China und die EU: Konträre Klimastrategien sorgen für Diskussionen
Die kürzlich von China vorgelegten Klimaschutzpläne sorgen bei der EU-Kommission für Unzufriedenheit. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra äußerte seine Besorgnis darüber, dass die neuen Ziele der Volksrepublik die Erwartungen deutlich verfehlen. Die EU sieht in den eingereichten Zielen bei den Vereinten Nationen sowohl Potenzial als auch Notwendigkeit zur Verbesserung und bezeichnet das gegenwärtige Ambitionsniveau als ungenügend.
China, als der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen, trägt etwa 30 Prozent zu den globalen Emissionen bei. Dieses beachtliche Ausmaß an Emissionen stellt eine erhebliche Herausforderung für das Erreichen der internationalen Klimaziele dar, so Hoekstra. Um das Pariser Klimaabkommen effektiv voranzutreiben, plant die EU, China sowie andere Nationen zu einer stärkeren Verpflichtung im Klimaschutz zu drängen.
China hat in seiner Stellungnahme beim Klimagipfel der UN angekündigt, bis 2035 die Treibhausgase um sieben bis zehn Prozent gegenüber den Höchstwerten zu reduzieren. Diese Mitteilung erfolgte im Rahmen der Frist für die Einreichung der nationalen Klimapläne. Die nächste Weltklimakonferenz im November in Brasilien steht bereits vor der Tür, während die teilnehmenden Staaten ihre Absichten darlegen.
Die EU war nicht in der Lage, sich fristgerecht auf ein gemeinsames Ziel für 2035 zu einigen und übermittelte stattdessen eine Absichtserklärung. Diese beinhaltet jedoch keinen konkreten Reduktionsplan für die kommenden zehn Jahre, sondern lediglich einen Zielkorridor zur Verringerung der Emissionen um bis zu 72,5 Prozent im Vergleich zu 1990. Die Herausforderung bleibt nun, vor Beginn der Brasilien-Konferenz einen formalen Plan auszuarbeiten. Die bestehenden Verpflichtungen der EU beinhalten eine Minderung um 55 Prozent bis 2030 und das Erreichen von Klimaneutralität bis 2050.

