Berlin und Paris: Gemeinsam für entschlossene Sanktionen gegen Russland
In einem neuen Antrieb zur Intensivierung der Sanktionspolitik setzen Deutschland und Frankreich auf schlagkräftige Maßnahmen gegen Russland. Ziel dieser Initiative ist es, die Finanzierungsquellen des Kremls, insbesondere den Energiesektor, stärker ins Visier zu nehmen. Ein kürzlich an andere EU-Staaten gesendetes Positionspapier schlägt vor, gezielt gegen russische Ölkonzerne wie Lukoil sowie Serviceunternehmen vorzugehen. Insbesondere solche Akteure, die am Export russischen Öls in die EU beteiligt sind oder mit russischen Ölerzeugnissen handeln, sollen von den verschärften Sanktionen betroffen sein.
Berlin und Paris ziehen zudem in Erwägung, den Mechanismus der Preisobergrenze für russisches Öl auf europäische Unternehmen auszuweiten. Derzeitige Sanktionen richten sich bereits gegen Unternehmen, die sich am Transport von russischem Öl oberhalb des regulierten Preisdeckels beteiligen, einschließlich Reedereien und Dienstleister aus den Bereichen Versicherung und technische Unterstützung.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Schließung finanzieller und logistischer Schlupflöcher, durch die Russland bestehende Sanktionen umgehen könnte. Dies umfasst potenziell zusätzliche Sanktionen gegen Banken mit Verbindung zum russischen Transaktionssystem SPFS sowie Kryptowährungsdienstleister in Zentralasien. Der Druck soll auch auf Drittstaaten-Unternehmen erhöht werden, die durch den Handel mit Hightech-Materialien oder bestimmten Rohstoffen die Sanktionen unterlaufen.
Deutschland und Frankreich erwägen zudem die Einführung neuer Importverbote und erhöhter Zölle. Im Visier stehen Akteure aus den Branchen Automobilindustrie, zivile Luftfahrt, Maschinenbau und mehr, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen könnten.
Diese deutsch-französische Initiative ist Teil eines größeren, mittlerweile 19. Sanktionspakets der EU gegen Russland. Die Vorschläge sollen bald in konkrete Rechtsakte durch die EU-Kommission münden, vorausgesetzt, die Mitgliedstaaten stimmen zu. Das Vorhaben birgt Herausforderungen, zumal Länder wie Ungarn neue Sanktionen skeptisch betrachten und Einstimmigkeit erforderlich ist.

