Morning Glory

DVD / Blu-ray / iTunes / Trailer :: Website :: IMDB (6,5)
Regie: Roger Michell
Darsteller: Rachel McAdams, Diane Keaton
Laufzeit: 108min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Komödie (USA)
Filmstart: 13. Januar 2011
Bewertung: 7,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Dass Becky Fuller (Rachel McAdams) kein Glück in der Liebe hat, wundert sie selbst am wenigsten: Als ambitionierte Produzentin einer lokalen Morgenshow in New Jersey hat sie einfach keinen Kopf für Romantik. Und Zeit dafür schon gar nicht: Jeden Tag steht sie pünktlich um ein Uhr dreißig auf, um die Sendung vorzubereiten und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Becky will Karriere machen und setzt darauf, endlich die seit einiger Zeit in Aussicht stehende Beförderung zu bekommen: Niemand beim Sender ist engagierter und ambitionierter. Als sie tatsächlich endlich zu ihrem Chef ins Büro gerufen wird, erwartet sie dort eine eiskalte Dusche: Wegen Restrukturierungsmaßnahmen des Senders und dringender Einsparungen wird ihre Stelle einfach wegrationalisiert. Becky Fuller ist 28 Jahre alt. Und sie steht auf der Straße. Beckys Mutter (Patti D’Arbanville) macht ihrer Tochter Vorhaltungen, sie habe sich mit ihren Vorstellungen von einer strahlenden Karriere selbst etwas vorgemacht, anstatt der Realität ins Auge zu blicken. Es sei einfach nicht in Ordnung, mit knapp 30 Jahren kein Leben zu haben, immer noch zu Hause im Elternhaus zu wohnen und einem Traum hinterherzujagen, der sich niemals erfüllen wird. Obwohl ihre Verzweiflung wächst und mit ihr die Angst, ihre Mutter könne mit ihrer Einschätzung richtiger liegen, als sie sich eingestehen will, schreibt Becky eine Bewerbung nach der anderen und verbringt die nächsten Tage damit, am Telefon alle erdenklichen Sender abzuklappern. Außer Spesen nichts gewesen: Sie erhält Absagen im Dutzend. Als sie die Hoffnung schon fast aufgegeben hat, erhält sie einen Anruf vom Programmchef des großen New Yorker Senders IBS, Jerry Barnes (Jeff Goldblum): Er befindet sich auf der Suche nach einem unerschrockenen Produzenten, der „Daybreak“ retten soll, die höchst erfolglose Morgenshow des Senders, die längst als Auslaufmodell gehandelt wird. Beim Vorstellungsgespräch gibt sich Becky alle erdenkliche Mühe, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Doch obwohl sie Barnes das Blaue vom Himmel verspricht, ist er nicht überzeugt. Im Gegenteil: Er lässt sie unmissverständlich spüren, dass er ihre Bereitschaft, sich für diesen Job sogar zu erniedrigen, peinlich findet. Beim Weg aus dem Gebäude steigt nicht nur der erfolgreiche Nachrichtenproduzent Adam Bennett (Patrick Wilson) zu Becky in den Fahrstuhl, sondern auch der sichtlich schlecht gelaunte Mike Pomeroy (Harrison Ford). Pomeroy ist eine Legende unter den klassischen Nachrichten-Anchors – und das ganz große Vorbild von Becky Fuller, die ihn über alles verehrt –, auch wenn sein Stern in einer veränderten Medienlandschaft, in der kein Wert mehr auf sauber recherchierte Nachrichten gelegt wird, im Sinken begriffen ist. Er ist ein Auslaufmodell, auch wenn er es sich nicht eingestehen will. Und er zeigt Becky, die ihm gesteht, ein großer Fan zu sein, brüsk die kalte Schulter und verlässt den Fahrstuhl ohne ein weiteres Wort. Becky solle sich nicht grämen, sagt Adam: Bei Pomeroy handele es sich um den drittschlimmsten Menschen auf der ganzen Welt. Als sie sich wieder auf dem Heimweg befindet, erhält Becky einen erneuten Anruf von Jerry Barnes. Er hat es sich noch einmal überlegt und bietet der jungen Frau den Posten bei „Daybreak“ an, auch wenn es ein schlimmer Job sei, die Bezahlung schlecht und überhaupt ein Himmelfahrtskommando, an dem man sich unweigerlich die Zähne ausbeißen müsse. Becky zögert keine Sekunde: Sie sagt zu. Sie sucht sich eine Wohnung in New York und macht sich am folgenden Montag auf den Weg zu ihrer neuen Arbeitsstelle. Dort muss sie, als sie von dem langgedienten Herstellungsleiter Lenny Bergman (John Pankow) herumgeführt und eingeweiht wird, schnell feststellen, dass „Daybreak“ im Ansehen des Senders ganz weit unten angesiedelt ist. Im Keller, buchstäblich: Die Produktionsräume befinden sich tatsächlich im Untergeschoss des Sendergebäudes. Alles sieht etwas heruntergekommen aus, als habe man längst jede Hoffnung fahren lassen, jemals wieder aus dem Quotenkeller herauszukommen. Becky lernt alle wichtigen Menschen der Sendung kennen. Colleen Peck (Diane Keaton) ist die langjährige Moderatorin der Show, eine ehemalige Schönheitskönigin aus Arizona und bekannt für ihre Oberflächlichkeit. Sie ist zu jeder noch so großen Ungeheuerlichkeit bereit, um die Sendung wieder ins Gespräch zu bringen. Absolut ungenießbar ist ihr Moderationspartner, der selbstgefällige und arrogante Paul McVee (Ty Burrell), der Becky wie einen Haufen Dreck behandelt und sie unmissverständlich spüren lässt, dass er nichts von ihr hält. Bei der ersten Besprechung des gesamten Teams entsteht schnell der Eindruck, Becky sei tatsächlich völlig überfordert. Wie eine Flutwelle brechen die Vorschläge und Wünsche ihrer Kollegen über sie herein. Doch Becky verblüfft alle Anwesenden: Sie hat sich jedes der zahllosen Ansinnen gemerkt und kann jedem Einzelnen die nötigen Auskünfte geben und Aufträge verteilen. Als dann verspätet Paul auftaucht und von ihr für sein unverschämtes Verhalten kurz entschlossen fristlos gefeuert wird, ist die Überraschung bei allen Anwesenden groß. Sie hat sich auch mit einem Paukenschlag den nötigen Respekt verdient. Jetzt steht Becky allerdings vor dem Problem, dass sie einen neuen Nachrichtenmann für „Daybreak“ an Bord holen muss. Sie sucht Rat bei Adam. Und dann hat sie die zündende Idee: Aufgrund einer Klausel in Mike Pomeroys Vertrag mit dem Sender kann sie den alten Anchor als neuen Moderator ihrer Morgenshow verpflichten, ohne dass er sich dagegen wehren kann. Zu dessen unverhohlenem Entsetzen: Morgenshows hasst Mike Pomeroy zutiefst. Wie dort Nachrichten mit Unterhaltungsinhalten verbunden werden, hält der Mann, der alles verabscheut, was auch nur im Entferntesten den Anschein macht, es könne putzig oder flauschig sein, für völlig inakzeptabel. Er macht auch unmissverständlich klar, dass er nicht für in seinen Augen sinnlose Segmente wie Kochempfehlungen oder Tiervorstellungen zu haben ist. Er verweist auf die zahlreichen Auszeichnungen, die er im Verlauf seiner Karriere bekommen hat, aber Becky bietet dem zornigen Mann im Maßanzug und den bunt geringelten Socken die Stirn und besteht darauf, dass Mike seinen Vertrag einzuhalten hat. Der große Tag ist da: Erstmals besichtigt Mike Pomeroy seinen neuen Arbeitsplatz. Aber sollte Becky gehofft haben, er habe sich wieder beruhigt und würde sich nun professionell fügen, dann hat sie sich getäuscht: Mikes Verachtung für „Daybreak“ ist Groß, ebenso wie seine Absicht, das Spiel nicht im Entferntesten mitzuspielen – und natürlich sind er und Colleen sofort verfeindet. Erstmals ist Becky wirklich ratlos. Als Adam, ein um schwärmter Produzent der Firma, sie zu einem Drink einläd, warnt er sie vor einer Zusammenarbeit mit Mike: Mike macht gerne alle Beteiligten das Leben zu Hölle indem er sich vor ungeliebten Jobs gerne mal betrinkt.. Aber eigentlich will Adam nicht über den Beruf reden, vielmehr hatte er die Verabredung als Date verstanden – Becky weist ihn in seine Schranken. Ein Mann, der sich wirklich und aufrichtig für sie interessiert? Unmöglich! Dann reißt sie sich zusammen: Tatsächlich findet auch sie Adam höchst attraktiv und man könne es ja langsam angehen lassen. Kurz darauf landen sie knutschend in Adams Wohnung. Doch bevor es zu mehr kommen kann, erfährt Becky, dass Mike wieder auf Sauftour ist. Unverdrossen macht sie sich in den New Yorker Bars auf die Suche nach ihrem Starmoderator – und findet ihn schließlich in höchst angeschlagenem Zustand. Sie bringt Pomeroy nach Hause und verbringt die Nacht auf seiner Couch, um sicherzustellen, dass er am nächsten Morgen pünktlich zur Arbeit erscheint. Schließlich ist es Mike, der Becky weckt. Rechtzeitig schaffen sie es zur Sendung, die zum Desaster gerät, weil Mike nicht die Absicht hat, nach den Regeln zu spielen. Er zeigt sich gelangweilt, verliest monoton seine Nachrichten, schweigt sonst aber, es sei denn, er kann Colleen eine verbale Ohrfeige verpassen. In den nächsten Wochen erblüht nur Beckys Privatleben: Adam nimmt die unermüdliche Dauerarbeiterin_so, wie sie ist. Aber mit „Daybreak“ geht es nicht bergauf, nicht zuletzt, weil Mike Pomeroy sich bockig zeigt. Schließlich wird Becky zu Jerry Barnes ins Büro zitiert. Er hat keine guten Nachrichten: Die Senderchefs haben beschlossen, „Daybreak“ abzusetzen und am Sendeplatz der Morgenshow stattdessen billige Wiederholungen zu zeigen. Verzweifelt erbettelt Becky einen Aufschub: Binnen weniger Wochen will sie sich am Erfolg messen lassen. Jerry willigt ein. Doch nun ist guter Rat teuer: Wie macht man eine Show zum Tagesgespräch, die von allen guten Geistern verlassen ist? Becky ist bewusst, dass Mike der Schlüssel zum Erfolg ist. Und schließlich hat sie eine Idee, wie sie den alten Nachrichtenmann auf ihre Seite ziehen kann ...

Kommentare

1Stephan-aus-HH13. Januar 20117/10
Die bissige Medienkritik fehlt leider viel zu sehr. Trotzdem ist Morning Glory eine der besseren Hollywood-Komödien - auch dank der guten Darsteller.