Original: Old Dogs
Regie: Walt Becker
Darsteller: John Travolta, Robin Williams
Laufzeit: 88min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Komödie (USA)
Filmstart: 14. Januar 2010
Bewertung: 9,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Seit Kindheitstagen gehen Dan (Robin Williams) und Charlie (John Travolta) gemeinsam durch dick und dünn – auf geschäftlicher Ebene in ihrer florierenden Sport Marketing-Agentur, aber auch in sämtlichen privaten Angelegenheiten. In Sachen Herzschmerz hat es Dan gerade heftig erwischt. Wie ein Hund leidet er unter seiner soeben vollzogenen Scheidung. Da hat Charlie, selbst eingefleischter Junggeselle, der niemals etwas anbrennen lässt, eine großartige Idee: ein Wochenende in Miami, um den Freund auf andere Gedanken zu bringen. Gesagt, getan.
Um Dans wiedererlangte Freiheit gebührend zu feiern, schleppt Charlie seinen Kumpel erst einmal in ein Tattoo- Studio. Dort soll er sich „Free Man“ auf seine breite Brust stechen lassen. Der Tattoo-Künstler ist Hispano Amerikaner und trotz aller gegenteiligen Beteuerungen des Englischen nur bedingt mächtig. Deshalb ist wenig später statt „Freier Mann“ „Freemont“ auf Dans zuvor schmerzhaft enthaarter Brust zu lesen – der Name einer kalifornischen Stadt. Nichtsdestotrotz haben die beiden viel Spaß.
Und Dan lernt auch prompt eine wunderschöne Frau namens Vicki (Kelly Preston) kennen, die er umgehend zum Traualtar führt, danach eine promilleselige Nacht mit ihr verbringt, nur um sich am nächsten Morgen heftig verkatert wieder von ihr scheiden zu lassen. Ein Glück, dass zu Hause in New York die Arbeit ruft ...
Sieben Jahre später.
Für Dan und Charlie ist heute ein großer Tag. Ein Riesen-Deal mit japanischen Multis steht kurz vor dem Abschluss. Dann ist da aber noch etwas. Vicki hat sich nach all den Jahren unvermutet gemeldet und will Dan unbedingt wiedersehen. Als er aufgeregt wie ein Schuljunge diese Nachricht seinem Kumpel erzählt, ist der sofort zur Stelle und schleift Dan zuallererst in ein Bräunungsstudio.
Dort kommt es zu einem kleinen Missgeschick, weil die Dame hinter dem Tresen so intensiv mit Schwerenöter Charlie flirtet, dass sie darüber vergisst, Dan rechtzeitig aus seiner Sprühkabine zu holen.
Das Ergebnis: statt dezent braunen Teints sieht er nun aus wie ein indischer Mitbürger und von einem solchen wird er auch prompt angesprochen. Dennoch ist die Wiedersehensfreude riesengroß und Vicki sieht immer noch blendend aus. Außerdem hat sie zwei Neuigkeiten parat, die Dan regelrecht umhauen.
Erstens: Sie muss zwei Wochen ins Gefängnis, weil sie als militante Umweltaktivistin gegen amerikanisches Recht verstoßen hat.
Zweitens: Dan ist Vater zweieiiger Zwillinge, das Ergebnis jener schicksalhaften Nacht in Miami. Vicki ist der Meinung, dass Emily (Ella Bleu Travolta) und Zach (Conner Rayburn) ein Recht darauf haben, ihren Vater kennen zu lernen. Und schon ist der damit völlig überforderte Dan, der viel besser mit Zahlen als mit Menschen umgehen kann, im Einsatz. Denn Zach genießt es sehr, endlich mit Daddy auf die Herrentoilette zu gehen, dort echte Männergespräche zu führen und nicht mehr mit Mama zu den Damen zu müssen.
Nur langsam gewöhnt sich Dan daran, Vater zweier aufgeweckter Kinder zu sein. Doch für seine Vicki würde er nun alles tun. Und das muss er nur zu bald unter Beweis stellen. Als er nämlich Vickis bester Freundin Jenna (Rita Wilson) beim Schließen des Kofferraums versehentlich beide Hände bricht, steht die völlig verzweifelte Mutter plötzlich ohne Babysitterin da. Wer soll denn nun die nächsten zwei Wochen auf ihre beiden Lieblinge aufpassen? Für Dan ist es eine Frage der Ehre, dass er diesen Job übernimmt. Weil er aber von Kindererziehung keinen Schimmer hat, muss sein bester Freund wieder herhalten. Der erklärt ihm nach kurzer Analyse, dass nach Abzug der Zeiten für Essen, Schule, Schlafen und andere Aktivitäten maximal 90 Minuten übrig bleiben, in denen man Vater spielen muss. Trotzdem besteht Dan auf dessen Hilfe, integriert ihn in seine Familie und macht ihn zu Onkel Charlie.
Dan nimmt seinen Job als Vater ernst. Verdammt ernst. Deshalb fährt er die zwei Kids so vorsichtig im Auto herum, dass er sogar von einer Straßenkehrmaschine überholt wird – was Charlie wiederum völlig übertrieben findet. Dafür bekommen beide ihr Fett ab, als sie mit Zach und Emily in einem Restaurant auftauchen und dort voller Freude in den Club der Großväter aufgenommen werden. Im Büro kommt Dan wegen der Kinder zu gar nichts. Aber auch Charlie lässt sich nur zu gern von seiner Arbeit ablenken. Er ist voll und ganz damit beschäftigt, der attraktiven Japanisch-Dolmetscherin Amanda (Lori Loughlin) schöne Augen zu machen. Ein Date mit ihr kommt aber nicht zustande. Denn am Abend steht sein Kumpel mit Zach und Emily vor der Tür und bittet um Nachtasyl. Grund: In Dans Etablissement sind Kinder leider verboten. Charlie bleibt nichts anderes übrig, als die Rasselbande in sein Designer-Appartement, das so ganz und gar nicht kindgerecht gestaltet ist, einzulassen.
Als am nächsten Tag die eigens einbestellten Handwerker kommen, um Charlies Wohnung in puncto Kindersicherheit auf Vordermann zu bringen, sind die vier schon über alle Berge. Denn an diesem Wochenende ist ein Pfadfindercamp angesagt. Darauf haben sich die Zwillinge schon lange gefreut. Und auch Dan und Charlie können sich mit dem Gedanken, wie in alten Zeiten ein wenig Spaß beim Zelten zu haben, durchaus anfreunden.
Nur haben sie dabei nicht mit dem gestrengen Pfadfinderführer Barry (Matt Dillon) gerechnet. Der verbietet nämlich nicht nur sämtliche elektronischen Geräte, sondern nimmt die beiden „Alten“ beim Extrem-Frisbee-Spiel in knallharter Football-Manier so richtig in die Mangel, bis sie jeden Knochen einzeln spüren. Beim anschließenden Tontaubenschießen revanchieren sich Dan und Charlie allerdings, indem sie sich an der hölzernen Statue des hoch verehrten Campgründers, dem Urgroßvater von Barry, vergreifen. Erst wird diesem durch einen gezielten Querschläger der Kopf fein säuberlich vom Rumpf getrennt und kurz darauf steht dann das komplette Denkmal in Flammen.
Zurück zuhause in New York.
Dan und Charlie sehen ja noch leidlich gut aus, gehören aber nicht mehr zu den Jüngsten. Deshalb leiden die beiden schon unter diversen Wehwehchen, die mit entsprechenden Pillen und Dragees behandelt werden müssen. Dumm nur, dass die Zwillinge in einem unbeobachteten Moment im Badezimmer durch ein Missgeschick die Medikamente vertauschen. Die verheerenden Folgen zeigen sich wenig später beim Golfspielen mit den japanischen Geschäftspartnern in spe. Während Dan plötzlich alles verzerrt sieht und so ziemlich jeden Gegenstand umrennt, der ihm im Weg steht, überkommt Charlie mit einem Mal eine unglaubliche Fresslust, unter der ein festlich dekoriertes Buffet arg zu leiden hat.
Zudem fehlt es Dan beim Golfen an Präzision. Denn anstatt seine Bälle Richtung Grün zu schlagen, landen diese im Unterleib seines bedauernswerten Assistenten Craig (Seth Green). Charlie ergeht es derweilen nicht viel besser. Ausgerechnet auf einer Trauerfeier entgleiten ihm seine Gesichtszüge und er muss mit einem dämlichen Grinsen, das Batmans Joker alle Ehre gemacht hätte, herumlaufen, was ihm nicht gerade Pluspunkte bei der ebenfalls anwesenden Herzdame Amanda einbringt.
Allem Unbill zum Trotz markiert Dan weiter mehr schlecht als recht den Parade-Daddy. Zach bringt er immerhin das Fahrradfahren bei und für seine Prinzessin Emily schlüpft er sogar in die Rolle des Märchenkönigs. Als Vicki wenig später aus dem Gefängnis entlassen wird, scheint das Familienglück vollkommen. Doch ausgerechnet da ist der millionenschwere Deal mit den Japanern unter Dach und Fach. Das bedeutet: Dan muss für mindestens sechs Monate nach Tokio. Jetzt steht er vor der Wahl – Karriere oder Kinder? Diese Entscheidung fällt ausgerechnet in einem Zoo, in dem die Zwillinge Geburtstag feiern und wo ein musikalischer Gorilla, wild gewordene Pinguine und ein fliegender Superheld nicht ganz unwesentliche Rollen spielen …