Bank of England verzichtet auf Zinssenkung: Inflation bleibt hartnäckig
In einer weithin erwarteten Entscheidung hat die Bank of England (BoE) ihren Leitzins bei 4% belassen, da die Inflation im Vereinigten Königreich weiterhin hoch bleibt. Sieben der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stimmten für eine Beibehaltung des Zinssatzes, während zwei eine Reduzierung um einen Viertelprozentpunkt befürworteten. Marktanalysten, darunter Steve Clayton von Hargreaves Lansdown, hatten bereits mit einer 98-prozentigen Wahrscheinlichkeit gerechnet, dass die Zinsen unverändert bleiben würden. Die am Mittwoch veröffentlichten Inflationsdaten zeigten einen Preisanstieg von 3,8% im August im Vergleich zum Vorjahr. Dies übersteigt das von der BoE angestrebte Niveau und wird durch ein nachlassendes Lohnwachstum und ein stagnierendes Bruttoinlandsprodukt im Juli ergänzt. Diese Entscheidung folgt unmittelbar auf die Zinssenkung der US-Notenbank am Vortag.
Nick Saunders, CEO der Handelsplattform Webull UK, bemerkte, dass diese Entscheidung das Pfund stärken und die Kosten importierter Güter senken könnte, was den Verbrauchern zugutekommen würde. Investoren hingegen könnten angesichts schwieriger Bedingungen, insbesondere für Technologie- und Immobilienunternehmen, weiterhin herausgefordert werden. Das Augenmerk richtet sich nun auf die nächste Sitzung zur Festlegung des Zinssatzes im November. Eine Fortsetzung der Zinsreduktion könnte möglich sein, wie zuletzt im August geschehen. Doch Ökonomen sind sich uneinig, ob eine weitere Senkung angesichts der anhaltend hohen Inflation in Betracht gezogen wird. Lindsay James von Quilter erwartet, dass sich das Wachstum in diesem Jahr nur schleppend entwickeln wird und sieht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als kritisch an, da die Inflation ein vorrangiges Thema bleibt, mit dem die BoE und die Regierung zu kämpfen haben. Die Märkte rechnen nicht vor Ende April nächsten Jahres mit einer Zinssenkung.

