Ossi´s Eleven

Original: Ossi´s Eleven
Regie: Oliver Mielke
Darsteller: Stefan Jürgens, Collien Fernandes
Laufzeit: 93min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Deutschland)
Filmstart: 28. Februar 2008
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Endlich wieder draußen. Der Versuch, seinen Boss Georg um eine LKW-Ladung zu prellen, hat Speditionsfahrer Oswald ein Jahr seines Lebens und den Job gekostet. Nun geht es dank frühzeitiger Entlassung zurück nach Hause in den Plattenbau und in die Arme seiner attraktiven Frau Nina. Der Rückbau ist hier schon seit Jahren im Gange, die Betonriesen verschwinden Zug um Zug und mit ihnen die Menschen. Die Stadt wird zur Wüste. Das spüren auch Bruno und Axel. Die beiden Brüder betreiben eine Wurstbude und sehen trostlosen Zeiten entgegen. Da geht es der örtlichen Spedition schon deutlich besser. Hier brummt zwar das Geschäft, doch wirklich glücklich ist der in dem Logistikunternehmen tätige Georg trotzdem nicht. Gestresst und von unmotivierten Mitarbeitern umgeben, wünscht sich der bayerische Grantler jeden Tag in die Heimat im Süden von Deutschland zurück, während sein Fahrer Karl mit üblen Macho-Sprüchen die Kunden des Unternehmens zu vergraulen droht. Dass sich Oswald trotz seines Fehlverhaltens wieder in der Kantine der Spedition blicken lässt, um seinem Kumpel Karl einen Besuch abzustatten, betrachtet sein Ex-Chef Georg natürlich als reine Provokation und nutzt die Gelegenheit, um gleich beiden eine Standpauke zu halten. Die angespannte Stimmung in der Arbeit bekommt auch Küchenhilfe Tommy zu spüren. Obwohl Tommy schon auf die Dreißig zugeht, gibt sich der Junge mit der Elvistolle noch reichlich unreif, weshalb er auch von seiner Angebeteten, der hübschen Kassiererin Collien, nur müde belächelt wird. Während in der Kantine die Fetzen fliegen, beschließt Bruno im Imbiss, einen Schlussstrich zu ziehen und sich das Leben zu nehmen. Er macht es sich mit einem Bier und einer Packung gefrorener Pommes am Boden des Anhängers gemütlich und dreht den Gashahn auf. Unterdessen macht Karl bei einem Feierabendbier seinem Ärger über den aufgebrachten Chef Luft. Oswald gibt Karl daraufhin zu verstehen, dass er längst neue Pläne hat und sich nicht mehr mit solch kleinen Ärgernissen abgeben will. Bis ins Detail hat er einen Plan ausgetüftelt, bei dem er eine Kette von Spielhöllen um ihre Einnahmen erleichtern will. Ein guter Plan, wie auch Karl findet, wenn die Kette nicht während Oswalds „Auszeit“ im Gefängnis Bankrott gegangen wäre. Ein herber Rückschlag für Oswald, doch in seinem Kopf beginnt es umgehend erneut zu rotieren, als Karl zwischen seinen Frauengeschichten auch von alten D-Mark-Münzen zu berichten weiß, die in der Eisengießerei am Stadtrand recycelt werden. Bruno hat „Glück“ gehabt und ist bei seinem Selbstmordversuch unerwartet von einem der seltenen Kunden gerettet worden – einer Kundin, genauer gesagt, wie ihm sein Bruder erklärt. Und Axel möchte die Situation nutzen und Bruno bei der Gelegenheit zu einem Date drängen – schließlich sollte er sich für so eine Rettungsaktion irgendwie erkenntlich zeigen. Auch für Lea und Conny läuft nicht alles glatt. Die beiden Arbeitskolleginnen und Freundinnen, beide Mitte Dreißig, werden wohl in ein paar Monaten ihren Job los sein und zu allem Übel hält sie ihr Chef auch noch mit scheinheiligen Versprechungen hinsichtlich noch ausstehender Lohnzahlungen hin. Oswald macht mit Karl einen Ausflug zum Stadtrand – und eröffnet ihm seinen Plan: angeregt durch Karls Erzählung hat er in Erfahrung gebracht, dass in der Eisengießerei regelmäßig größere Mengen alter D-Mark-Münzen recycelt werden. Mehrere Hundert Tausend D-Mark liegen somit regelmäßig quasi unbewacht in der Gießerei und warten nur darauf, vor dem Schmelzofen gerettet zu werden, denn schließlich lässt sich das alte Geld ja noch immer problemlos bei den Banken in Euros eintauschen. Während Karl noch Zweifel hegt, steht für Oswald bereits fest, dass er nur noch die richtige Mannschaft braucht, um diesen todsicheren Coup in die Tat umzusetzen. Dass sich Oswald bedingt durch seine frühzeitige Entlassung noch regelmäßig bei der Polizei melden muss, hindert ihn nicht daran, von nun an jede freie Minute der Umsetzung seines Coups zu widmen. Dem zuständigen Polizeibeamten Alwin schildert er sein Vorhaben schlicht als Initiative zur Altmetallsammlung, was dem Polizisten ein gutes Gefühl gibt und streng genommen nicht einmal wirklich gelogen ist. Tatsächlich erweisen sich Oswalds Rekrutierungsversuche durchaus als schwierig. Die beiden Wurstverkäufer Axel und Bruno zumindest erteilen Oswald eine Absage, auch wenn Oswald einiges über ihre Vergangenheit zu wissen scheint. Zu allem Überfluss belauscht auch noch Stammkunde Boris das diskrete Gespräch. Aber auch untereinander finden die beiden Brüder nicht zusammen: Als Brunos Lebensretterin Lea mit ihrer Freundin am Imbiss die tägliche Bratwurst abholt, gibt der hölzerne Bruno nur ein paar spärliche Worte von sich und kassiert zur Krönung auch noch regulär bei ihr ab. Unterdessen hat Oswald auch beim zweiten Anwerbungsversuch kein Glück. Diesmal wird ihm nicht einmal die Tür geöffnet. Erst als er schon enttäuscht abziehen will, kommt ein Gesicht zum Vorschein: Konrad, der gescholtene und menschenscheue Ex-Stasi, hat Oswald zwar die ganze Zeit durch den Türspion beobachtet, wagt sich erst ins Treppenhaus, als die Luft rein ist. Ganz ohne nachhaltige Wirkung bleiben Oswalds erste Anläufe letztendlich aber doch nicht. Zuhause gibt Axel Bruno zu verstehen, dass er durchaus bereit wäre, etwas zu riskieren, um sein Leben noch einmal zu verändern. Nur Bruno bleibt skeptisch, er hält Oswald für einen Versager. Am nächsten Morgen dann die erste Überraschung für Oswald. Ex-Stasi Konrad nimmt mit einem kryptischen Brief Kontakt zu ihm auf, wünscht ein unauffälliges Treffen. Am Ende des skurrilen Gespräches steht fest: Oswald hat seinen ersten Mann im Team! Und auch bei Bruno und Axel geht es voran: Als Conny und Lea auf dem Weg zur Arbeit wieder den Imbiss passieren, fasst sich Bruno ein Herz und lädt Lea auf recht eigenwillige Art und Weise zum Essen ein. In der örtlichen Bibliothek steht unterdessen den Angestellten ein ähnliches Schicksal bevor wie Lea und Conny: Durch eine Modernisierung des Verleihsystems sind die meisten Angestellten mit einem Schlag überflüssig. Einer der Betroffenen ist Friedrich, der Großvater von Tommy und ein leidenschaftlicher Literaturliebhaber, für den die Bibliothek stets mehr als nur eine Arbeit dargestellt hat. Als Tommy seinen Opa mit einem Male auf der Straße sieht, ist er außer sich, während Friedrich selbst sich besonnen zeigt. Bruno hat Lea zum Griechen eingeladen und droht mit seiner uncharmanten Art, den Abend in einer Katastrophe enden lassen. Er verletzt Lea so tief, dass diese bereits ihre Sachen packt, dann aber doch wieder an den Tisch zurückkehrt und in einem emotionalen Ausbruch ihre ganze Enttäuschung über das Leben vor ihm ausbreitet. Dieser Offenheit kann selbst Bruno sich nicht entziehen. Zuhause schweift Bruder Axel unterdessen in die Vergangenheit: Ein Photoalbum zeigt, dass er und sein Bruder vor dem Mauerfall gefeierte Sportler auf dem Weg zur DDR-Spitze waren. Und dass die Karriere der Ruderer nach dem Mauerfall durch Doping-Enthüllungen ein unrühmliches Ende gefunden hatte. Axels Miene verrät: diese Wunden sitzen tief. Tommy stattet der ehemaligen Arbeitsstätte seines Großvaters einen Besuch ab. Offensichtlich ist es sein erster Besuch in der örtlichen Bibliothek und den beendet er gleich damit, dass er einen Buchrücken samt Sicherheitsetikett entfernt, um das verbleibende Buch unbehelligt durch die neuen Sicherheitsschranken zu schaffen. Ein kleiner Sieg gegen das neue System, dass seinen Großvater den Arbeitsplatz gekostet hat. Auch Oswald kann einen weiteren Erfolg verbuchen. Mitten in einen seiner regelmäßigen Polizeibesuche platzt der Anruf von Axel und Bruno, die nun doch zusagen. Ihre Bedingung: für ihren Anteil muss ein Wagen drin sein, mit dem sie ihren Imbissanhänger endlich auch an andere Orte ziehen können. Gute Nachrichten für Oswald, der darüber hinaus von Alwin mit einer Sammlung Getränkedosen aus dem Revier versorgt wird. Offensichtlich möchte Alwin den aufrichtigen Weg seines Sorgenkindes tatkräftig unterstützen und ihn bei seinem Altmetall-Projekt bestmöglich unterstützen. Den aktuellen Stand teilt Oswald seinem noch immer skeptisch eingestelltem Kumpel Karl in der Kantine mit – und das so euphorisch, dass Tommy beim Geschirrabräumen von der Sache Wind kriegt und sich gleich als neuer Mann anbietet. Allerdings erhält er dort ebenso eine Abfuhr wie bei Kassiererin Collien. Als Oswald auf dem Nachhauseweg zufällig seinen Ex-Chef Georg mit einem Gips an der Bushaltestelle stehen sieht, bietet er ihm kurzerhand an, ihn nach Hause zu fahren. Schließlich hat Oswald ja einiges bei ihm gut zu machen. Der nörglerische Georg willigt nur auf Grund seines Handicaps ein. Auf der Fahrt wird Oswald klar, wie unwohl sich der Bayer im „Exil“ fühlt. Am Abend steht das erste Treffen der Mannschaft in Oswalds und Karls Stammkneipe auf dem Programm: Als sich zu Konrad, Bruno und Axel plötzlich noch der in unverständlichem, an das Russische erinnernden Dialekt brabbelnde Gärtner Boris gesellt, der Oswalds erstes Rekrutierungsgespräch belauscht hatte, will Karl den Tisch bereits wieder verlassen. So eine Mannschaft hat er noch nie gesehen. Auch zwischen Konrad und Axel droht die Situation zu eskalieren, da der Ex-Sportler auf den Ex-Stasi alles andere als gut zu sprechen ist. Oswald gelingt es jedoch, die Gemüter zu beruhigen, obwohl sich herausstellt, dass sein bisheriger Plan noch nicht wirklich ausgearbeitet ist. Viel mehr, als dass Karl mit seinem Speditions-LKW die Truppe unbemerkt auf das Gießerei-Gelände bringen soll, hat Oswald zum Entsetzen der Anwesenden nämlich noch nicht ausgeklügelt. Am Ende des Treffens startet Konrad daher mit einer klaren Aufklärungsmission: mithilfe einer Videokamera soll er die Gießerei infiltrieren und dort Informationen sammeln, wo selbst Karl bei seinen Speditionslieferungen nicht hingelangt. Wenig später wird eines deutlich: Ossi benötigt weitere Hilfe, wenn sein Coup von Erfolg gekrönt sein soll. Der neugierige Tommy zum Beispiel, der gleich noch seinen Großvater mit an Bord hievt, schließlich kennt sich keiner so gut mit unterirdischen Tunnelsystemen aus wie er. Als sich dann auch noch Ex-Chef Georg überreden lässt, fehlt eigentlich nur noch das geeignete Vehikel. Da trifft es sich gut, dass Lea und Conny als Fahrerinnen bei einem Security- Unternehmen arbeiten. Und mit den Brüdern Axel und Bruno, Boris, Konrad und Karl hat Ossi endlich seine Elf zusammen. Was kann da jetzt noch schief gehen?

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