Original: Marieke, Marieke
Regie: Sophie Schoukens
Darsteller: Hande Kodja, Jan Decleir
Laufzeit: 82min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Belgien)
Filmstart: 28. Juni 2012
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Marieke ist ein bildhübsches Mädchen und zwanzig Jahre alt. Eine junge Frau, die noch bei ihrer Mutter lebt und gemeinsam mit ihrer besten Freundin in einer Brüssler Schokoladenfabrik arbeitet. Auf den ersten Blick führt Marieke ein normales Leben. Ihre geheime Obsession ist Sex mit sehr viel älteren Männern. Mit ihnen trifft sie sich nachts auf einsamen Parkplätzen, in heruntergekommenen Cafés oder in Luxushotels. Wie besessen fotografiert sie die alten, faltigen Körper. Die Bilder sind Erinnerungen, die ihr niemand nehmen kann. Als ihr Vater starb, war Marieke acht Jahre alt. Ihre Mutter, Jeanne, konnte ihr damals keinen Halt geben. Jeanne verbannte die Erinnerungen an ihren Mann, kein einziges Bild von ihm existiert in Mariekes Welt. Der Vater wurde zum Tabu.
Während Marieke ihr Glück bei ihren Geliebten, alle weit über sechzig, findet, wird Jeanne mit einem Mann aus ihrer Vergangenheit konfrontiert. Jacoby war der beste Freund ihres Mannes, sein Verleger und Jeannes Liebhaber. Zwölf Jahre nach dem Tod seines Freundes steht er vor ihrer Tür und möchte wieder Teil ihres Lebens werden. Auch zu Marieke sucht er Kontakt. Jeanne fühlte sich damals von ihm im Stich gelassen und kann bis heute weder ihm noch sich selbst verzeihen. Sie möchte ihn so schnell wie möglich wieder aus ihrem Leben verbannen, denn sie hat Angst, er könnte Marieke die Wahrheit über den Tod ihres Vaters erzählen.
Jeannes Welt wird jedoch nicht nur von Jacoby aus den Bahnen geworfen. Sie entdeckt auch die geheime Vorliebe ihrer Tochter. Angewidert von den Bildern beginnt sie, Marieke aus ihrem Leben auszuschließen, spricht kaum mehr mit ihr und versucht ihr aus dem Weg zu gehen. Marieke, die sich nach Nähe zu ihrer Mutter sehnt, flüchtet in erotische Abenteuer und begibt sich auf die Suche nach immer neuen Verehrern.
Ein charmanter älterer Herr, der in der Schokoladenfabrik für Unruhe sorgt, scheint wie geschaffen für sie. Marieke verabredet sich mit dem Unbekannten in einem kleinen Café. Anstelle einer neuen Affäre erwartet sie jedoch eine Konfrontation mit ihrer Vergangenheit. Der vermeintliche Liebhaber ist Jacoby. Er öffnet Marieke eine Tür zu Erinnerungen, die ihr bisher verschlossen war. Er führt sie in das Haus, in dem sie bis zum Tod ihres Vaters lebte. Die Umgebung ihrer Kindheit und Jacobys Erzählungen lösen in ihr einen Strom an Erinnerungen aus. Diese neuen Eindrücke führen zu einem Bruch zwischen Marieke und ihrer Mutter. Sie wirft Jeanne vor, sie der Erinnerungen an ihre Kindheit beraubt zu haben. Marieke kennt nur einen Ausweg, sie flüchtet.
Marieke zieht sich zu ihrer besten Freundin, Anna, zurück und sucht Halt in den Erinnerungen an ihre Liebhaber und in den Fotos von ihnen. Doch Anna entdeckt die Fotos. Sie kann Mariekes Vorliebe überhaupt nicht nachvollziehen. Anna will ihr junge leidenschaftliche Männer zeigen und so gehen die beiden gemeinsam auf eine Party. Zum ersten Mal lässt sich Marieke auf einen jungen attraktiven Mann ein. Die ungebändigte Leidenschaft, mit der er sie berührt, erschreckt sie. Angewidert stößt sie ihn von sich. Anna fehlt für Mariekes Verhalten jedes Verständnis. Es kommt zum Bruch zwischen den Freundinnen.
Marieke bleibt das Haus ihrer Kindheit als einziger Zufluchtsort. Dort trifft sie auf Jacoby, mit dem sie gemeinsam tiefer in ihre Erinnerungen eindringt. Langsam beginnt sich Marieke an den Tod ihres Vaters zu erinnern, immer mehr werden ihr die Umstände bewusst. Die Bilder aus ihrer Vergangenheit drohen sie zu erdrücken. Sie wird in ein Loch gezogen, tiefschwarz und bedrohlich. Ihr Leben liegt in Scherben vor ihr. Marieke muss einen Weg finden, mit ihren Erinnerungen zu leben.