Investmentweek

Broadcom wächst stark – aber nicht stark genug

08. Juni 2025, 14:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der US-Konzern meldet einen Gewinnsprung, übertrifft beim Umsatz die Erwartungen – und enttäuscht trotzdem. Anleger reagieren verschnupft, weil die KI-Euphorie nicht weiter befeuert wird.

Gewinn verdoppelt, Aktie fällt

Für gewöhnlich reicht ein Gewinnsprung, um Tech-Investoren in Ekstase zu versetzen. Doch an der Wall Street gelten andere Maßstäbe – vor allem, wenn man Broadcom heißt, ein Unternehmen mit einem Börsenwert von über 1,2 Billionen Dollar, das längst in der gleichen Gewichtsklasse wie Tesla, Meta oder Amazon spielt.

Quelle: Eulerpool

Am Donnerstagabend legte der US-Konzern seine Quartalszahlen vor – und musste feststellen, dass solide Zahlen nicht mehr genügen. Der Kurs fiel nachbörslich um fast drei Prozent. Dabei hatte Broadcom den Gewinn pro Aktie mehr als verdoppelt und die Umsatzerwartungen sogar leicht übertroffen. Was also war das Problem?

Zu wenig Glanz für ein Billionen-Dollar-Unternehmen

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Im zweiten Geschäftsquartal 2025 erzielte Broadcom einen Gewinn pro Aktie von 1,05 US-Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (0,46 USD).

Quelle: Eulerpool

Der Umsatz stieg auf 15,004 Milliarden Dollar – eine Steigerung von rund 20 Prozent. Beides klingt gut, wäre da nicht das kleine, aber entscheidende Wort: Erwartungen.

Denn Analysten hatten mit einem Gewinn von 1,57 US-Dollar je Aktie gerechnet – also mit einem Plus, das Broadcom nicht liefern konnte. Auch beim Ausblick auf das kommende Quartal blieb das Management unter den kühnsten Schätzungen, obwohl der Umsatz mit erwarteten 15,8 Milliarden Dollar immer noch auf Rekordniveau liegen dürfte.

Die KI-Rakete braucht neuen Treibstoff

Broadcom gehört – neben Nvidia – zu den bekanntesten Profiteuren des KI-Booms. Der Konzern liefert Chips und Infrastruktur für Rechenzentren von Google, Apple und Co. Seit dem Zwischentief im April hat sich der Aktienkurs nahezu verdoppelt.

Doch diese Erwartungen sind ein zweischneidiges Schwert: Wer als Gewinner der künstlichen Intelligenz gilt, muss liefern – am besten jedes Quartal neue Superlative.

Quelle: Eulerpool

Dass Broadcom laut JPMorgan mit dem KI-Geschäft dieses Jahr rund 19,5 Milliarden Dollar einnehmen dürfte und im nächsten Jahr sogar 31 Milliarden, klingt zunächst beeindruckend. Doch der Markt hatte offenbar mit noch mehr gerechnet.

Das zeigt sich auch am Verhalten der Aktie: Trotz positiver Analystenkommentare und angehobener Kursziele (unter anderem von JPMorgan, Bernstein, Bank of America und UBS) setzte die Aktie zur Korrektur an.

Ein Opfer des eigenen Erfolgs

Was sich hier zeigt, ist ein Phänomen, das viele Tech-Giganten kennen: Die Erwartungen an sie steigen exponentiell mit dem Börsenwert. Wer mehr als eine Billion Dollar schwer ist, darf sich keine Wachstumsdelle leisten – selbst wenn das operative Geschäft solide bis hervorragend läuft.

So schreibt Analyst Harlan Sur von JPMorgan zwar von einem „robusten Quartal“ und hebt das Kursziel auf 325 Dollar an. Auch andere Häuser sehen die langfristige Perspektive positiv. Aber: Die kurzfristige Enttäuschung dominiert. Und sie zeigt, wie nervös die Märkte bei Tech-Titeln inzwischen sind, wenn die ganz großen Geschichten fehlen – oder zumindest nicht lauter erzählt werden.

Viel Fantasie, wenig Luft

Mit einem Kurs von zuletzt 252,79 US-Dollar notiert Broadcom nur knapp unter dem jüngsten Allzeithoch von 265,43 Dollar. Die Bewertung ist ambitioniert, der Spielraum für „Enttäuschungen auf hohem Niveau“ minimal. Dabei sind es weniger fundamentale Schwächen, sondern vor allem psychologische Effekte, die den Kurs belasten: zu viel Fantasie, zu wenig neue Impulse.

Auch wenn Broadcom solide liefert – der Konzern wird von der Börse längst wie ein Wachstumswunder behandelt. Und das verpflichtet: Jede Abweichung von der idealisierten Zukunft kostet Vertrauen. Selbst bei einem Chip-Riesen, der sich gerade erst auf Platz sieben der wertvollsten US-Unternehmen geschoben hat – vorbei an Tesla.

Finanzen / Quartalszahlen
[InvestmentWeek] · 08.06.2025 · 14:00 Uhr
[0 Kommentare]
bitcoin, currency, finance, coin, crypto, cryptocurrency, brown finance
Morgan Stanley hat ein neues Finanzprodukt für Stablecoin-Emittenten eingeführt, das sich an institutionelle Investoren richtet. Mit einer Mindestinvestition von $10 Millionen ist das Stablecoin Reserves Portfolio nicht für Kleinanleger gedacht. Das Portfolio ermöglicht es Stablecoin-Emittenten, die zur Absicherung ihrer digitalen Token […] (00)
vor 45 Minuten
Wallstreet in New York
New York - Die US-Börsen haben sich am Freitag uneinheitlich gezeigt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 49.231 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 7.165 Punkten 0,8 Prozent im Plus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den […] (00)
vor 14 Minuten
Arthur Perault und Michael Jackson-Erinnerungsstücke © Aguttes
(BANG) - Eine Sammlung von Memorabilien von Michael Jackson könnte bei einer Auktion bis zu 1.000.000 Euro einbringen. Der weiße Handschuh des King of Pop mit Swarovski-Strasssteinen, den er zwischen 1987 und 1989 bei den 'Bad World Tour'-Konzerten trug und während Proben für das Konzert am 14. Juli 1988 im Wembley-Stadion in London warf, soll am 3. […] (01)
vor 4 Stunden
Anthropic
San Francisco (dpa) - Nach Amazon festigt auch Google mit einer weiteren Milliarden-Investition die Allianz mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic. In einem ersten Schritt investiert der Internet-Riese zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Mrd Euro), wie Anthropic mitteilte.  Weitere 30 Milliarden Dollar können folgen, wenn die Entwicklerfirma hinter dem KI- […] (00)
vor 2 Stunden
Kazuma Kanekos TSUKUYOMI erscheint auf Nintendo Switch
Der Entwickler Colopl und der renommierte Creative Director Kazuma Kaneko geben heute die Veröffentlichung von  KAZUMA KANEKOS TSUKUYOMI  für Nintendo Switch bekannt. Der Titel verbindet rasantes, strategisches Deckbuilding-Roguelike- Gameplay mit einer fesselnden Geschichte sowie dem markanten Charakterdesign und Worldbuilding, für das Kazuma Kaneko […] (00)
vor 1 Stunde
Amazon Prime Video beendet «Gen V» nach zwei Staffeln
Das «The Boys»-Spin-off wird nicht fortgesetzt, die Figuren sollen aber im Serienuniversum weiterleben. Amazon Prime Video zieht bei Gen V den Stecker: Die Serie wird keine dritte Staffel erhalten. Das Spin-off des Erfolgsformats «The Boys» lief erstmals 2023 an, die zweite Staffel wurde im Herbst 2025 veröffentlicht. Ganz verschwinden sollen die Figuren jedoch nicht. Die Produzenten Eric […] (00)
vor 2 Stunden
RB Leipzig - 1. FC Union Berlin
Leipzig (dpa) - Marie-Louise Eta hat die Sieglos-Serie von Union Berlin auch im zweiten Versuch nicht stoppen können - die Eisernen bleiben im Abstiegskampf. Im zweiten Spiel als Cheftrainerin kassierte Eta mit den Unionern ein 1: 3 (0: 2) bei RB Leipzig. Damit warten die Berliner seit fünf Spielen auf einen Sieg. Die Leipziger bleiben mit dem fünften […] (00)
vor 10 Minuten
HYTN genehmigt Ausgliederung der Peptid-Arzneimittelentwicklung in neues Unternehmen
Lüdenscheid, 24.04.2026 (PresseBox) - HYTN Innovations Inc. (ISIN: CA40443L1040 | WKN: A3DEUD), HYTN oder das Unternehmen, gibt bekannt, dass sein Board of Directors die Ausgliederung des internen […] (00)
vor 3 Stunden
 
Umsatz- und Gewinnsteigerung bei Tesla Im vergangenen Quartal konnte Tesla dank […] (00)
Ryanair zieht sich aus Berlin zurück Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat […] (00)
bitcoin, blockchain, currency, coin, gold, money, finance, digital, crypto, payment
Odelia Torteman, Direktorin für Unternehmensadoption bei XRPL Commons, hat bekannt […] (00)
Tabletten (Archiv)
Berlin - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat die geplanten höheren […] (03)
Einleitung High Tide Inc. (Nasdaq: HITI) hat sich in einer aktuellen Mitteilung zu […] (00)
«The Last Captains» kommt zu Kabel Eins Doku
Mit neuer internationaler Doku-Ware verstärkt Kabel Eins Doku sein Primetime-Programm. Der […] (00)
Rita Wilson
(BANG) - Rita Wilson war "schockiert", als sie erfuhr, dass ihr verstorbener Vater […] (00)
Mehr als ein kleines Gimmick: Fortnite setzt jetzt auf KI-NPCs, die in Echtzeit antworten
Fortnite geht den nächsten Schritt in Richtung „Spielplattform statt nur Battle […] (00)
 
 
Suchbegriff