Micmacs - Uns gehört Paris!

Original: Micmacs À Tire-Larigot
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Darsteller: Dany Boon, Andre Dussollier
Laufzeit: 104min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie (Frankreich)
Filmstart: 22. Juli 2010
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Nordafrika in den 1970er Jahren. Durch eine Landmine wird der kleine Bazil (Noé Boon) zur Halbwaise. Über 20 Jahre später sitzt der groß gebliebene Junge im Sessel der Pariser Videothek, in der er arbeitet, und schaut sich zum wiederholten Male seinen Lieblingsfilm Tote schlafen fest mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall an. Plötzlich quietschen Reifen. Vor der Videothek findet ein Schusswechsel statt. Bazil läuft neugierig heraus. Eine Pistole fliegt durch die Luft, landet auf der Straße. Ein Schuss löst sich und trifft Bazil direkt zwischen die Augen. Im Krankenhaus sieht es der operierende Arzt ganz pragmatisch: „Hol ich die Kugel raus, wird er vielleicht zu Gemüse. Hol ich sie nicht raus, kann er jede Sekunde tot umfallen“. Eine Münze der OP-Schwester entscheidet über Bazils Schicksal: „Kopf!“ – die Kugel bleibt drin! Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sitzt Bazil buchstäblich auf der Straße. Sein Chef hat ihn durch eine hübsche, junge Frau ersetzt, seine Wohnung wurde vom Vermieter geräumt und seine Kleider haben auf magische Weise neue Besitzer gefunden. Bazil versucht, sich mit kleinen Tricks durchzuschlagen. Eines Tages lernt er dabei den Straßenhändler Canaille (Jean Pierre Marielle) kennen. Dieser gehört zu einer Truppe wundersamer Außenseiter, die mitten in Paris unter einer riesigen Schrotthalde in einer selbstgebauten Höhle aus ausgemusterten Gebrauchtwaren und Fundstücken wohnen. Die Goldsäcke in der sagenhaften Märchenhöhle Ali Babas bestehen bei MICMACS – DER GROSSE COUP DER KLEINEN LEUTE aus kleinen beweglichen Skulpturen und einer herzlichen Gemeinschaft liebevoll-skurriler Charaktere. Unter dem strengen Regiment der Köchin und selbsternannten Anführerin der Truppe, Cassoulette (Yolande Moreau), lernt Bazil auch die anderen Familienmitglieder dieser besonderen Gemeinschaft kennen: Calculette (Marie-Julie Baup) genügt ein Blick, um alle Maße und Gewichte zu errechnen; Mademoiselle Kautschuk (Julie Ferrier) passt wunderbar biegsam in jeden Kühlschrank; Bricàbrac (Dominique Pinon) besteht nicht nur aus Fleisch und Blut, sondern trägt jede Menge Ersatzteile in sich: Karbonfaser-Klammern in den Bronchien, eine Fahrradlampe im Magen und Titan im Rücken; Remington (Omar Sy) stammt aus Afrika, war dort Ethnograph und schreibt immer noch alles mit seiner alten Schreibmaschine nieder; und schließlich Petit Pierre (Michel Cremades), der es vermag, aus den gesammelten Schrottteilen und Fundstücken poetische Figuren zu bauen. Alltag kehrt in Bazils Leben ein und so könnte es ewig weitergehen, stieße er nicht eines Tages zufällig an zwei gegenüberliegenden Gebäuden auf die Firmenschilder der beiden Waffenkonzerne, die seine Lage zu verantworten haben. Zunächst versucht er, selbst zu den Bossen vorgelassen zu werden, um eine Entschädigung zu fordern – für die Kugel im Kopf und den toten Vater. Aber bullige Leibwächtersetzen Bazil unsanft vor die Tür. Doch Bazil gibt nicht auf und plant, es den Waffenhändlern heimzuzahlen – wenn auch mit ungewöhnlichen Mitteln. Er und seine Freunde schmieden einen großen Coup: Der Waffenlobby muss das Handwerk gelegtwerden, jemand muss ihnen eine Lektion erteilen! Den beiden Waffenhändlern, François Marconi (Nicolas Marié) und seinem Erzfeind Nicolas Thibault de Fenouillet (André Dussolier), wird ein fingierter Deal mit einem afrikanischen Diktator angeboten. Das große Geschäft witternd steigen sie darauf ein, ohne zu ahnen, welche Folgen das haben wird: Geschickt manipuliert Bazils Truppe die Überwachungskameras von Marconis Fuhrpark und amnächsten Morgen stehen statt der teuren und heißgeliebten Oldtimer vier akkurat aufgereihte Schrottautos vor der Tür. Und Nicolas Thibault de Fenouillets wertvolle Sammlung an sonderlichen Absurditäten, wie Marilyn Monroes Backenzahn oder Winston Churchills abgekaute Fingernägel, wird kurzerhand gestohlen. Als Täter kommt in den Augen der Waffenhändler natürlich nur der jeweilige Rivale in Frage und es beginnt ein absurder Krieg zwischen den beiden Firmen – während Bazils Truppe mit viel Fantasie fleißig weiter Öl ins Feuer gießt. Mit einer Riesenkanone soll zunächst Bricábrac als lebende Kugel in ein Waffenlager an der Seine geschossen werden, landet aber im Wasser. So bietet sich Bazil als Kanonenfutter an und es gelingt ihm mit Hilfe seiner Freunde und einem Glas voll kampfeslustiger Bienen die Angestellten abzulenken und eine Riesenladung Geschütze in der Seine zu versenken. Wutentbrannt lässt Marconi daraufhin bei Nicolas Thibault de Fenouille ein Waffenlager in die Luft jagen. Diverse Explosionen später dämmert es Marconi und de Fenouille dann doch, dass hier irgendetwas ganz gehörig schief läuft mit dem großen Geschäft und die beiden Gauner im feinen Zwirn planen nun gemeinsam gegen ihre unbekannten Gegner vorzugehen. Bazil haben sie bereits geschnappt und deshalb muss seine Truppe schnellstens Plan B in die Tat umsetzen… Ob Bazil noch die Chance hat, dabei die zart keimende Liebe zwischen ihm und Mademoiselle Kautschuk zu verwirklichen?

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