Bank of England senkt Leitzins: Vorsichtiger Kurs in wechselhaften Zeiten
Die Bank of England hat, wie von den meisten Analysten erwartet, ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent gesenkt. Diese Entscheidung wurde am Donnerstag nach der geldpolitischen Sitzung in London verkündet. Jedoch waren die Meinungen innerhalb des geldpolitischen Ausschusses geteilt, was die Unsicherheit der weltwirtschaftlichen Lage widerspiegelt.
Seit August letzten Jahres hat die Notenbank die Zinsen stufenweise um insgesamt einen Prozentpunkt gesenkt. Der jüngste Zinsschritt folgt der Senkung um 0,25 Prozentpunkte im Februar und einer stabilen Zinslage im März. Gouverneur Andrew Bailey kommentierte, dass der nachlassende Inflationsdruck diese Entscheidung ermöglicht und unterstrich die Notwendigkeit eines behutsamen Vorgehens angesichts der unvorhersehbaren globalen Entwicklungen. Dabei spielt insbesondere der Handelskonflikt unter US-Präsident Donald Trump eine Rolle.
Innerhalb des geldpolitischen Ausschusses war das Meinungsbild gespalten: Fünf der neun Mitglieder stimmten für die Senkung um 0,25 Punkte, während zwei eine stärkere Reduzierung um 0,50 Punkte befürworteten und zwei den Stand der Zinsen unverändert halten wollten. Analyst Constantin Lüer von der Landesbank NordLB sieht eine expansive Geldpolitik als passend, angesichts der globalen Handelsdynamiken.
Die jüngsten Entwicklungen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und Großbritannien fanden vor der Sitzung statt und konnten nicht berücksichtigt werden. Dennoch bleiben die wirtschaftlichen Herausforderungen bestehen, sodass auch Großbritannien von einer globalen Abschwächung nicht unberührt bleiben dürfte.
Infolge der Zinsentscheidungen stiegen die Renditen britischer Staatsanleihen, während das britische Pfund zum US-Dollar leicht zulegte. Der FTSE 100 an der Londoner Börse zeigte sich jedoch kaum beeindruckt.

