Bundesanleihekurse im leichten Aufschwung trotz geopolitischer Spannungen
Die Kurse deutscher Staatsanleihen legten zu Beginn der Woche ein leichtes Plus hin. Experten der Dekabank vermuten, dass der begrenzte Potenzial für eine regionale Ausweitung des Konflikts zwischen Israel und dem Iran die Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen reduzierte. Am Nachmittag notierte der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,10 Prozent tiefer, bei 130,92 Punkten. Im Gegenzug kletterte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,48 Prozent.
Die derzeitigen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Iran, die sich in schweren gegenseitigen Angriffen manifestieren, haben sich bislang nicht auf umliegende Regionen ausgeweitet. Der internationale Schifffahrtsverkehr durch die kritische Route der Straße von Hormuz bleibt ungestört. Analysten der Dekabank betonen, dass ohne eine Eskalation und dank freier Produktionskapazitäten anderer OPEC-Staaten, der Spielraum für weitere Ölpreisanstiege begrenzt bleibt, was potenzielle negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft mindern könnte.
Investoren richten ihre Blicke zudem auf das G7-Treffen in Kanada - das erste Treffen dieser Art seit der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus. Das Treffen birgt ein hohes Konfliktpotenzial, was für zusätzliche Spannung sorgt.
Später in dieser Woche wird die Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die Geldpolitik gerichtet sein. Der Fokus liegt auf der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch. In einer Analyse der Landesbank Hessen-Thüringen wird eine abwartende Haltung vorausgesagt, wie sie von Fed-Chef Jerome Powell und weiteren Mitgliedern in jüngster Vergangenheit betont wurde. Allgemein wird ein unveränderter Leitzins erwartet, doch es bleibt spannend, ob Powell Hinweise auf mögliche Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf gibt. US-Präsident Donald Trump hat Powell wiederholt aufgefordert, die Zinsen zu senken.

