Cathie Woods ARK Invest warnt Anleger jetzt vor den Risiken von SPACs

• ARK Invest überarbeitet Börsenprospekte für ETFs
• Ausführliche Warnungen vor den Risiken von SPACs hinzugefügt
• Gleichzeitig aber nun mehr Freiheiten bei Investitionen möglich

Mit ihrer Investmentgesellschaft ARK Invest und den zugehörigen ETFs, die hauptsächlich auf disruptive Technologien setzen, ist Cathie Wood zu einem echten Star an der Wall Street aufgestiegen. Doch ihre Investments brachten ihr zuletzt auch immer wieder Kritik ein. So wird laut "Bloomberg" häufig bemängelt, dass bei ARK Invest zu viel Geld in zu wenigen Aktien liege. Bestes Beispiel dafür ist der US-Autobauer Tesla, in dessen Anteilsscheine laut "Al Jazeera" rund zehn Prozent des gesamten von ARK Invest verwalteten Geldes investiert ist.

Daneben setzt ARK Invest auch stark auf die momentan beliebten SPACs. Dabei handelt es sich um leere Börsenhüllen, deren einziges Ziel es ist, ein anderes Unternehmen durch eine Fusion oder dessen Übernahme an die Börse zu bringen. In den ETFs von ARK Invest sind zahlreiche Aktiengesellschaften enthalten, die per SPAC an die Börse gegangen sind, sowie weitere - momentan noch leere - Mantelfirmen, die bereits einen Deal mit einem bestimmten Unternehmen angekündigt haben. Wie "The Street" schreibt, dürfte sich Cathie Wood auch hier in jüngster Vergangenheit einem erhöhten Druck aufgrund ihrer Investmentstrategie ausgesetzt sehen, da sich diese zu sehr auf spekulative Unternehmen konzentriere.

Womöglich als Reaktion auf diese Kritikpunkte hat ARK Invest am 26. März eine Ergänzung zu den Börsenprospekten für die hauseigenen ETFs bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Diese Ergänzung aktualisiere "bestimmte Informationen, die in den Prospekten enthalten sind" und sei ab sofort gültig, heißt es in dem Antrag. Besonders auffällig sind dabei die neuen Absätze zu den Risiken von SPACs, die einen großen Teil der Aktualisierung ausmachen. Doch dass Cathie Wood die Anleger nun ausführlich vor den Gefahren der Börsenvehikel warnt, bedeutet noch lange nicht, dass sie sich von ihnen abwenden wird. Es dürfte eher das Gegenteil der Fall sein.

ARK Invest warnt bei Mantelfirmen vor "Vielzahl von Risiken"

"Investments in SPACs und ähnliche Gebilde unterliegen einer Vielzahl von Risiken, die über diejenigen hinausgehen, die mit anderen Wertpapieren verbunden werden", heißt es in dem auf der Webseite der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) veröffentlichten Änderungsantrag von ARK Invest. Hervorgehoben werden dabei vor allem die Gefahren, die dadurch entstehen, dass die SPACs innerhalb von zwei Jahren nach ihrem Börsengang ein Zielunternehmen gefunden und die Verschmelzung durchgeführt haben müssen. Cathie Woods Investmentgesellschaft warnt daher davor, dass bei einer Investition in eine Mantelgesellschaft ein signifikanter Anteil des Kapitals, das von der SPAC eingesammelt wurde, um einen Fusionspartner zu finden und die Fusion durchzuführen, bereits bei der Suche nach einem Übernahmeziel aufgebraucht werden könne. Daneben sei es auch möglich, dass überhaupt kein geeignetes Übernahmeziel gefunden werde und die Mantelfirma das übriggebliebene Geld an die Anteilseigner zurückgeben müsse. Auch das Risiko, dass ein gefundenes Akquisitionsziel von den Anteilseignern der SPAC nicht gebilligt werde, wird erwähnt.

Doch auch nachdem ein anderes Unternehmen erfolgreich in die leere Börsenhülle geschlüpft ist, lauern weitere Gefahren, auf die ARK Invest hinweist. So könne sich etwa eine Übernahme oder Fusion als nicht erfolgreich herausstellen und das Investment an Wert verliert, heißt es in dem bei der SEC eingereichten Formular. Ebenso sei es - neben weiteren Risiken - möglich, dass sich nur ein dünner Börsenhandel mit den Anteilen einer SPAC entwickle, so dass die Fonds von Cathie Wood ihre Anteile bei einer etwaigen Verkaufsabsicht entweder überhaupt nicht oder nur zu einem schlechten Preis loswerden könnten. "Deshalb ist es möglich, dass ein Investment in eine SPAC an Wert verlieren kann", heißt es schließlich am Ende des Absatzes, in dem die speziellen Risiken der Börsenmäntel aufgezählt werden.

Neue Investmentstrategie von Cathie Wood: Noch mehr SPACs noch früher?

Auch wenn ARK Invest in den aktualisierten Börsenprospekten für die ETFs die Risiken von SPACs nun deutlich stärker betont, muss das nicht bedeuten, dass Cathie Wood die Mantelgesellschaften nun plötzlich kritisch sieht. Vielmehr könnte die Überarbeitung laut "The Street" auch ein Zeichen dafür sein, dass sie sich bereit macht, noch stärker auf die Börsenhüllen zu setzen.

Tatsächlich deuten einige Formulierungen auf eine neue Investmentstrategie hin. Denn während ARK Invest bisher laut "Benzinga" frühestens mit der Bekanntgabe eines Deals in eine SPAC investiert hat, werden nun auch die Risiken aufgezählt, die relevant sind, wenn das Investment in eine SPAC bereits zu einem deutlich früheren Zeitpunkt stattfindet. So heißt es in dem SEC-Antrag etwa auch, dass der Wert von SPACs und ähnlichen Gebilden "besonders abhängig von der Fähigkeit des Managements [ist], ein Ziel für einen Zusammenschluss zu identifizieren und die Akquisition abzuschließen", da sie "keinerlei Betriebsgeschichte oder laufende Geschäfte abgesehen von der Suche nach Akquisitionen besitzen". Es könnte also gut sein, dass die Fonds von ARK Invest zukünftig auch Anteile an Börsenmänteln kaufen werden, die sich noch nicht entschieden haben, welcher Firma sie an die Börse verhelfen wollen, die aber über ein starkes Management-Team verfügen. Daneben besagt das Formular außerdem, dass ARK Invest auch in "Bezugsrechte zum Kauf von Aktien von [...] SPACs oder ähnlichen Zweckgesellschaften" investieren darf.

Auch Änderungen bezüglich erlaubter Aktienkonzentration

Doch die Ergänzungen bezüglich der SPACs sind nicht die einzigen Änderungen, die ARK Invest in den Prospekten vorgenommen hat, wenngleich sie als erstes ins Auge stechen. Wie "Bloomberg" berichtet, wurden von Cathie Woods Investmentgesellschaft im Zuge der Aktualisierung auch Absätze gestrichen, die regelten, wie stark ARK Invest in ein einzelnes Unternehmen investiert sein darf. So war laut der US-Nachrichtenseite bislang festgelegt, dass maximal 30 Prozent der Mittel eines Fonds in die Aktien einer einzelnen Firma investiert werden dürfen und dass ein einzelner ETF als Anteilseigner maximal 20 Prozent der Aktien einer Firma halten darf. Diese Beschränkungen wurden nun offenbar ersatzlos gestrichen.

"Es scheint, als ob sie bereit wären, ein größeres Einzelaktien-Risiko einzugehen, falls sie wahrhaftig an ein Unternehmen glauben", ordnete Mohit Bajaj vom Börsendienstleister WallachBeth die Änderungen gegenüber "Bloomberg" ein. Angesichts der anderen Anpassungen dürfte das Gleiche wohl auch gelten, wenn ARK Invest bereits in einem frühen Stadium stark davon überzeugt ist, dass eine SPAC Erfolg haben wird. Womöglich sind die Anpassungen aber auch der Notwendigkeit geschuldet. Denn da Cathie Wood hauptsächlich in disruptive Trends investiert, sind ihre Auswahlmöglichkeiten nicht sehr groß. Ob sie auf diese Weise aber den Erfolg aus dem vergangenen Jahr wiederholen kann, bleibt abzuwarten.

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[finanzen.net] · 08.04.2021 · 10:47 Uhr
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