Bundestagsdebatte zu Menschenhandel
Christliche Hilfsorganisation Samaritan’s Purse: Wer Menschenhandel bekämpfen will, muss auch über Ursachen sprechen
Berlin, 25.06.2026 (lifePR) - Anlässlich der bevorstehenden Bundestagsdebatte über die Bekämpfung von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung am morgigen Freitag begrüßt die christliche Hilfsorganisation Samaritan’s Purse die geplanten Verschärfungen im Strafrecht. Zugleich fordert die Organisation eine grundsätzliche Debatte über die Bedingungen, die Ausbeutung überhaupt ermöglichen.
„Jede Maßnahme, die Opfer besser schützt und Täter konsequenter verfolgt, ist ein wichtiger Schritt“, sagt Marina Nobiling, Vorstandsmitglied von Samaritan’s Purse Deutschland. „Um Menschenhandel wirksam zu bekämpfen, dürfen wir aber nicht nur über Strafverfolgung sprechen. Wir müssen auch den Mut haben, die Ursachen in den Blick zu nehmen.“
Mit dem Berliner Projekt Alabaster Jar begleitet Samaritan’s Purse seit vielen Jahren Frauen im Rotlichtmilieu. Die Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen begegnen dort regelmäßig Frauen, deren Lebensgeschichten von Gewalt, Armut, Suchterkrankungen und vielfältigen Abhängigkeiten geprägt sind.
„Die politische Debatte trennt häufig zwischen freiwilliger Prostitution und Zwangsprostitution“, so Nobiling. „Unsere Erfahrung ist, dass die Lebenswirklichkeit vieler Frauen deutlich komplexer ist.“ Es brauche jetzt politisch den Mut zu einer grundsätzlichen Debatte, so Nobiling. Sie fragt: „Kann eine Gesellschaft Menschenhandel wirksam bekämpfen wollen und gleichzeitig die Strukturen unangetastet lassen, auf denen der Markt für Prostitution beruht?“
Die Bundesregierung selbst erkenne mit der geplanten Ausweitung der sogenannten „Nachfragestrafbarkeit“ an, dass Nachfrage Ausbeutung fördere. Dieser Gedanke müsse aber konsequent weitergedacht werden.„Solange wir nicht über die Strukturen sprechen, die Ausbeutung ermöglichen, behandeln wir Symptome statt Ursachen“, sagt Nobiling. „Wer Menschenhandel bekämpfen will, muss sich auch fragen, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Ausbeutung begünstigen.“
Die Diskussion darüber sei darum keine Frage persönlicher Moralvorstellungen, sondern eine Frage der Menschenwürde.
Nobiling: „Für Christen beginnt die Würde des Menschen bei Gottes bedingungslosem Ja zu jedem einzelnen Leben. Daraus erwächst nicht zuletzt politische Verantwortung, jedem Menschen den Schutz und die Achtung zukommen zu lassen, die ihm von Gott zugestanden wurden.“

