Regie: Thomas Wendrich
Darsteller: Alexander Beyer, Annika Blendl
Laufzeit: 98min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Deutschland)
Filmstart: 26. Februar 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Marcus Lenk kehrt nach zweiundzwanzigjähriger Abwesenheit in sein Heimatdorf, Neusorge an der Elbe, zurück. In Tschechien zum Orgelbauer gereift, möchte er die Orgel der Neusorger Kirche restaurieren. In dem Ort will ihn außer dem alten Pastor Konrad niemand mehr erkennen. Selbst seine Mutter Maria, die strenge Leiterin des Waisenhauses, in dem er seine Kindheit verbringen musste, nimmt ihn nicht als ihren Sohn an. Bei dem Versuch, sich zu Erkennen zu geben, stößt er auf Ablehnung und Unverständnis. Marcus merkt, dass niemand an einem "Fremden" im Ort interessiert ist.
Er beginnt, die Orgel wieder aufzubauen. Dass sämtliche Orgelpfeifen verschwunden sind, ist dabei nicht das einzige Geheimnis der Bewohner, die versucht haben, sich in der neuen Zeit zu arrangieren. Maria führt das Waisenhaus nach den Regeln ihrer Vergangenheit. Hannes, sein Vater, seinerzeit angesehener Dichter der Zone, arbeitet verwirrt an einer Chronik seines verpfuschten Lebens.
Doch es gibt auch schöne Veränderungen. Sascha, ein alter Freund seiner Eltern, hat den Dampfer "Ernst Thälmann" zu einer Fischbar umgebaut. Auf diesem Schiff lernt Marcus die junge Kellnerin Alena kennen. Marcus verliebt sich unsterblich in die einzig andere Fremde in Neusorge, ein Gefühl, dass er bis dahin noch nicht kannte. Marcus spürt bald, dass Alena ein Geheimnis mit sich trägt, welches sie an diesen Ort geführt hat. Marcus erfährt, dass Alena ihren Sohn, Janek, in einer Notsituation weggeben hat. Sie ist hier, weil sie glaubt, ihn im Waisenhaus wieder zu finden. Marcus ist schockiert von dieser Tatsache. Sowohl, dass Alena ihr Kind weg gegeben hat, als auch, dass in Marias Waisenhaus "falsche" Waisenkinder untergebracht sind.
Je tiefer Marcus die gegenwärtigen Zustände untersucht, umso grausigere Tatsachen bringt er zum Vorschein: Der Unfall mit dem Panzer, den er vor 22 Jahren nutzte, um in ein neues Leben zu schwimmen, wurde kollektiv vertuscht. Die damals ums Leben gekommenen Waisenkinder starben offiziell gar nicht, die Leichen ließ man verschwinden. Der Pastor Konrad unterhält eine ominöse Nerzfarm und steckt die Erlöse in den Erhalt seiner Kirche. Saschas Dampferrestaurant entpuppt sich als eine getarnte Börse, an der die Kinder des Waisenhauses an Adoptiveltern aus aller Welt vermittelt werden.
Marcus taucht immer tiefer in seine eigene Vergangenheit und begreift nun, warum er als Kind instinktiv diesen Ort verlassen hat. Die Lieblosigkeit seiner Mutter, die er ertragen musste, war der Grund seiner Flucht. Die Lieblosigkeit beherrscht aber auch die Gegenwart. Marcus erkennt, dass er Alena beistehen muss, ihren Sohn zu finden. Als es schon fast zu spät ist, hilft Marcus ihr, sich und ihr Kind zu befreien.
So wie Marcus Stück für Stück die Orgel zusammengesetzt hat, hat er sich Stück für Stück an seine Vergangenheit herangearbeitet. Und durch die Liebe zu Alena schafft er es, sein Ziel zu erreichen. Er befreit sich von der Last seiner Erinnerung und stellt die Orgel wieder her, die wie der Fluss klingt, in dem er schwimmend vor Jahren geflohen ist. Doch dies ist nicht mehr wichtig, denn jetzt weiß Marcus, wie schön es ist, zu lieben und geliebt zu werden.