Kleine Verbrechen

DVD / Blu-ray / Trailer :: Website :: IMDB (6,0)
Original: Mikro eglima | Small Crime
Regie: Christos Georgiou
Darsteller: Aris Servetalis, Vicky Papadopoulou
Laufzeit: 88min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Komödie, Krimi (Deutschland, Griechenland)
Filmstart: 11. Juni 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Frisch von der Polizeischule wird der junge Leonidas auf eine entlegene griechische Insel versetzt, um dort für Recht und Ordnung zu sorgen. Doch in dem verschlafenen Eiland scheint man mit Recht und Ordnung überversorgt, denn sehr zum Leidwesen des ambitionierten Staatsdieners sind weit und breit weder organisierte Kriminalität noch schwere Kapitalverbrechen zu entdecken. Was würde Leonidas nicht dafür geben, in Athen bei spektakulären Verfolgungsjagden, Razzien und Großfahndungen dabei zu sein. Abgeschieden von der Hektik der Großstadt bleibt man hier unter sich und nimmt es auch nicht so genau mit bürokratischen Verkehrsregeln oder Genehmigungen. Die Inselbewohner lassen sich denn auch von dem übereifrigen Kommissar in spe nicht aus der Ruhe bringen, als der sie – in Ermangelung größerer Delikte – für das Überfahren roter Ampeln, Nacktbaden oder vergessene Führerscheine abmahnen und hinter jedem geparkten Wagen ein potentielles Schwerverbrechen wittern will. Bei Bienenstich und Milchreis bejubeln die Dorfbewohner lieber die schöne Angeliki, eine aus ihrer bescheidenen Mitte gewachsene Fernsehmoderatorin, die es in Athen zu Ruhm und Reichtum gebracht hat und der ganze Stolz der Insel ist, und lassen es sich bei Ouzo und Oliven so richtig gut gehen. In diesem sonnenverwöhnten und meeresumwogten Paradies kocht jeder sein eigenes Süppchen und ist der festen Überzeugung, dass alles so bleibt wie es immer schon war. Träge liegt die Insel auch an dem Tag unter der heißen Sonne, als die Leiche des Dorfbewohners Zacharias gefunden wird. Wie aus dem Lehrbuch sorgt Leonidas sogleich dafür, dass der Tatort generalstabsmäßig gesichert und die Leiche zum Kühlen in eine Eistruhe verfrachtet wird. Doch von einem Mord will niemand so recht etwas wissen: Unfälle unwahrscheinlichster Art werden vor Leonidas' Geist rekonstruiert, die erklären sollen, warum ein Mann kurz vor dem tödlichen Sturz von der Klippe noch ordentlich seine Schuhe auszieht und beiseite stellt. Jeder Dorfbewohner rückt mit einer eigenen Geschichte heraus, jeder meint, eine passende Erklärung für Zacharias Tod liefern zu können. Leonidas ist sich sicher: hier wird ein schlimmes Verbrechen verharmlost, wird ein Täter ungestraft davon kommen. Leider steht er mit dieser Meinung allein auf weiter Flur, und auch sein Vorgesetzter, der Polizeichef der Insel, will dem jungen Aspiranten energisch die verschwörungstheoretischen Flausen aus dem Kopf treiben. Als plötzlich die wunderschöne Angeliki wieder im Dorf auftaucht, kommen die Dinge in Bewegung. Sie und ihre Mutter scheinen in das Geheimnis um Zacharias' Tod verwickelt zu sein. Vor allem Frau Pleiades, Angelikis Mutter, weicht allen Fragen aus und hat offenbar etwas zu verbergen. Auch die Bürgermeisterin scheint vom Tod Zacharias' zu profitieren, denn auf seinem Grundstück sollte ein Ferienparadies entstehen, das dem seit langem rückläufigen Tourismus wieder gehörigen Schwung verpassen sollte. Fragen über Fragen türmen sich vor Leonidas auf: Warum sollte Zacharias, der die Insel wie seine Westentasche kannte, plötzlich von einer Klippe fallen? Ist Zacharias wirklich beim unachtsamen Fußballspielen mit einer Bierdose gestorben? Hat er, der eigenbrötlerische Einzelgänger, einen unbesohlten Freitod gewählt? Oder ist er bei der Flucht vor einer mit einer Wasserpistole bewaffneten Frau draufgegangen? Oder gar durch eine gezielte Aktion des amerikanischen Geheimdiensts, wie der Wirt bedeutungsschwer suggeriert? Leonidas kommt zu der Überzeugung, dass es sich um eine Verschwörung handeln muss. Das ganze Dorf scheint unter einer Decke zu stecken. Als einziger wirbelt Leonidas den überhitzten Inselstaub auf – bis aus sprichwörtlich heiterem Himmel die ersehnte Versetzung nach Athen eintrudelt – doch auch das kann kein Zufall sein. Das ganze Dorf macht einen verdächtig erleichterten Eindruck als Leonidas endlich das Schiff nach Athen besteigt. Doch in letzter Minute entschließt sich Leonidas, zu bleiben – nicht zuletzt, weil er sich Hals über Kopf in Angeliki verliebt hat. Gemeinsam unternehmen sie eine Reise in Zacharias' Vergangenheit und entdecken, dass dessen Geschichte mit ihren Lebensentwürfen überraschend viel gemeinsam hat. Wie Angeliki und Leonidas strebte er in die große weite Welt jenseits des kargen Insellebens und verpasste das Leben, das ihm die Inselexistenz beschert hätte – samt Familie, Heimat und Zusammenhalt.

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