Original: Sanxia haoren
Regie: Zhang Ke Jia
Darsteller: Sanming Han, Hong Wei Wang
Laufzeit: 108min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama, Romanze (China, Hongkong)
Filmstart: 04. Oktober 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Eine Dampferfahrt auf dem Yangtze im Herzen Chinas. Es ist heiß, die schwitzenden Passagiere
vertreiben sich die Zeit mit Kartenspiel, Trinken und Rauchen. Dann ist das Ziel erreicht: die Provinzstadt Fengjie am Drei-Schluchten-Staudamm. Große Teile ihrer Altstadt wurden durch die aufgestauten Wassermassen des Yangtze bereits überflutet. Bald soll der Wasserstandspegel im Stausee noch weiter auf 156,5 Meter erhöht werden. Arbeiter pinseln die neue Marke auf die Wände. Abrißtrupps sind damit beschäftigt, alle Bauwerke unterhalb der neuen Wasserstandsmarke zu zertrümmern, der Schutt wird abtransportiert.
Unter den neu angekommenen Schiffsreisenden ist auch San-ming Han, ein Kohlebergbauarbeiter aus
der fernen Provinz Shanxi. Er kommt nach Fengjie, um seine Ehefrau Missy Ma und seine Tochter zu
suchen. Missy hat ihn vor 16 Jahren sitzen lassen und ist mitsamt dem Baby fortgegangen. Sie stammt
aus Fengjie, San-ming hatte sie einst für 3000 Yuan als Braut gekauft. Doch sie war unglücklich, hatte Heimweh und kehrte in ihre Heimat zurück. Nun ist San-ming Han hier, um wenigstens seine Tochter einmal kennen zu lernen.
Am Kai wird der Neuankömmling von Mopedfahrern angesprochen, die ihm Taxidienste anbieten. Sanming zeigt ihnen einen Zettel mit der alten Heimatadresse seiner verlorenen Frau: Szechuan Provinz, Fengjie Bezirk, Granitstraße Nummer fünf. An gesuchter Stelle angekommen, muss San-ming feststellen, dass die Granitstraße längst vom Stausee überflutet wurde. Auch auf seiner nächsten Station, beim Amt für Umsiedlung, bekommt er keine Auskunft über den neuen Aufenthaltsort seiner Frau und seiner Tochter.
San-ming mietet sich bei Herrn He ein. Sein Zimmernachbar ist ein großmäuliger Halbstarker namens Bing, der den berühmten Hongkong-Filmstar Chow Yun-fat bewundert und bemüht ist, so cool wie sein Idol aufzutreten.
Von seinem Vermieter erfährt San-ming, dass Missy Mas älterer Bruder auf einem Schiff lebt, am Pier Nummer sechs. Der Weg dorthin führt durch eine Trümmerlandschaft: Überall Ruinen und leer stehende Häuser, die von Männern mit schweren Vorschlaghämmern in Handarbeit zertrümmert werden. Auf dem Schiff wird San-ming von seinem Schwager Ma unfreundlich empfangen. Missy sei nicht hier, erklärt Ma mürrisch, sie lebe jetzt auf einem Boot stromabwärts in Yichang. Aber vielleicht ließe sie sich in den nächsten Monaten mal wieder hier blicken. Wo seine Tochter sei, könne er ihm auch nicht sagen.
Fest entschlossen, die beiden dennoch wieder zu sehen, richtet sich San-ming auf eine längere Wartezeit in Fengjie ein. Er besorgt sich einen Job als Abrissarbeiter und schwingt fortan tagtäglich den Vorschlaghammer. Im Laufe der Zeit freundet er sich mit seinem Zimmernachbarn Bing und mit einer Frau an, die für die Arbeiter Mittagessen kocht und ihnen Dirnen vermittelt. San-ming Han ist nicht der Einzige, der seinen verlorenen Ehepartner am Drei-Schluchten-Staudamm sucht. Auch Shen-hong Guo ist - ebenfalls aus Shanxi - nach Fengjie gereist, um ihren Ehemann ausfindig zu machen. Bin Guo hatte vor Jahren seinen Heimatort und seine hübsche, junge Frau verlassen, um eine Stelle als Verkaufsleiter bei einem Industriebetrieb in Fengjie anzunehmen. Seit zwei Jahren hat er sich nicht mehr bei seiner Gattin gemeldet. Nun ist Shen-hong Guo gekommen, um ihren Mann zur Rede zu stellen.
Zunächst sucht sie den Industriebetrieb auf, doch der ist inzwischen stillgelegt: Eine Fabrikruine, die abgerissen wird, weil sie dem steigenden Wasserspiegel des Stausees weichen muss. Als nächstes wendet sich Shen-hong an einen alten Armee-Kameraden ihres Mannes, Dong-ming Wang, der in Fengjie als Archäologe arbeitet. Von Dong-ming erfährt sie, dass ihr Mann inzwischen in leitender Stellung für die Abriss-Behörde arbeitet, als rechte Hand (und anscheinend auch Liebhaber) der Behörden-Chefin Madame Ding. Dong-ming führt Shen-hong zum Arbeitsplatz ihres Mannes Bin, doch der ist nicht da - dem Vernehmen nach ist er schwer beschäftigt dieser Tage. Shen-hong beschließt zu warten.
Sie übernachtet beim hilfsbereiten und gastfreundlichen Archäologen, der ihr am nächsten Morgen überraschend den gesuchten Gatten Bin zuführt. Die einander entfremdeten Eheleute haben sich kaum etwas zu sagen. Und so lässt Shen-hong ihren Mann einfach im Hausflur stehen. Bin folgt seiner Frau mit dem Auto und fährt sie zum Staudamm, wo sie auf einer Promenade zur Musik aus einem öffentlichen Lautsprecher kurz miteinander tanzen. Danach verlangt Shen-hong die Scheidung und sagt, dass sie jetzt einen anderen Mann liebe.
San-ming Han hat derweil seine vermisste Frau noch immer nicht gefunden. Aber er hat einen neuen Freund verloren: Sein Zimmernachbar Bing liegt tot unter einem Trümmerhaufen. San-ming trauert um den Toten, der im Stausee versenkt wird.
Schließlich erhält San-ming einen Anruf von seinem Schwager Ma: Missy ist da! San-ming trifft seine alte Liebe am Stauseeufer und erfährt, dass seine Tochter in Dongguan arbeitet, ganz im Süden des Landes. Missy sagt ihm auch, dass es ihr nicht gut gehe, dass sie als Dienerin für einen Mann arbeiten müsse. San-ming sucht daraufhin den alten Mann auf und sagt ihm, dass er Missy mitnehmen möchte. Allerdings darf er dies nur tun, wenn er dem Alten die 30.000 Yuan zahlt, die Missys Bruder ihm schuldet. San-ming bittet sich ein Jahr Zeit aus, um das Geld zu erarbeiten, und nimmt Missy wenig später nach sechzehn Jahren erstmals wieder in die Arme.