. Und da Singapur ein überdurchschnittlich reiches Land ist, sind die Casinos hier wahre Paläste, in denen sich ein Spieler gerne längere Zeit aufhält. So tat es auch Wong Yew Choy, der sich fünf Tage lang im „The Star Gold Coast“ Casino einnistete und zockte, was das Zeug hält. Die Glücksfee scheint ihm dabei nicht zur Seite gestanden zu haben – pro Tag machte er etwa 7,6 Millionen Euro Verluste, auf denen das Casino natürlich nicht sitzen bleiben wollte. Choy stellte deshalb einen Blanko-Scheck aus, der alle etwaigen Summen decken sollte, die er im Zeitraum seines Besuches verspielte. Eigentlich eine sichere Sache – doch scheinbar waren dem chinesischen Businessmann die roten Zahlen dann doch zu viel.
Casino machte Fehler
Kurzerhand setze der Glücksspielliebhaber sich in einen Flieger und verließ das Land – aber nicht ohne vorher noch seinen Blanko-Scheck zu annullieren, mit dem er theoretisch seine Schuld beim Casino beglichen hätte. Das ließen sich die Betreiber des „The Star“ natürlich nicht gefallen. Sie schalteten umgehend die Judikative ein und reichten Klage gegen den flüchtigen Zocker ein. Für diesen war allerdings Angriff die beste Verteidigung: Er warf dem Casino gravierende Fehler vor, die ihn in seinem Spiel beeinträchtigt hätten, und zeigte sich damit alles andere als kooperativ. Leider scheint ihn diese Masche allerdings nicht weit zu bringen: Das Casino gestand Fehler ein und entschuldigte sich dafür, betonte aber gleichzeitig, dass diese Fehler keinen Einfluss auf den Spielausgang gehabt hätten. Seine haushohen Verluste scheint Choy also ganz alleine verantworten zu müssen.
Klage besteht weiterhin
Nachdem dieses Schlupfloch sich als Reinfall entpuppt hat, steht dem Pechvogel nun also ein gerichtliches Verfahren ins Haus. Das Casino wird sich nicht lumpen lassen und die 38 Millionen Euro sausen lassen, die ihm rechtmäßig zustehen. Choy lernt aus dieser Episode wohl vor allem eine Lektion: Entscheidungen haben Konsequenzen und vor seinen Verpflichtungen kann ein Spieler nicht weglaufen. Und vielleicht noch eine zweite: Wer keine knapp 40 Millionen Euro an das Casino zahlen will, sollte seine Einsätze beschränken.

