Töte mich!

Original: Töte mich!
Regie: Emily Atef
Darsteller: Maria-Victoria Dragus, Roeland Wiesnekker
Laufzeit: 91min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Deutschland, Frankreich, Schweiz)
Verleih: Farbfilm Verleih
Filmstart: 05. Juli 2012
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Nach außen hin wirkt es, als würde Adele (15) ihr Leben meistern. Sie steht jeden Morgen um vier Uhr auf, arbeitet hart auf dem kleinen Bauernhof ihrer Eltern, geht zur Schule, arbeitet wieder, isst und geht früh schlafen. Unter der ruhigen Oberfläche verstecken sich jedoch tiefe Traurigkeit und das dringende Bedürfnis, dem Leben ein Ende zu setzen. Seit dem Tod ihres Bruders vor einem Jahr, fühlt sie sich von allem um sie herum entfremdet. Er war ihr Verbündeter in einer Kindheit ohne elterliche Wärme, Gespräche oder Berührungen. Und das Gefühl, eine Mitschuld an seinem Tod zu tragen, macht es ihr unerträglich, am Leben zu sein. Doch trotz ihrer Sehnsucht und ihres starken Willens schafft sie es nicht, sich selbst zu töten. Timo (43) ist vor acht Jahren wegen Totschlag inhaftiert worden. Als Timo sich nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis schwer verletzt auf dem Bauernhof von Adeles Eltern versteckt, bietet sie dem Flüchtigen einen absonderlichen Deal an: sie wird ihm helfen, aus dieser Gegend zu fliehen. Unter einer Bedingung - wenn Timo in Sicherheit ist, muss er sie töten. Obwohl Timo Adele für verrückt hält, ist er gezwungen ihrem Plan zuzustimmen. Denn Adele droht damit, ihn an die Polizei auszuliefern, wenn er nicht das tut, was sie von ihm verlangt. Während Timo und Adele fliehen, beginnt die Polizei zu vermuten, dass der flüchtige Häftling das vermisste Mädchen entführt hat. Eine atemlose Jagd auf die beiden beginnt. Der Anfang ihrer Reise ist von größtmöglichem gegenseitigem Misstrauen geprägt. Timo reagiert mit Aggression und Verschlossenheit auf Adeles Nähe, während Adele hartnäckig an ihrem Plan festhält. Gleichzeitig sind die beiden durch die ständige Gefahr dazu gezwungen, sich aufeinander zu verlassen und zu kooperieren. Für Timo, der die Erfahrung gemacht hat, dass man von anderen Menschen nichts als Demütigung und Boshaftigkeit erwarten kann, ist das beängstigend. Aber er weiß, dass er ohne dieses eigenwillige und entschlossene Mädchen keine Chance hat Marseille zu erreichen. Dort möchte er versuchen, sich als blinder Passagier auf ein Packboot nach Afrika zu schmuggeln. Und dort ist auch Julius, in dessen Familie Timo als Kind adoptiert wurde und von dem er jetzt finanzielle Hilfe einfordern will. Julius fürchtet, dass Timo kommt, um sich an ihm zu rächen. Denn er trägt eine tiefe Schuld ihm gegenüber, die ihn verfolgt und seit Jahren um den Schlaf bringt. Auf dem Weg nach Frankreich durchleiden Adele und Timo Hunger, Angst und Entbehrungen. Gleichzeitig passiert etwas, das für beide ganz ungewohnt ist: sie fangen an, einander etwas zu bedeuten. Timo begreift, dass Adeles Todeswunsch weit mehr ist als pubertäre Hysterie. Das Bedürfnis, sich ihr zu öffnen wird immer stärker. Und je mehr er das tut, desto mehr kehrt das Leben in Adele zurück.

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