Original: True North
Regie: Steve Hudson
Darsteller: Angel Li, Anna Breuer
Laufzeit: 96min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Thriller, Drama (Deutschland, Großbritannien, Irland)
Filmstart: 22. Mai 2008
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
„Du brauchst eine Geschichte“, hämmert der Mann dem verängstigten kleinen chinesischen Mädchen ein, das immer nur seine wahre Geschichte erzählt. Doch die Geschichte, die Su Li dann erlebt, wird sie wohl nie jemandem erzählen...
Der Fang war wieder einmal schlecht, als der schottische Fischkutter "Providence" (deutsch: Vorsehung, Vorsorge, Voraussicht) in den belgischen Hafen Ostende einläuft. Die Bank wolle das Boot verschrotten lassen, muss Sean seinem Vater, dem Skipper, mitteilen. Doch Sean will nicht, wie er dem Bootsmann Riley später einmal erklärt, dass sein Vater nach 32 Jahren sein Boot verliert und an Land auf den Tod warten muss. Riley schickt Sean daher zu Pol: der soll ihm eine Ladung Zigaretten besorgen, um sie nach Schottland zu schmuggeln. Doch Pol hat eine ganz andere „Fracht“ für Sean: 20 illegale chinesische Einwanderer. „Es ist eine gute Tat“, sagt Pol. Viel Geld gibt es dafür auch. Während Riley sich mit zwei Afrikanerinnen in einem Bordell vergnügt und der etwas einfältige junge Koch auf der Straße strandet, schafft Sean die Chinesen vorbei an seinem schlafenden Vater heimlich in den vorderen Frachtraum des Fischkutters.
Nur die kleine Su Li stiehlt sich fort und versteckt sich im Maschinenraum. Als Sean zurückkommt, ist er mehr als erstaunt, doch 4000 Euro Cash überzeugen ihn. Seine Aufgabe besteht fortan darin, nachts den Eimer zu leeren, der den Chinesen als Toilette dient. Als Sean nicht Kurs auf Schottland nimmt, sondern erst Fische fangen will, um vor dem Zoll nicht in Verdacht zu geraten, beginnen die Probleme: Riley murrt und säuft, das Wetter wird schlecht und der Aufenthalt im nasskalten Frachtraum mehr als ungemütlich. Der Koch bemerkt, dass Essen verschwindet, und er findet seltsame Geldscheine, die Su Li als Bezahlung zurückgelassen hat. Daher legt er einen Köder aus. Sean und Riley haben bei dem stürmischen Wetter die größten Mühen, das Netz einzuholen, zumal auch noch ein Seil reißt - und dann erweist sich der Fang als nicht der Rede wert. Während der völlig verblüffte Koch die kleine Su Li entdeckt - und sie liebevoll versorgt, entdeckt Riley, dass einer der Chinesen gestorben ist.
Weil Riley keinen Toten anfassen will, wuchtet Sean die Leiche allein über Bord - und wird dabei von seinem Vater beobachtet. „Warum hast du es getan?“, fragt er. „Für Geld“, antwortet Sean. „Für dich, für das Boot“. Und nimmt Kurs auf Schottland: „Wir haben sowieso verloren.“ Am nächsten Morgen, die See ist wieder ruhig, zeigt das Sonargerät große Fischmengen an. Sean und Riley holen einen Riesenfang ein – einschließlich des toten Chinesen.
Der Skipper, der von Anfang an von den illegalen Einwanderern an Bord wusste, trifft seinem Sohn zuliebe, dem er das Boot vererben will, eine grausame Entscheidung. Er wird sie ebenso wenig überleben wie die Chinesen im Frachtraum, denn er hat etwas beziehungsweise jemanden übersehen: die kleine Su Li...