Anklage wegen Falschalarmierungen: Internationale Verdächtige im Fokus
Zwei ausländische Staatsbürger stehen im Verdacht, Drohungen gegen das Kapitol der Vereinigten Staaten und hochrangige Beamte, darunter Kongressmitglieder und Kabinettsmitglieder, fälschlicherweise gemeldet zu haben. Dies geht aus einer Anklageschrift hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Staatsanwaltschaft gab keine Hinweise auf politische oder ökonomische Motive. In der Anklage wird jedoch vermerkt, dass einer der Angeklagten, Thomasz Szabo (26) aus Rumänien, und sein mutmaßlicher Komplize Nemanja Radovanovic (21) aus Serbien, beschlossen hatten, Personen aus beiden politischen Lagern ins Visier zu nehmen, weil sie selbst keiner Partei angehörten. Von den über 100 Zielpersonen, die zwischen Dezember 2020 und Januar diesen Jahres ausgewählt wurden, waren 61 Regierungsbeamte, darunter Leiter von Bundesbehörden und Staatsbeamte. Die falschen Berichte, die bei Strafverfolgungsbehörden oder Notdiensten eingingen, werden als „Swattings“ bezeichnet, weil die Polizei häufig SWAT-Teams entsendet. Laut Staatsanwaltschaft haben Szabo und Radovanovic über 100 falsche Meldungen zu Morden, Entführungen, Massenmorden und Bombenanschlägen gemacht. Ihnen wird eine Anklage wegen Verschwörung, 29 Anklagen wegen Bedrohungen und falscher Informationen zu Sprengstoffen sowie vier Anklagen wegen der Übermittlung von Bedrohungen im staaten- und länderübergreifenden Handel vorgeworfen. „Swatting ist kein harmloser Streich – es gefährdet echte Menschen, verschwendet kostbare Polizeiresourcen und verursacht erheblichen emotionalen Schaden“, sagte der US-Staatsanwalt Matthew M. Graves in einer Stellungnahme. „Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um die Täter zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen, egal wo sie sich befinden.“ In den letzten Jahren sahen sich Strafverfolgungsbehörden einer Flut von Scherzmeldungen ausgesetzt, die unter anderem Bombendrohungen gegen Staatskapitolgebäude und Belästigungen von Wahlbeamten beinhalteten. Auch prominente Persönlichkeiten waren von den Drohungen betroffen, darunter die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene (Republikanerin aus Georgia), Jack Smith, der Sonderermittler in der Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten Donald J. Trump, Senator Rick Scott (Republikaner aus Florida) und Richterin Tanya S. Chutkan, die den Bundesprozess zur Wahlbeeinflussung gegen Trump überwacht. Alle waren während der Feiertage im vergangenen Jahr Zielscheiben, auch wenn unklar bleibt, ob diese von Szabo und Radovanovic stammten. Berichten zufolge wurden Anfang dieses Jahres Heimatschutzminister Alejandro N. Mayorkas und andere hochrangige Beamte der Biden-Regierung von einer Person aus Serbien ins Visier genommen, die in mehr als 100 anderen „Swatting“-Fällen als verdächtigt galt. Szabo und Radovanovic riefen laut Anklageschrift auch Bombendrohungen gegen Unternehmen und eine Universität aus, drohten mit einer Massenerschießung an Synagogen in New York City und mit "Massenmord" im US-Kapitol.

