Covestro: Arabische Investition in die Zukunft der Spezialchemie
Die einstige Bayer-Kunststoffsparte Covestro erlebt spannende Zeiten: Ein Tochterunternehmen der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc), bekannt als XRG, übernimmt die Geschicke des Leverkusener Spezialchemie-Herstellers. Nachdem die EU-Kommission grünes Licht gegeben hatte, erhielt die Übernahme nun auch das Einverständnis des Bundeswirtschaftsministeriums. Diese Zustimmung markiert den finalen Meilenstein für den Erwerb und verdeutlicht die Relevanz internationaler Kooperationen in der globalen Chemieindustrie.
Covestro, das 2015 eigenständig wurde, stellt wesentliche Chemikalien her, die etwa in Kühlschränken und Autositzen Verwendung finden. Die 17.500 Angestellten, darunter etwa 7.000 in Deutschland, arbeiten an wichtigen Standorten wie Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Brunsbüttel, mit dem Hauptsitz in Leverkusen. Trotz der gegenwärtig schwierigen Konjunktur und Herausforderungen wie hohen Energiekosten und Handelskonflikten setzen das deutsche Management und die arabischen Investoren große Hoffnungen in die strategische Partnerschaft.
Nach dem positiven Votum aus Berlin äußerte sich Covestro-CEO Markus Steilemann optimistisch hinsichtlich der neuen Eigentümerstruktur. Er sieht in der Zusammenarbeit mit XRG das Potenzial, Innovationen und digitale Transformationen voranzutreiben. Zudem sollen Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft erzielt und neue Maßstäbe in der Industrie gesetzt werden. Auch Rainer Seele, Manager bei XRG, hebt das Ziel hervor, einer der führenden Investoren der weltweiten Chemiebranche zu werden.
Mit der Zustimmung des Wirtschaftsministeriums ist die letzte Hürde der im Vorjahr initiierten Übernahme beseitigt. Ein technisches Closing steht noch aus, welches jedoch als Formalität gilt. Die vollständige Integration von Covestro in die XRG-Investitionsstrategie wird mit Spannung erwartet, denn sie könnte die Position des Unternehmens angesichts der Herausforderungen auf den globalen Märkten stärken.

