Sterben für Anfänger

DVD / Blu-ray / iTunes / Trailer :: IMDB (7,4)
Original: Death at a Funeral
Regie: Frank Oz
Darsteller: Matthew Mcfadyen, Keeley Hawes
Laufzeit: 91min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Komödie (Deutschland, Großbritannien, USA)
Filmstart: 19. Juli 2007
Bewertung: 9,0 (2 Kommentare, 1 Vote)
So hat sich Daniel (Matthew Macfadyen) die Beerdigung seines Vaters nicht vorgestellt: Als die Sargträger den Sarg aufstellen und den Deckel öffnen, liegt nicht sein Vater, sondern ein völlig unbekannter Leichnam darin. Ein schlechtes Omen und ein peinlicher Fauxpas, der gerade noch rechtzeitig behoben werden kann, bevor die Trauergäste auf dem Anwesen eintreffen. Doch Daniel hat noch ein ganz anderes Problem. Er wird erstmals eine Trauerrede halten und fürchtet, sie könnte nicht an die Würdigungen seines Bruders Robert (Rupert Graves) heranreichen, der bislang immer für solche Dinge zuständig war. Robert ist ein großkotziger Bestseller-Autor, der in New York lebt, zur Beerdigung einschwebt und in dessen Schatten Daniel schon immer gestanden hat. Das allein ist schon frustrierend genug für Daniel, dessen eigene schriftstellerische Bemühungen bislang im Sande verliefen. Doch bei seiner Ankunft eröffnet ihm Robert, dass er nicht wie verabredet die Hälfte der Beerdigungskosten übernehmen kann, weil sein ausufernder Lebensstil alles verschlingt. So ein Erste-Klasse-Flug nach England will schließlich auch bezahlt sein. Pech für Daniel, denn so muss er wohl oder übel die Rücklagen angreifen, die eigentlich für ein Eigenheim bestimmt waren. Das hat er seiner Frau Jane (Keeley Hawes) lange versprochen, weil sie es keine Sekunde länger mit ihrer Schwiegermutter Sandra (Jane Asher) unter einem Dach aushält. Sandra wiederum nutzt die Gunst der Stunde und zelebriert ihre Trauer, wobei sie keine Gelegenheit auslässt, die tröstenden Worte ihrer Schwiegertochter eiskalt, aber genüsslich an sich abprallen zu lassen. Aber das ist erst der Anfang des Schlamassels. Noch glaubt Daniel, die Situation in den Griff zu bekommen. Doch Minute für Minute steigert sich das Chaos, denn bei dieser Familie verhält es sich wie bei jeder anderen: Keine Spur von heiler Welt. Nicht mal in vereinter Trauer kann sich dieser verschrobene Haufen zusammenreißen. Daniels Cousine Martha (Daisy Donovan) taucht mit ihrem Verlobten Simon (Alan Tudyk) auf, der in den Augen von Marthas Vater Victor (Peter Egan) ein Waschlappen und Versager ist. Weil Simon weiß, dass Victor ihn hasst, ist der ohnehin sensible Bursche ein einziges Nervenbündel. Darum hatte Martha ihn überzeugt, eine Valium zu nehmen, um dem ganzen Tag etwas gelassener entgegen treten zu können. Was sie nicht weiß: In der Valiumdose, die sie auf dem Küchentisch ihres Bruders Troy (Kris Marshall) gefunden hat, befanden sich keine Beruhigungspillen, sondern halluzinogene Drogen. Denn der smarte Troy nutzt sein Wissen als Chemiestudent, um mit synthetischen Mittelchen zu experimentieren und seine Finanzen als Teilzeitdealer aufzubessern. Dass ihm diesmal eine besonders gute Mischung gelungen ist, zeigt sich bereits bei der Ankunft auf dem Familiensitz, denn Simon benimmt sich äußerst merkwürdig. Er spricht mit den Pflanzen, umarmt die frisch geschnittene Gartenhecke und bestätigt damit Victors Auffassung, ein kompletter Vollidiot zu sein, den seine Tochter niemals heiraten darf. Anfangs findet Troy Simons Ausfälle noch ganz amüsant, bis ihm seine Schwester von dem Valium erzählt. Irgendwie muss er Martha schonend beibringen, dass ihr Zukünftiger voll unter Drogen steht. Doch noch wichtiger ist: Wie lässt sich das vor den Trauergästen verbergen? Obwohl die Beerdigung im engsten Kreis stattfindet, sind auch Howard (Andy Nyman) und Justin (Ewan Bremner) eingeladen. Howard ist Daniels Freund, ein Handelsreisender, der wegen seiner isolierten Lebensweise kaum jemanden kennt, nur Justin. Doch der ist ausschließlich mit sich selbst beschäftigt und schaltet auf Durchzug, als Howard während der Fahrt von seinen zahlreichen Zipperlein faselt, angefangen von diesem merkwürdigen Ausschlag am Handgelenk. Justin fährt eigentlich nur mit, weil er mal was mit Martha hatte und nun hofft, auf der Trauerfeier erneut zu punkten. Er hält sich für einen coolen Womanizer, doch da ist er so ziemlich der Einzige. Unterwegs werden sie von Daniel angerufen und gebeten, Onkel Alfie abzuholen – den Terror auf Rädern. Der vergrätzte Greis macht von seinem Rollstuhl aus allen das Leben zur Hölle und hält sich an keine gesellschaftlichen Regeln mehr. Wozu auch? Ihn können alle mal. Als ihn Howard und Justin beim Altersheim abholen, ist er bereits komplett genervt und überfällt beide mit den wüstesten Beschimpfungen. Nachdem auch sie schließlich eingetroffen sind, kann die Trauerfeier endlich beginnen. Der Pastor drängelt Daniel auch schon dezent, denn er muss gleich im Anschluss weg auf einen Folgetermin. Daniel ist total gestresst und aufgeregt, aber froh, dass er die Beerdigung und vor allem seine Lobrede nun endlich hinter sich bringen kann. Allerdings wundert er sich schon die ganze Zeit über einen ungewöhnlichen Gast (Peter Dinklage), den niemand eingeladen hat – und den auch niemand kennt. Die Abschiedszeremonie und Daniels Trauerrede haben kaum begonnen, als der in anderen Sphären schwebende Simon plötzlich bemerkt, dass sich etwas im Sarg bewegt. Zumindest bildet er sich das ein. Unter Einfluss von Troys Wundermittel springt er hysterisch auf und beim folgenden Gerangel knallt der Sarg inklusive Leichnam auf den Boden. Die Trauergäste sind entsetzt und der Pastor unterbricht die Feier. Nicht nur Daniels Nerven liegen blank. Doch es kommt noch viel schlimmer. Denn als ihm der Fremde schließlich in einem Nebenraum seine Identität offenbart, entpuppt dieser sich als der heimliche Geliebte seines Vaters. Und das kann er auch noch mit einer ganzen Reihe pikanter Fotos beweisen! Daniel ist geschockt von dem Doppelleben seines Vaters. Doch als wäre das allein noch nicht genug, verlangt der dreiste Lover ein stattliches Sümmchen Schweigegeld. Andernfalls will er die Bilder in der Trauergesellschaft herumzeigen. Daniels Eigenheim rückt in immer weitere Ferne. Jetzt muss Robert helfen. Während Daniel versucht, die Vergangenheit seines Vaters vor seiner Mutter und allen anderen zu verbergen, gerät die Trauerfeier immer weiter außer Kontrolle. Troy sucht nach seiner Pillendose, die im allgemeinen Chaos verloren gegangen ist. Howard nervt Victor, einen angesehenen Arzt, sich doch einmal den Hautausschlag an seinem Handgelenk anzusehen. Martha muss sich gegen Justins plump stupide Annäherungsversuche zur Wehr setzen, der es einfach nicht glauben kann, dass sie ihn als One-Night-Stand im Vollrausch und Total-Fehltritt abgehakt hat. Justin lässt jedoch nicht locker und drückt Martha ungefragt einen Kuss auf den Mund. Das wiederum veranlasst den umnebelten Simon, sich verzweifelt im oberen Stockwerk im Badezimmer zu verbarrikadieren. Immer noch voll zugedröhnt zieht er sich aus und klettert auf das Dach des Hauses. Ein spektakulärer Selbstmord scheint ihm der einzige Ausweg zu sein, wogegen zumindest Justin und Marthas Vater nichts einzuwenden hätten. Und der mürrische Onkel Alfie freut sich, dass endlich mal was los ist. Daniel hat derweil seinen Bruder ins Vertrauen gezogen, der vorschlägt, den Fremden mit Gewalt aus dem Verkehr zu ziehen, bis die Beerdigung vorüber ist. Gesagt, getan. Weil der gefesselte und geknebelte Peter jedoch keine Ruhe gibt, stopfen sie ihn mit ein paar Valium voll, die Howard im Garten gefunden hat. Dabei handelt es sich natürlich um Troys Drogenbomben, weshalb der Erpresser auch bald in den Irrsinn abdriftet. Als er mit dem Kopf an eine Glastischkante knallt, hat die Beerdigung ihre zweite Leiche. Fieberhaft überlegen Daniel und Robert mit Howard und Troy, die inzwischen eingeweiht sind, wie man den Toten unbemerkt verschwinden lassen kann. Sie beschließen, den Kleinwüchsigen heimlich im Sarg zu verstecken. Weil die meisten der Anwesenden vom Garten aus gebannt Simons Nacktshow auf dem Balkon verfolgen, gelingt es ihnen mit ein paar Ablenkungsmanövern auch ziemlich mühelos. Nur Onkel Alfie hat Wind von der Sache bekommen, weil er nebenan auf dem Klo saß. Doch sein Gezeter von einem Toten im Zimmer beachtet sowieso keiner. Als es Martha schließlich gelingt, Simon von ihrer Liebe zu überzeugen, gibt er unter dem Applaus der Trauergäste auf und klettert zurück. Nach und nach beruhigt sich die Situation und die Trauerfeier kann endlich fortgesetzt werden. Als alle ihre Plätze eingenommen haben, hebt Daniel zum zweiten Mal zu seiner Lobrede auf seinen Vater an. Da klopft und poltert es plötzlich von innen gegen den Sargdeckel, nur diesmal hören es auch alle, die keine Drogen genommen haben… STERBEN FÜR ANFÄNGER ist eine turbulente und amüsante Komödie über das Leben, den Tod, die Familie und einen Mann, der um die Würde seines Vaters kämpft, während sich offensichtlich die ganze Welt gegen ihn verschworen hat.

Kommentare

2vigenzo06. August 20079/10
klasse englische komödie.
1Freiwild24. Juli 2007
kann man sich reinzeihen