Ausländische Fachkräfte: Anreize für schnellere Anerkennung von Berufsqualifikationen in Deutschland
Ein bedeutender Schritt zur Vereinfachung der Integration ausländischer Fachkräfte in das deutsche Gesundheitssystem steht bevor. Das Bundeskabinett hat jüngst Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken abgesegnet, die eine raschere Anerkennung von Berufsqualifikationen zum Ziel haben. Die CDU-Politikerin betonte die Notwendigkeit, neben exzellenten Ausbildungsbedingungen auch Know-how aus dem Ausland zu integrieren, um die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu sichern. Dazu sollen die Verfahren zur Anerkennung standardisiert und digitalisiert werden.
Die geplanten Erleichterungen beim Anerkennungsverfahren sollen nicht nur Ärztinnen und Ärzten zugutekommen, sondern auch Zahnärzten, Apothekern und Hebammen. Warken versicherte, dass die hohen Standards der Patientensicherheit und der Versorgungsqualität trotz der schnelleren Anerkennung eingehalten werden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert ergänzend ein einheitliches Sprachniveau für Fach- und Alltagssprache, da insbesondere die deutsche Sprache als wichtiger Faktor für den Behandlungserfolg gilt.
Vorsitzender Eugen Brysch machte deutlich, dass die gesetzliche Umsetzung die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat benötigt. Aktuell zeigt die Statistik der Bundesärztekammer eine steigende Präsenz ausländischer Ärzte in Deutschland: Ende des vergangenen Jahres erreichte die Zahl der berufstätigen Ärzte ohne deutsche Staatsangehörigkeit 68.000, was einem Anstieg um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Über 15 Prozent der arbeitenden Ärtinnen und Ärzte in Deutschland besitzen mittlerweile einen ausländischen Pass.

