Regie: ?????
Darsteller: Abbie Cornish, Andrea Riseborough
Laufzeit: 118min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Biografie, Romanze (USA)
Filmstart: 21. Juni 2012
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Die junge New Yorkerin Wally führt ein Leben, um das andere Frauen sie beneiden würden. Seit sechs Jahren ist sie mit dem ebenso erfolgreichen wie attraktiven Psychiater William verheiratet, mit dem sie gemeinsam in einem wunderschönen, großen Apartment in Manhattan wohnt und ein Leben im materiellen Wohlstand führt. Kein Wunder, dass bei gesellschaftlichen Anlässen ihre Bekannten immer wieder voller Bewunderung und auch Neid auf das vermeintliche Glück schauen, das Wally ihren Alltag nennt.
Doch tatsächlich ist Wally alles andere als glücklich. Sie ist einsam und bereut es, für ihren Ehemann ihren geliebten Job beim Auktionshaus Sotheby’s und ihre Karriere aufgegeben zu haben. Auch ihr sehnlicher Wunsch, endlich ein Kind zu bekommen, blieb bislang unerfüllt William ist ihr bei all dem keine Stütze. Im Gegenteil: immer wieder wartet sie abends vergeblich auf ihn, und wenn sie nachts in der Klinik anruft, weil er mal wieder nicht nach Hause kommt, weiß auch dort niemand, wo er steckt.
Wally flüchtet sich in die Geschichte jener Frau, nach der ihre Eltern sie einst benannt haben: Wallis Simpson. Sie ist fasziniert von der vielleicht größten Liebesgeschichte aller Zeiten zwischen Wallis Simpson und Edward VIII., der für sie aus Liebe auf die britische Krone und die Macht verzichtete und damit in England einen unvergleichlichen Skandal auslöste. Immer wieder besucht sie ihre ehemaligen Kolleginnen bei Sotheby’s, wo bald die Besitztümer des ehemaligen britischen Königs und seiner Frau unter den Hammer kommen sollen. Sie verbringt ganze Tage in der die Versteigerung begleitenden Ausstellung und ist ein ums andere Mal in all die Erinnerungsstücke dieser einzigartigen Beziehung so vertieft, dass der charmante Aufseher Evgeni sie Abend für Abend als letzte Besucherin daran erinnern muss, auch mal wieder nach Hause zu gehen.
Auch Wallis war einst gefangen in einer lieblosen Ehe mit einem Mann, der sie schlug und sogar willentlich den Verlust des noch ungeborenen Babys in Kauf nahm, der zur Folge hatte, dass die Amerikanerin ein Leben lang kinderlos blieb. Später heiratet sie den Geschäftsmann Ernest Simpson, mit dem sie nach England geht, wo sie bald Gefallen findet an rauschenden Festen und den eleganten Gesellschaften der höheren Kreise. Und so begegnet sie in den 1930er Jahren schließlich auch dem britischen Kronprinzen Edward VIII., der die große Liebe ihres Lebens werden sollte.
Was zunächst als eine von vielen Affären des Thronfolgers beginnt, entwickelt sich bald zu einer der leidenschaftlichsten und dramatischsten Romanzen des 20. Jahrhunderts. So sehr Edward seine Wallis auf Händen trägt und jedes Jahr ihre Beziehung mit teurem exquisiten Schmuck feiert, so sehr rümpft die Königsfamilie die Nase über ihre Liebe. Die Presse macht einen Skandal daraus, als sie Wind von der Sache bekommt: denn Wallis ist nicht nur Amerikanerin und bereits einmal geschieden, sondern offiziell auch noch immer mit ihrem zweiten Ehemann verheiratet. Doch erst als George V., Edwards Vater, 1936 stirbt und sein Sohn tatsächlich zum neuen König von Großbritannien ernannt wird, wird aus der Angelegenheit ein echtes Politikum.
Nach zehn Monaten, in denen sich Wallis vor Fotografen versteckt, ihre zweite Ehe endgültig aufgibt und den Kontakt zu Edward trotz allem so gut wie abbricht, entscheidet der junge Regent sich endgültig für seine große Liebe und gegen den Thron. Mit seiner Aufsehen erregenden Abdankung verzichtet er auf sämtliche Privilegien, die ihm als Herrscher über das mächtigste Königshaus der Welt zustehen. Doch auch für Wallis hat die Entscheidung einschneidende Folgen, schließlich muss sie ihre Wahlheimat England für immer aufgeben und gemeinsam mit Edward den Rest ihres Lebens als Herzog und Herzogin von Windsor im Exil im Bois de Boulogne bei Paris verbringen.
In New York beschäftigt sich unterdessen Wally immer intensiver mit dem Leben ihrer Seelenverwandten Wallis und zieht Parallelen. Mit der Zeit kommt sie auch Evgeni immer näher, der in seiner ukrainischen Heimat eigentlich Konzertpianist war und sich nun mit Hingabe um Wallys Aufmerksamkeit und Gefühle bemüht. Bei der lang erwarteten Auktion ersteigert sie schließlich übermütig mit einem Einsatz von mehreren tausend Dollar ein Paar Handschuhe aus dem Nachlass von Wallis Simpson.
Als ihre Ehe immer unerträglicher wird, weil William ihr nicht nur immer weniger Aufmerksamkeit schenkt und endgültig den Kinderwunsch verwehrt, sondern auch auf schlimmste Weise handgreiflich wird, ist es Evgeni, der Wally die Sicherheit und Stärke gibt, einen Schlussstrich unter ihr altes Leben zu ziehen und neu anzufangen. Und einmal mehr ist es dabei die Beschäftigung mit Wallis Simpson, die ihr als Inspiration dient. Denn die Geschichte von W.E., also Wallis und Edward, beweist mehr als jede andere, dass selbst die größte und bedingungsloseste Liebe nicht frei von erschütternder Tragik und beinahe unüberwindlichen Hindernissen ist...