Aufwind für Rüstungsaktien trotz ausbleibender Fortschritte im Ukraine-Konflikt
Angesichts enttäuschender Ergebnisse der jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und Russland hinsichtlich des Ukrainekriegs können europäische Rüstungsaktien am Montag Erholungsgewinne verzeichnen. Insbesondere deutsche Unternehmen gehen dabei als Gewinner hervor: Rheinmetall führt den DAX mit einem Plus von 3,2 Prozent an. Im MDAX gehören Renk und Hensoldt mit einem Anstieg von jeweils etwa 3,5 Prozent zu den Spitzenreitern.
Das jüngste Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska hinterließ viele Fragen offen, insbesondere in Bezug auf eine mögliche Waffenruhe. Zwar sprachen beide Staatsmänner von Übereinkünften in wesentlichen Belangen, konkrete Details blieben jedoch aus. Diese Entwicklung hat Analysten zufolge die Kurse der Rüstungsbranche beflügelt, nachdem zuvor Hoffnungen auf einen diplomatischen Durchbruch für Zurückhaltung gesorgt hatten.
Auch an anderen europäischen Börsen zeigt sich ein ähnliches Bild. In Mailand legte die Aktie von Leonardo um mehr als zwei Prozent zu. In London sowie Stockholm konnten BAE Systems und Saab jeweils an Wert gewinnen und verzeichneten Kurssteigerungen von über zwei beziehungsweise 3,5 Prozent.
Laut David Perry, Analyst bei JPMorgan, stellt sich die Situation als politisches Tauziehen dar, bei dem die russischen Forderungen noch immer nicht mit den europäischen Vorstellungen übereinstimmen. Trotz der momentanen diplomatischen Unsicherheit prognostiziert Perry einen Anstieg der Verteidigungsausgaben Europas in der nächsten Dekade. In der nahen Zukunft wird nun vor allem das bevorstehende Treffen zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodomir Selenskyj von Interesse sein.

