Original: Earth
Regie: Alastair Fothergill, Mark Linfield
Darsteller: David Attenborough
Laufzeit: 98min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Dokumentation (Deutschland, Großbritannien)
Verleih: Universum Film
Vor fünf Milliarden Jahren prallte eine riesiger Asteroid mit so starker Wucht auf die noch junge Erde, dass die Achse des Planeten in einen Winkel von 23 _ Grad kippte. Doch dieser kosmische Unfall war alles andere als eine Katastrophe. Er war entscheidend dafür, dass die Erde und das Leben auf ihr entstehen konnten.
Wäre die Erdachse nicht geneigt, gäbe es heute weder die spektakuläre Vielfalt unserer Landschaften noch die Hitze- und Kälteextreme. Es gäbe keine Jahreszeiten. Vor allem aber hätte es nicht die idealen Bedingungen für die Entstehung von Leben gegeben.
Als sich das Team von UNSERE ERDE – DER FILM daran machte, die Geschichte unseres Planeten zu erzählen, wählten sie die Sonne als Reiseführer.
Die Reise beginnt nahe des Nordpols, wo im Winter 24 Stunden am Tag Dunkelheit herrscht. Erst im März zeigt sich die Sonne erstmals wieder am Horizont.
Hier treffen wir den ersten Star unseres Films - eine Eisbärenmutter, die den Winter in einer Höhle unter dem Schnee zugebracht hat. Neueste Aufnahmetechniken fangen die Augenblicke ein, in denen sich ihre Jungen zum allerersten Mal nach draußen ans Tageslicht wagen. Die Kleinen haben nur Spielen im Sinn - ihre Mutter aber hat andere Sorgen: Allzu bald wird die Nahrungssuche zu einer Entscheidung auf Leben und Tod.
Wir lernen gleich zu Beginn unserer Reise, dass der Einfluss der Sonne sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein kann. Ihre Wärme ist natürlich willkommen, aber sie bringt auch die Schneelandschaft zum Schmelzen, in der die Eisbären leben. Wir beobachten den Vater der Jungen bei seinem Kampf ums Überleben, während das Eis buchstäblich unter seinen Tatzen dahinschmilzt...
Wir verlassen die Eiswüste der Arktis und reisen in Richtung Süden, wo wir Halt machen, um eine Herde von drei Millionen Karibus zu beobachten. Deren 3000 Kilometer lange Wanderung auf der Suche nach neuem Weideland ist die längste saisonale Reise, die Tiere auf dem Festland unternehmen. Aber die riesigen Herden ziehen nicht allein umher. Hungrige Wölfe begleiten sie den ganzen Weg entlang. Wir sehen aus der Luft zu, wie die Wölfe taktisch vorgehen, um ein Kalb von seiner Mutter zu trennen. Wie wird die Verfolgungsjagd enden?
Um zu den ersten Bäumen auf unserem Planeten zu gelangen, müssen wir noch weiter nach Süden reisen. 1800 Kilometer vom Nordpol entfernt erreichen wir die Baumgrenze, wo verkümmerte Büsche und Sträucher den nördlichsten Punkt markieren, an dem noch Bäume wachsen können. Hier beginnt die Taiga, das größte Nadelwald-Gebiet der Welt. Diese einsame Waldlandschaft zieht sich ohne Unterbrechung um die gesamte nördliche Halbkugel; hier wächst ein Drittel aller Bäume auf der Erde. Im Frühling, wenn das Eis abgetaut ist, steigt der Sauerstoffgehalt auf der ganzen Erde allein durch diese Bäume. Doch die meiste Zeit des Jahres ist dies ein schneebedecktes Wunderland, wo nur selten eine Spur von einem Lebewesen zu sehen ist. Die einsamen Luchse, die hier zuhause sind, sind die wahre Seele der Wildnis.
2000 Kilometer südlich des Nordpols gibt es genug Sonnenlicht für Laubwälder voller Glockenblumen, Nachtigallen, Füchse und Wild. Wir schauen den Mandarinentenküken dabei zu, wie sie im Frühling die ersten mutigen Hüpfer heraus aus ihrem Nest hoch oben in den Bäumen wagen. Und im Winter – wenn die Laubbäume ihre Blätter abgeworfen haben – erhaschen wir einen Blick auf die seltenste Raubkatze der Welt: ein Amurleoparden-Weibchen und ihr Junges auf Nahrungssuche in der harschen Kälte des Winters.
Wir setzen unsere Reise nach Süden bis zum Äquator fort. Hier scheint die Sonne jeden Tag zwölf Stunden lang. Fällt genug Regen, gibt es Leben im Überfluss. Die tropischen Regenwälder bedecken zwar nur drei Prozent der Fläche unseres Planeten, aber sie sind die Heimat von mehr als der Hälfte aller Pflanzen und Tiere der Erde. Allein in Papua-Neuguinea gibt es 42 verschiedene Arten von Paradiesvögeln, die eine außerordentliche Vielfalt amüsanter Balzrituale entwickelt haben.
Aber nicht überall am Äquator sind die Verhältnisse so vorteilhaft. In der Kalahariwüste brennt die Sonne auf unfruchtbaren Sand herab. Hier begegnen wir einer Elefantenmutter mit ihrem neugeborenen Kalb, die in ihrer Familiengruppe hin zum Paradies, dem Okavango-Becken ziehen. Nach einem tagelangen Treck auf der Suche nach Nahrung und Wasser finden die Elefanten schließlich ein kleines Wasserloch. Doch sie müssen sich das kostbare Nass mit einem hungrigen Löwenrudel teilen. Ob der Waffenstillstand hält?
Die Sonne nährt auch das Leben in den Ozeanen. Hier beginnt die letzte Etappe unserer Reise. In den tropischen Gewässern nahe dem Äquator treffen wir eine Buckelwalmutter und ihr Neugeborenes. Sobald das Kalb fünf Monate alt ist, begibt sich diese Kleinfamilie auf die längste saisonale Wanderung, die Meeressäugetiere unternehmen: mehr als 6000 Kilometer von den Tropen bis zum südlichsten Teil unseres Planeten. Wir folgen den Walen, begegnen beeindruckenden Naturschauspielen und beobachten heftige Stürme über dem tropischen Meer.
UNSERE ERDE – DER FILM zeigt einige der atemberaubendsten Landschaften dieses Planeten, von den höchsten Gebirgsketten bis zu den größten Wasserfällen und den trockensten Wüsten. Der Film porträtiert faszinierende Tiere, deren Leben bedroht ist. Denn dadurch, dass sich der Rhythmus der Jahreszeiten zu verändern beginnt, wird auch ihr Überlebenskampf immer härter.
Und so geht das Leben auf der Erde weiter. Eine Geschichte, die sich jeden Tag milliardenfach abspielt, an 365 Tagen im Jahr. Wie die Regionen der Erde den Zyklus der Jahreszeiten durchlaufen, so muss sich jedes Lebewesen dem Einfluss der Sonne anpassen. Kein Film hat jemals die gesamte Bandbreite dieses weltweiten Schauspiels eingefangen. Kein Film hat diese Geschichte dank seiner echten Tier-Hauptdarsteller so herzzerreißend und herzerwärmend erzählt. Bis jetzt...