Cambio: Bei uns wird es keinen Porsche geben
Cambio-Chef Jagemann: Carsharing rechnet sich nur mit festen Stationen
Stuttgart, 08.04.2026 (lifePR) - Der Carsharing-Anbieter Cambio hält sein Modell, das auf festen Ausleihstationen aufbaut, für die Basis für ein rentables Carsharing. Das Freefloating-Konzept, bei dem Autos überall abgestellt werden dürfen und das in der Vergangenheit besonders Autokonzerne wie BMW und Mercedes forciert hatten, hält Cambio-Chef Norbert Jagemann für zu kostenintensiv. „Nur Autos an festen Stationen lassen sich zuverlässig im Voraus buchen und sind so eine echte Alternative zu privaten Pkw“, sagt Jagemann im Gespräch mit auto motor und sport. „Um ausschließlich mit Freefloating-Autos einen halbwegs adäquaten Service anzubieten, müssten auch im knappen Stadtraum wesentlich mehr Autos zur Verfügung gestellt werden. Das aber können sich nur investorengetriebene Anbieter leisten, und es verstopft den öffentlichen Raum.“
In der Vergangenheit hatten BMW mit DriveNow und Mercedes mit car2go versucht, den Markt mit Freefloating-Flotten zu erobern. Als das Geschäft nicht in Schwung kam, fusionierten DriveNow und car2go, inzwischen hat das Unternehmen der Stellantis-Konzern übernommen. Auch VW hat seine Carsharing-Tochter WeShare inzwischen an den deutschen Marktführer Miles verkauft. „Noch hat kein Freefloating-Anbieter in Deutschland gezeigt, dass er real kostendeckend arbeiten kann“, so Jagemann. „Die meisten sind vom Markt verschwunden.“
Von der Idee, die Attraktivität von Carsharing durch besonders attraktive Automodelle zu steigern, hält Jagemann nichts. „Bei uns wird es keinen Porsche geben. Sexiness entsteht bei uns durch eine hochgradig bequeme und zuverlässige Mobilitätsdienstleistung – unser Statussymbol ist die gewonnene Zeit und Freiheit.“
Redakteur: Claudius Maintz

