Tournee

Original: Tournée
Regie: Mathieu Amalric
Darsteller: Miranda Colclasure, Suzanne Ramsey
Laufzeit: 111min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Frankreich)
Verleih: Farbfilm Verleih
Filmstart: 08. September 2011
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Die Zeiten, in denen Joachim Zand (Mathieu Amalric) eine große Nummer im französischen Showgeschäft war, sind schon eine Weile her. Der Branche überdrüssig, kehrte der Fernsehproduzent ohne Rücksicht auf seine Karriere dem Leben in Paris den Rücken. Freunde, Kollegen und andere Wegbegleiter ließ er zurück, nicht einmal seine beiden Söhne konnten ihn in der Heimat halten. Stattdessen erfüllte er sich einen lang gehegten Traum und wanderte in die USA aus, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einen Neustart zu wagen. Doch auch in seinem neuen Leben zieht es Joachim irgendwann zurück nach Frankreich. Inzwischen ist er Manager des Cabaret New Burlesque, einer charmant-schillernden Showgruppe, die mit ihrer überbordenden Mischung aus Erotik, Spaß und Musik von Bühne zu Bühne tingelt. Nach ersten Erfolgen in Amerika hat Joachim die gutgelaunte Tanztruppe für eine Tournee mit in seine Heimat gebracht. Begleitet von Ulysse, der als Mädchen für alles für den Gepäcktransport zuständig ist, ziehen sie von Stadt zu Stadt, um auch das französische Publikum mit dem Burlesque-Fieber zu infizieren. Und das ist natürlich ein Kinderspiel, wenn man sich anschaut, wer da auf der Bühne steht: sexy Mimi Le Meaux, die sich auch von gelegentlichem Heimweh nicht aus der Fassung bringen lässt; die vor Lebensfreude und Selbstbewusstsein sprühende Dirty Martini; die vorwitzige Kitten On the Keys, die mit viel Humor und Musik durch das Programm führt; die ironische Provokateurin Julie Atlas Muz; Anfängerin Evie Lovelle, die als Küken der Revue-Gruppe noch mit ihrer Schüchternheit ringt; und schließlich Roky Roulette, der als einziger Mann in diesem bunten Haufen einen verrückten Striptease nach dem nächsten hinlegt. Gemeinsam zieht diese ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft der besonderen Art per Zug durch die französische Provinz und klappert die Hafenstädte von Le Havre über Nantes bis Bordeaux ab. Der gemeinsame Traum von einem glamourösen Tourabschluss in Paris schweißt sie dabei fest zusammen. So tut es dann auch der Stimmung der Mädchen kaum einen Abbruch, dass sie die Nächte in austauschbaren, wenig extravaganten Billighotels verbringen müssen, in denen man das typisch französische ‚je ne sais quoi’ eigentlich mit der Lupe suchen muss. Wenn es darum geht, sich die Laune nicht verderben zu lassen, wissen sich die lebensfrohen Damen problemlos zu helfen – und mischen sich mal ganz frech unter eine Hochzeitsgesellschaft oder verwandeln eine trostlose Hotellobby mit ein paar Flaschen Champagner und einer Gitarre in eine kleine, schwungvolle Party. Dann allerdings kommen schlechte Nachrichten aus Paris: das für dort geplante furiose Finale der Tournee droht zu platzen, als Joachim von einem Geschäftspartner übers Ohr gehauen wird und plötzlich ohne Auftrittsort dasteht. Während seine Mädchen ihren Optimismus nicht verlieren und sich die Zeit mit Bekanntschaften an der Hotelbar oder intimen Gesprächen unter Freundinnen vertreiben, macht er sich auf in die Hauptstadt. Um jeden Preis will er dem Cabaret New Burlesque doch noch eine Show in Paris ermöglichen – und selbst ein triumphales Comeback in seiner Heimat feiern. Joachims Rückkehr nach Hause fällt allerdings alles andere als feierlich aus, stattdessen schlagen ihm Wut und Desinteresse entgegen. Sein ehemaliger Kollege verspürt wenig Lust, ihm zu helfen, der frühere Chef will nichts mehr mit ihm zu tun haben, die wütende Ex-Freundin liegt im Krankenhaus. Nicht einmal seine Söhne scheinen sonderlich begeistert vom Auftauchen ihres Vaters. Dass er sie mit in die Provinz nimmt, nachdem alle Bestrebungen in Paris ohne Ergebnis bleiben und er zu seiner Burlesque-Truppe zurückkehrt, ändert daran auch nichts. Doch die Show muss weitergehen, schlechte Stimmung hin oder her. Und irgendwann erkennen auch Joachim und seine Mädchen, dass Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis meistens das beste Mittel sind, um in einer Wahlfamilie und einem neuen Leben auch wirklich anzukommen, ohne sich verbiegen zu lassen.

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