Original: Knerten
Regie: Asleik Engmark
Darsteller: Lisa Loven, Jan Gunnar Roise
Laufzeit: 75min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Abenteuer, Familie, Komödie (Norwegen)
Raus aus der Stadt heißt es für den kleinen Lillebror (Adrian Grønnevik Smith). Die Familie - Vater, Mutter und Bruder Phillip - zieht aufs Land. Die Stadt ist einfach zu teuer. Im alten wackeligen Auto geht’s los. Das völlig allein stehende „Traumhäuschen“ hat schon bessere Zeiten gesehen, aber der abenteuerlustige Lillebror genießt es, jeden Winkel zu entdecken, auch wenn er dabei durch die marode Decke plumpst. Nachdem die erste Neugier gestillt ist, findet er es ziemlich langweilig so ganz ohne Kinder zum Spielen.
Und dann passiert es: Als der Vater (JanGunnar Røise) Zweige vom Baum schlägt, purzelt eine Holzfigur zu Boden, genau vor Lillebrors Füße. Eine Art kleiner Pinocchio mit kugelrunden Augen. Zur großen Überraschung fängt der kleine Kerl an zu reden, er heißt Knerten und wird schnell Lillebrors einziger Freund. Lillebror hilft Knerten auch schon mal vom piekenden Ameisenhaufen hinunter und rettet ihn davor, vom Vater versehentlich im Kamin verfeuert zu werden und baut ihm ein Haus aus zwei Brettern. Abends erzählen sich die beiden im Bett Abenteuergeschichten, besuchen den Traumwald und erobern ihr eigenes Fantasiereich, wo sie gegen imaginäre Drachen kämpfen.
Der Vater verdient das Geld als glückloser Vertreter von Damenunterwäsche. Mutter (Perinelle Sørensen) und Lillebror nehmen den gelben Bus mit seinem lustigen Fahrer (John F. Brungot) und brausen ins Dorf. Beim Flirt mit dem Ladenbesitzer Eilertsen (Per Schaaning) stellt der sie prompt als Verkäuferin ein. So kann sie ein Zubrot für die Familie verdienen, was bei Lillebrors Vater nicht auf große Begeisterung stößt. Lillebror muss in der Zwischenzeit Knerten aus den Fängen zweier Mädchen retten, die ihn in ein Kleid und mit Puppe in einen Puppenwagen stecken, obwohl Knerten unter einer „Knutschallergie“ leidet. Mit einem Trick rettet Lillebror seinen Freund.
Da die Mutter nun arbeitet und keine Kinder im Laden geduldet werden, müssen Lillebror und Knerten draußen auf der Bank warten, egal ob die Sonne scheint oder der Regen prasselt. Das wird irgendwann öde und so nutzt das clevere Duo die Zeit, klaut hinterm Laden immer dieselben leeren Flaschen und holt sich das Pfand im Laden ab. Leider kommt ihnen Ladenbesitzer Eilertsen auf die Schliche. Also müssen die beiden wieder vor die Tür. Als die zwei Mädchen erneut auftauchen, läuft Lillebror weg zum alten Schreiner (Per Jansen), der ihm rät, ein Bett für Knerten zu bauen, und ihm dafür Geld gibt.
Stolz präsentiert Lillebror nun als richtiger Kunde das Geld im Laden und kauft die nötigen Nägel. So ganz überzeugt ist Knerten nicht von dem Fremden, er befürchtet, vom Schreiner an die Wand genagelt oder zersägt zu werden – eine falsche Befürchtung, ist der sympathische Brummkopf doch ein Künstler und Figurenschnitzer, der Lillebror in die Geheimnisse des Holzes einweiht. Auf dem Weg nach Hause geraten die Freunde in einen bedrohlichen und finstren Wald, und plötzlich begegnet Lillebror der Prinzessin auf dem Pferd wieder, die er schon bei der Reise aufs Land wie eine Fata Morgana bewundert hat.
Der Vater holt ihn aus dem Wald, in der Nacht bekommt Lillebror Fieber und Alpträume von Drachen, Ameisen und dunklen Mächten. Er bleibt am nächsten Tag zu Hause, wo ihn die gutmütige Tante namens „mal hier, mal da“ (Kjersti Fjeldstad) unter die Fittiche nimmt und sogar die Ameisen in der Wand couragiert mit dem Staubsauger bekämpft. Nur ihre Ankündigung, am Tag darauf ein Mädchen mitzubringen, beunruhigt Lillebror, der sich mit Knerten verbarrikadiert. Doch dann die Überraschung: das Mädchen entpuppt sich als die „Prinzessin“ und heißt Vesla (Amalie Blankholm Heggemsnes). Beim gemeinsamen Spielen sind sie und Lillebror bald ein Herz und eine Seele. Das ärgert Knerten, der mit Mädchen nichts anfangen kann und den Beleidigten mimt, sich dann aber überreden lässt mitzumachen. Lillebror darf mit Veslas Vater (Ole Johan Skjelbred-Knutsen) auf dem Pferd reiten, er bastelt Vesla eine Krone und ist so richtig glücklich – bis der Vater deprimiert von seiner Vertretertour zurückkommt, ohne eine einzige Socke verkauft zu haben.
Aus Geldnot droht der Hausverkauf. Bei der nächsten Tour begleitet Lillebror seinen Vater. Während der im Damengeschäft vergeblich seine Ware verkaufen will, geschieht ein Wunder: Aus einem roten Sportflitzer steigt eine wunderschöne Dame in goldenen High Heels und zerreißt sich die Strumpfhose. Lillebror reagiert schnell und verkauft ihr eine farbige Strumpfhose. Plötzlich wollen alle Frauen in der Kleinstadt farbige Strumpfhosen. Es rockt so richtig. Der Papa, jetzt der „Strumpfhosenkönig“, kauft erst einmal Delikatessen ein, schwingt das Tanzbein mit der Mama. Alle sind happy. Man darf eben niemals aufgeben!
Und Weihnachten feiert die Dorfgemeinschaft zusammen, Ladenbesitzer Eilertsen stellt allen seine temperamentvolle Flamencoflamme aus Spanien vor, Lillebrors Bruder Phillip (Petrus Andreas Christensen) küsst zum ersten Mal ein Mädchen, die verschwunden geglaubte „Prinzessin“ taucht nach einem Urlaub wieder auf. Gemeinsam tanzen alle um den Weihnachtsbaum, mittendrin Lillebror mit seinem Freund Knerten...