BMDS‑Eckpunkte zur Kupfer‑Glas‑Migration: entscheidende Chance für mehr Wettbewerb
Bundesnetzagentur muss Kupfer-Abschaltung aktiv und erfolgreich gestalten

02. Oktober 2025, 11:34 Uhr · Quelle: Pressebox
Das BMDS präsentiert Eckpunkte, die den Wettbewerb im Glasfasermarkt fördern können. Die Bundesnetzagentur muss nun für eine faire Migration sorgen. (38 Wörter)

Berlin, 02.10.2025 (PresseBox) - Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) ist bereit, entscheidende Weichenstellungen für die Abschaltung der DSL-Netze vorzunehmen und hat dafür heute weitreichende „Eckpunkte für ein Gesamtkonzept zur Kupfer-Glas-Migration“ vorgelegt. Der VATM sieht darin die entscheidende Chance für mehr Wettbewerb, Transparenz und Planungssicherheit im deutschen Glasfasermarkt. Vorausgesetzt: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) nutzt ihre Steuerungs- und Eingriffsrechte, und Beschränkungen im Telekommunikationsgesetz (TKG) werden konsequent überarbeitet.

„Endlich werden die seit Jahren bekannten Herausforderungen bei der Glasfaser-Migration mitsamt möglichen Lösungen benannt. Die BNetzA muss gestalten, nicht nur moderieren – dies erwartet das Bundesdigitalministerium zu Recht, damit wir den Rückstand beim Ausbau und der Nutzung der Glasfasernetze aufholen können“, begrüßt VATM-Geschäftsführer Dr.Frederic Ufer das Konsultationspapier.

Das ist gut für den Wettbewerb

Über 60 % der am Netz befindlichen Anschlüsse sind von den Wettbewerbern errichtet worden. Diese versorgen mehr als doppelt so viele Kundinnen und Kunden mit Glasfaser wie die Telekom(s. beiliegende Grafik).

„Ein alleiniges Initiativrecht der Telekom für die Abschaltung, wie es das Gesetz aktuell noch vorsieht, greift daher zu kurz und provoziert den Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Position“, analysiert der Verbandschef. „Das BMDS hat dies erkannt. Das Papier trägt den Ausbauleistungen der Wettbewerber endlich Rechnung, indem es zentrale Lösungen für einen fairen Migrationsprozess etablieren will.“ Dazu gehören: die diskriminierungsfreie Abschaltung der Kupfernetze – auch in von Wettbewerbern mit Glasfaser ausgebauten Gebieten; der Vorschlag eines regelbasierten Prozesses bei Erreichung eines bestimmten Glasfaser-Ausbaugrades auch durch Wettbewerbsunternehmen sowie stärkere Eingriffs- und Steuerungsrechte der BNetzA. So soll die BNetzA künftig eine diskriminierende Abschaltpraxis der Telekom unterbinden und einen Gesamt-Abschalt- bzw. Gesamt-Migrationsplan von der Telekom erzwingen können. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die BNetzA zudem ein Regulierungskonzept vorlegen soll, das den Zuschnitt von Abschaltegebieten, die Versorgungsschwelle, alternative Zugangsprodukte und die Verteilung der Migrationskosten vorab klärt.“

Die großen bundesweiten Vermarkter müssen zudem zukünftig ohne Hindernisse auf die Glasfasernetze der Wettbewerber wechseln können. Die Schaffung eines Sonderkündigungsrechts im Mengen-Rabattsystem der Telekom (sog. Commitment-Modell) ist der richtige Weg und eine seit langem erhobene Forderung des VATM.

Das Ministerium empfiehlt darüber hinaus, der Telekom weitergehende Transparenzverpflichtungen aufzuerlegen und erwägt – falls nötig – das TKG so zu ergänzen, dass die BNetzA einen Migrationsplan verbindlich verlangen kann. „Das Ministerium hat erkannt, dass die Migration von Kupfer auf Glas nicht allein in der Entscheidungsgewalt der Telekom liegen darf und eine wirksame Aufsicht braucht“, hebt VATM-Geschäftsführer Dr. Frederic Ufer hervor. „Dies stärkt das Vertrauen der Investoren, die den Glasfaserausbau entscheidend unterstützen.“

Markt braucht geordnete Prozesse

Richtig sei auch, einen konkreten Zeitraum für eine Abschaltung nach Erreichen einer Versorgungsschwelle anzustreben, wie dies im Eckpunktepapier angedacht ist. „Dafür müssen natürlich klare Voraussetzungen geschaffen werden, unter anderem Homes Connected statt Homes Passed sowie funktionierende Open-Access-Angebote“, erläutert Ufer. „Zudem bedarf es der europarechtlichen Absicherung eines regelgebundenen Verfahrens. Hierfür muss sich die Bundesregierung, wie in den Eckpunkten angekündigt, in Brüssel stark machen.“

Bei den immer noch mehr als 23 Millionen aktiv genutzten DSL-Anschlüssen in Deutschland werden knapp 10 Millionen von Wettbewerbern auf Basis eines regulierten Zugangs zum Netz der Telekom gestellt. „Neben Tempo bei den einzuleitenden Migrationsmaßnahmen brauchen wir vor allem einen geordneten Prozess, der dem Erfolgsmodell der bundesweiten Zugangsnachfrager wie 1&1, Vodafone und Telefónica eine Perspektive für die Zukunft aufzeigt“, erinnert Ufer. „Dazu gehören adäquate Ersatzprodukte auf den neuen Netzen und eine wettbewerbskonforme Regelung bei den zu tragenden Kosten der Migration, die angemessen berücksichtigt, dass die Telekom seit Beginn der Liberalisierung durch regulierte Vorleistungspreise eine Überrendite in Höhe von über 30 Milliarden Euro erwirtschaften konnte, die größtenteils nicht in den Glasfaserausbau reinvestiert worden sind.“

Auch die Interessen der auf die Versorgung von Wirtschaft und Industrie spezialisierten Geschäftskundenanbieter werden in den Eckpunkten des Ministeriums nicht angesprochen. Dabei stemmt dieses Marktsegment mit über 20 Milliarden Euro ein Drittel des gesamten jährlichen Branchenumsatzes und hat besondere Anforderungen an die Abschaltung der Kupfernetze, beispielsweise hinsichtlich der Fristen und der besonders hohen Qualität der als Vorleistungen anzubietenden Ersatzprodukte.

Bundesnetzagentur trägt große Verantwortung

„Wir sehen, dass die Richtung stimmt, die das Ministerium eingeschlagen hat“, fasst der Geschäftsführer zusammen. Bürgerinnen und Bürger bei der Migration frühzeitig und transparent mitzunehmen, schaffe Vertrauen in den weiteren Prozess.

„Mit den heute veröffentlichten Eckpunkten kann die Debatte um die wettbewerbskonforme Migration auf FTTH erheblich an Tempo aufnehmen, Aufträge sind formuliert und die Arbeitspakete müssen nun stringent abgearbeitet werden. Diskriminierungsfreie Abschaltung, Transparenz und ein Regulierungskonzept der BNetzA sind die zentralen Hebel. Vor allem die Bundesnetzagentur trägt eine große Verantwortung für die Stärkung des Wettbewerbs und für eine erfolgreiche Kupfer-Glas-Migration. Dieser Verantwortung muss sie in den kommenden Monaten viel stärker gerecht werden.“

Aktuelle Analysen und Zahlen zur Wettbewerbssituation auf dem TK-Markt finden Sie hier:

Kommunikation / Glasfaser / Migration / Wettbewerb / Telekommunikation
[pressebox.de] · 02.10.2025 · 11:34 Uhr
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