Reich mir Deine Hand

Original: Donne-moi la maine | Road Movie
Regie: Pascal-Alex Vincent
Darsteller: Victor Carril, Alexandre Carril
Laufzeit: 84min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Deutschland, Frankreich)
Verleih: Salzgeber & Co. Medien
Filmstart: 26. Februar 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Die Vorgeschichte Der Beginn der Reise wird als Anime erzählt – wie sich später herausstellt, geht er auf die von Quentin gezeichneten Mangas zurück.Ein Junge arbeitet frühmorgens in einer Backstube in einer kleinen verschlafenen Stadt. Ein ihm äußerlich sehr ähnlicher anderer Junge steht hinter der Schaufensterscheibe und lockt ihn hinaus. Er hat zwei Rucksäcke dabei. Die beiden laufen aus der Stadt, sie provozieren sich und rennen um die Wette. Fast zeitgleich zu einem Zug kommen sie an einen Bahnübergang – einer der beiden springt über die Schranke und scheint es vor dem Zug noch über die Gleise zu schaffen. Doch als der Zug vorbei ist, fehlt von ihm jede Spur. Der andere Junge ängstigt sich. Plötzlich springt der scheinbar Verschwundene aus dem Gebüsch auf und macht sich über den besorgten Anderen lustig. Dieser springt auf ihn zu und schlägt ihn. Beginn der Reise Antoine und Quentin, frühmorgens. Sie laufen an Bahngleisen entlang. Sie versuchen Autos anzuhalten, es klappt nicht. Sie sind schon müde. Antoine läuft vor, Quentin hält sich an seinem T-Shirt fest. Sie sind eineiige Zwillinge, äußerlich beinahe identisch. Beide tragen Jeans und schwarze T-Shirts. An einem Steinbruch machen sie Pause. Antoine wirft mit Steinen. Quentin zeichnet Mangas. Er wirkt verschlossener, in sich gekehrter. An einer Staumauer setzen sie sich ins seichte Wasser und spritzen sich nass. Danach trägt einer den anderen auf dem Rücken. Antoine ist derjenige, der den Weg weiß. Von Quentin stammt die Idee, den Vater in der Bäckerei allein zu lassen und abzuhauen. Als sie einen parkenden Lastwagen entdecken, verstecken sie sich auf der Ladefläche. Es geht Richtung Spanien. Große Nähe und Vertrautheit der beiden Zwillinge wechseln sich übergangslos ab mit Phasen der Aggression, der Provokation – die zumeist in körperlichen Attacken enden, nie in Wortgefechten. Quentin zieht sich zurück um zu zeichnen. Antoine spielt auf einer Maultrommel (was im Soundtrack aufgegriffen wird). In einer Mischung von Genervtheit und Rivalität zerstört Antoine einen Teil von Quentins Zeichnungen. Sie prügeln sich. Clementine An einer Tankstelle treffen die Brüder auf Clementine, ein junges Mädchen, das dort arbeitet. Sie flirtet mit Quentin. Antoine hat eine Mitfahrgelegenheit geregelt – eine ältere Frau mit einem Lieferwagen will sie mitnehmen. Clementine kommt mit. Während sie im Laderaum mit Quentin schläft, sitzt Antoine schlechtgelaunt und eifersüchtig vorne bei der Fahrerin. Am Rande eines Waldes steigen sie aus. Clementine folgt den Brüdern. Als sie nach dem Ziel der Reise fragt, erzählt Quentin, dass sie unterwegs nach Spanien sind, zur Beerdigung ihrer Mutter, die sie gar nicht gekannt haben. Im Wald prügeln sich Antoine und Quentin wieder. Am Lagerfeuer verschwindet Quentin. Clementine schläft mit Antoine. Am nächsten Morgen geht sie. Als Antoine nackt im Fluß badet, beobachtet ihn Quentin. Ohne dass sie miteinander sprechen, wird eine eigenartige Atmosphäre zwischen ihnen spürbar, gleichermaßen von Rivalität und Anziehung geprägt. Unterwegs Antoine und Quentin lernen weitere Menschen kennen, die sie ein Stück mitnehmen. Eine junge Familie, mit deren Tochter Quentin auf der Autorückbank zeichnet. Ein älterer Mann, der merkwürdige Geschäfte macht und sie nach ihrem Verhältnis zueinander fragt (und vor dem sie flüchten). Schließlich zwei junge Mädchen in einem 2 CV, mit denen sie Sex haben. Danach, mitten in einer Blumenwiese, kommt es zum Streit. Antoine will nicht mehr weiterlaufen, sondern den Zug nehmen. Die beiden haben kein Geld. Antoine schlägt vor zu arbeiten, um sich die Fahrkarten leisten zu können. Quentin hat dafür kein Verständnis und will allein weiter. Heuernte Antoine hat tatsächlich einen Job auf dem Feld bei der Heuernte angenommen. Als Quentin dazu kommt, legt er ein gutes Wort für ihn ein und schlägt dem Bauern vor, dass sie sich einen Schlafplatz teilen. Während einer Arbeitspause singt Quentin das Lied „Melocoton“ von Colette Magny. Darin unterbricht ein Kind die Fragen eines anderen mit der Standardfloskel: „Ich weiß nicht. Komm, reich mir die Hand!“ Während der Arbeit hält sich Quentin abseits von seinem Bruder. Hakim, ein anderer Erntehelfer, dem angeblich seine Freundin fehlt, flirtet mit ihm. Quentin zeichnet den Jungen und lässt sich in der Nacht auf seine Avancen ein. Beim Sex werden sie heimlich von Antoine beobachtet. Ein großer Bruch in der Brüderbeziehung deutet sich an. Hakim stellt fest, dass die Brüder „eigentlich ganz schön verschieden“ sind. Anders als bei den Mädchenbekanntschaften auf der Reise scheint Quentin verliebt – er verbringt die Nacht mit dem Jungen. Am nächsten Morgen kommen die beiden Liebenden getrennt zum Bauerhof zurück. Antoine sitzt schon auf der Tragfläche eines Lieferwagens und will abhauen. Gezwungenermaßen kommt Quentin mit und muss seinen Freund zurücklassen. Über das Vorgefallene wird nicht gesprochen. Quentin scheint abwesend. Antoine beobachtet ihn argwöhnisch. Im Bahnhofsrestaurant wird Antoine von einem Mann angemacht, der es auf beide Brüder abgesehen hat. Wie schon während der gesamten Reise scheinen die beiden eine große Attraktion auf ihre Umwelt auszuüben. Für 100 Euro verspricht Antoine dem Mann ein sexuelles Erlebnis mit dem ahnungslosen Quentin, der gerade auf der Toilette ist. Als er dort von dem potentiellen Freier bedrängt wird, wehrt er sich und flüchtet. Antoine, der später zum Bahnhof zurückkehrt, findet nur noch Quentins Rucksack vor. Ansonsten gibt es kein Lebenszeichen des Bruders. Trennung Antoine, jetzt auf sich allein gestellt, nimmt den Zug. In seinen wirren Träumen erscheint ihm der Zwillingsbruder, ihn vorwurfsvoll ansehend, blutüberströmt. Als er aufwacht, sitzt ihm eine Dame gegenüber, der er eine Kindheitsgeschichte erzählt: Eines Nachts ist er dem schlafwandelnden Quentin gefolgt, der in der Bäckerei unbemerkt auf das Feuer eines Ofens zuläuft. Er weckt ihn nicht auf. Der Vater bemerkt seinen schlafenden Sohn rechtzeitig und kann ihn retten. Niemand hat Antoine und seine Untätigkeit bemerkt… Die Dame revanchiert sich mit der Geschichte ihrer Einsamkeit als Einzelkind – sie gab vor, eine Schwester zu haben: „Wir machten viele schöne Dinge, wir liebten uns sehr – aber sie war nur erfunden…“ Antoine weint, als er die Geschichte hört. Später, im Wald, sieht er plötzlich seinen Bruder in der Ferne. Er will ihm hinterher, stürzt aber und bleibt bewusstlos liegen. Eine ältere Frau, die ganz allein in einem Waldhaus lebt, findet ihn und pflegt ihn gesund. Sie wäscht ihn und schläft mit ihm. Nachts steht Antoine vor dem Haus und ruft in den Wald hinein nach seinem Bruder. Am nächsten Morgen flüchtet er. Kurz vor der spanischen Grenze nimmt ihn ein junger Mann mit, dessen gebrechlicher Vater auf der Rückbank sitzt. Als Antoine sieht, wie der Junge dem Alten eine Spritze gibt, fällt er in Ohnmacht. Wiedersehen Antoine findet in San Sebastian den Friedhof und kommt gerade noch rechtzeitig zur Beerdigungszeremonie für seine Mutter. Quentin ist auch da, in neuen, schwarzen Klamotten. Er sieht verändert aus. Antoine stellt sich hinter ihn und berührt ihn zaghaft. Quentin lässt es geschehen. Ein kurzer Dialog am Strand. Antoine möchte seinen Bruder zur Rückkehr drängen. Gemeinsam stürzen sie sich ins Meer und fangen ansatzlos an sich zu prügeln – diesmal bis Antoine reglos im Wasser treibt. Quentin bekommt Angst – er schleift seinen Bruder aus dem Wasser, versucht ihn wiederzubeleben – aber erst nach einer Mund-zu-Mund-Beatmung kommt Antoine wieder zu sich. Im gleißenden Licht der Abendsonne steht Quentin auf und verlässt seinen Bruder.

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