Amerikanische Medienlandschaft im Zwielicht: Trumps Einfluss und die Reaktionen
Die Beziehung zwischen US-Präsidenten und den Medien war schon immer eine angespannte, doch niemand hat den Medienkrieg so weit getrieben wie Donald Trump. Durch den Einsatz von juristischen Drohungen und administrativer Autorität zwang Trump große Medienkonzerne zu Zugeständnissen.
Ein jüngstes Beispiel ist die überraschende Entscheidung von Walt Disney, die Show von Jimmy Kimmel nach einem Monolog über Trump auf ABC auf Eis zu legen. Der Schritt folgte auf Vorwürfe von Brendan Carr, dem Vorsitzenden der Federal Communications Commission (FCC), und verdeutlicht den Einfluss des Weißen Hauses auf Medienunternehmen in den USA. Trump drohte zudem, amerikanische Sendeanstalten stärker zu überwachen, sollten sie zu kritisch über ihn berichten.
Akademiker wie Juan Manuel Benítez von der Columbia University warnen, dass Medienunternehmen Geschäfte anstatt journalistische Freiheit priorisieren. Bereits zuvor hatte ABC eine Klage von Trump mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar beigelegt. Auch Paramount Global zahlte 16 Millionen Dollar in einem ähnlichen Fall, um Regulierungsmaßnahmen der FCC zu sichern und eine Fusion zu retten.
Die FCC, ein Schlüsselinstrument der Regierung, kann Lizenzen entziehen, was den Druck auf Medienhäuser weiter erhöht. Anfang des Jahres verlor die staatlich finanzierte Corporation for Public Broadcasting Gelder, wodurch öffentlich-rechtliche Sender unter Druck geraten. Ein Kommentar von FCC-Chef Carr verschärfte die Lage für Disney, und bald zog Nexstar Kimmels Show aus dem Programm. Nexstar, im Übernahmeprozess eines Konkurrenzsenders, könnte dadurch Vorteile bei regulatorischen Entscheidungen erhoffen.
Demokratin und FCC-Mitglied Anna Gomez sieht in diesen Entwicklungen eine gezielte Kampagne der Zensur. Trotz Kritik gab es keine Anzeichen, dass Trump seine Strategie ändern wird. Kritiker wie Saul Austerlitz und Damon Lindelof äußerten Bestürzzung über die Entscheidung und ramifications für die Redefreiheit. Bari Weiss' Free Press, traditionell kritisch gegenüber Zensurdebatten, nahm Anstoß an den Bedingungen der Kimmel-Suspendierung.
Obwohl die Kritik laut ist, bleibt unklar, wie sich die Medienregulierung weiter entwickeln wird. Der Präsident indes fordert auch vom Konkurrenzsender NBC Maßnahmen gegen kritische Stimmen.

