Kein Bund fürs Leben

Original: Kein Bund fürs Leben
Regie: Granz Henman
Darsteller: Florian Lukas, Axel Stein
Laufzeit: 90min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie (Deutschland)
Verleih: Constantin Film
Filmstart: 30. August 2007
Bewertung: 7,7 (7 Kommentare, 7 Votes)
Endlich Abi! Und nun: Bundeswehr? Der 19-jährige Sebastian "Basti" Lämmle (FRANZ DINDA) hat in puncto Wehrdienstverweigerung ganz schlechte Karten: Denn die am Musterungstag gefakte Urinprobe, die ihm der clevere Drückeberger Schleifer (FLORIAN LUKAS) für teures Geld überlassen hat, entpuppt sich als wahrer Griff ins Klo. Denn wie ihm der Musterungsarzt grinsend bescheinigt, ist Basti einerseits zuckerkrank und andererseits – schwanger. Ergo: tauglich! Schnell wird zwar ein Verweigerungsschreiben aufgesetzt, aber dank der Hinterhältigkeit seines eifersüchtigen WG-Mitbewohners Martin (ARNE LENK) erreicht das Schreiben nie den Adressaten. Auf seiner eigenen Abi-Party, als er mit seiner scharfen Freundin Valesca (MAREN SCHEEL) gerade das Schlafzimmer zum Überkochen bringen will, wird Basti von Feldjägern überrascht und zur Kaserne eskortiert. Basti hat natürlich den denkbar schlechtesten Start beim "Bund" erwischt: Zum einen ignoriert der erklärte Pazifist das unverständliche Gebrüll des devoten Oberfeldwebels Keller (JAN HENRIK STAHLBERG), der prompt den gesamten Zug mit Liegestützen bestraft. Zum anderen legt sich Basti wenig später mit dem zackigen Kompaniechef Major Hauptmann (RONALD NITSCHKE) an, der auf einen "Zivi" wie Basti nur gewartet hat. Statt am Nachmittag wieder in den Armen von Valesca zu liegen, muss Basti nun die gesamte Prozedur einer nachträglichen Verweigerung durchlaufen und das dauert seine Zeit. O-Ton des sichtlich vergnügten Majors: "Acht Wochen. Mindestens." Und in dieser Zeit – das hat sich Major Hauptmann ganz oben auf seiner imaginären Liste notiert – will er Basti zu einem "echten" Soldaten machen. Mit gestutzten Haaren und Kampfanzug findet sich Basti in der Grundausbildung wieder; zusammen mit seiner chaotischen Stube Nummer 54 – einem Haufen echter Freaks: Da ist der bereits im Rahmen der Musterung erwähnte (Über)-Lebenskünstler Schleifer, der auf wahrhaft schlüpfrige Internet-Geschäftsideen mit getragenen String-Tangas der Sanitätssoldatinnen schwört; ferner der bebrillte Zonk (TILL TRENKEL), der zum BND will und jede Unterhaltung mit seinem Diktiergerät aufnimmt; der waffengeile Deutschtürke Nefzat (KAILAS MAHADEVAN), der leider nie das Ziel trifft; der angehende Aristokrat Justus (CHRISTIAN SENGEWALD), dessen Vater ihn enterbt, wenn er nicht die "segensreiche" Erfahrung Bundeswehr macht; und schließlich Ufo (AXEL STEIN), ein maulfauler, unberechenbarer Sonderling mit einer seltsamen Affinität zu Schafen. Sie alle können Basti auf Anhieb nicht ausstehen – gleiches en retour. Eine tolle Basis für die nächsten Wochen, die grauenhafter nicht sein können: marschieren, schießen, Stiefel putzen, marschieren, schießen, Stiefel putzen, marschieren... Als wäre das nicht genug, muss Stube 54 zu einer Übung gegen die aufgepumpten Testosteron-Monster der US-Nachbarkompanie von Major Ridgeley (CARSTEN NORGAARD KRISTENSEN) antreten, um das traditionelle deutsch-amerikanische Manöver einzuleiten, das die Grundausbildung beendet. Das Gefechtsszenario stellt eine simulierte Geiselnahme dar. Doch beim Test der hochmodernen Simulations-Ausrüstung schaffen es Basti und seine chaotischen Kollegen nur, sich unter dem Gelächter der GIs nach fünf Minuten selbst zu "eliminieren". Und dann fackeln sie auch noch versehentlich die US-Flagge ab. Eine Schande für die Kompanie und besonders für Major Hauptmann, der vor seiner Pensionierung endlich einmal gegen die Amis punkten wollte. Die freien Wochenenden sind also erstmal bis auf Weiteres gestrichen. Stattdessen ist die totale Ausbildungshölle angesagt, denn Hauptmann hat sich geschworen, die Jungs nicht nur zu bestrafen, sondern auch topfit zu kriegen. Als allerletzter Ausweg käme höchstens "KZH bis DZE" in Frage: krank zu Hause bis Dienstzeit Ende. Doch die hübsche Sanitäterin Jana (OONA DEVI LIEBICH) ist leider gnadenlos gewissenhaft und lässt Basti trotz dessen Charmeattacke cool auflaufen. So schleppen sich Basti und seine Kameraden Kilometer um Kilometer mit maximalem Marschgepäck über den Hindernisparcours, schrubben Hauptmanns geliebten Oldtimer-Panzer und kriechen auf allen vieren durch den Schlamm. Nach einem von Basti verursachten Eklat bei einer binationalen Kinovorstellung, auf der statt "Saving Private Ryan" der Porno "Saving Ryan's Privates" gezeigt wurde, beweist jedoch die Stube 54, beeindruckt von Bastis Mut, was echte Kameradschaft bedeutet und bekennt sich ebenfalls schuldig. So dämmert Basti langsam, dass seine Mini-Truppe vielleicht doch gar nicht so übel ist. Selbst auf dem Kasernenplatz zeigt Stube 54 Fortschritte und, nachdem der Trainingsparcours in durchaus zufriedenstellender Zeit bewältigt wurde, werden die Jungs zur Belohnung ins erste freie Wochenende entlassen. Als aber Basti voller Vorfreude die heimische WG-Wohnungstür aufreißt, erwischt er Valesca und Martin in einer äußerst unmissverständlichen Situation. Martin hat während Bastis Abwesenheit nämlich Valescas kleine Schwäche ausgenutzt: nur ein paar Tropfen Alkohol und das unschuldige Blondchen wird zum wilden Tier. Seine Stubengenossen in der Kaserne organisieren für den niedergeschlagenen Basti als Aufmunterung eine große "Panzer-Party", zu der sogar alle Sanitäterinnen inklusive Jana gekommen sind. Und zu Bastis Überraschung entpuppt sich diese keineswegs als spaßresistente Söldnerin. Am Ende des Abends gerät die Lustbarkeit jedoch aus allen Fugen, als der Lieblingspanzer des Chefs für eine Spritztour verwendet wird und Basti versehentlich eine Granate damit abfeuert. Denn diese schlägt dummerweise direkt in die Sanitäranlagen der US-Kaserne ein, was die Amis als Anschlag interpretieren. Sie verhaften prompt die Stube 54, die am besten gleich nach Guantanamo verlegt werden soll. Es gibt nur eine Möglichkeit, der Kollektivstrafe auf Kuba zu entgehen und insbesondere Jana vor einer unehrenhaften Entlassung aus der Bundeswehr zu bewahren. Ridgeley, der schon ewig seine Finger nach Major Hauptmanns Panzer ausstreckt, schlägt eine Wette vor: Gewinnt Stube 54 das Manöver gegen seine GIs, ist die Sache mit den explodierten Latrinen nie passiert. Verlieren die Deutschen, muss Major Hauptmann seinen geliebten Panzer abtreten. Leider haben die deutschen Rekruten bisher noch nie gegen die Amerikaner in einem Manöver gewonnen. Und diese Last liegt nun ausgerechnet auf den Schultern von Bastis Stube, die sich ja bisher nicht gerade als heldenhaft und soldatisch entpuppt hat…

Kommentare

(7) MistaRomantika vergibt 3 Klammern · 03. Oktober 2007
naja überhaupt nichts mit der bundeswehr zu tun, da der film überhaupt nichts mit der wirklichkeit zu tun hat.. naja die witze waren auch nicht wirklich neu... 3 punkte und das ist auch noch gut...
(6) eXerror vergibt 10 Klammern · 16. September 2007
Ein äußerst gelungener und witziger Film! Schade nur, dass Axel Stein in seiner Rolle so in den Hintergrund gedrängt wird.. Spaßfaktor 10/10!
(5) T-Flow vergibt 8 Klammern · 10. September 2007
Geil! Ich hatte eigentlich kaum große Erwartungen an den Film und wurde positiv enttäuscht. Ich hab Tränen gelacht und kam aus dem Lachen teilweise nicht mehr raus. Nur der Schluss war bissel dämlich mit dem Gesang...
(4) coy9 vergibt 10 Klammern · 02. September 2007
herrlich zum abfeiern und abschalten ein muss für komödienliebhaber
(3) k87780 vergibt 8 Klammern · 02. September 2007
Endlich mal eine wirklich gute deutsche Komödie. Axel Stein als Ufo is wirklich gut gelungen....man kann gut ablachen. Der Gang ins Kino lohnt sich auf jeden Fall.
(2) Jonny-JX vergibt 8 Klammern · 31. August 2007
Der Film war ziemlich genau das, was ich erwartet hatte. Man kann eigentlich die meiste Zeit gut ablachen und geht nachher sehr locker aus dem Kino. Man sollte allerdings von vorherein kein cineastisches Meisterwerk erwarten, sondern - zu gegeben mal sehr gelunge - deutsche Comedy. Natürlich geht auch mal wieder genug unter die Gürtellinie, wie sollte es auch sein...und heute unser Kasernen-Kinoabend: "Saving Ryan's Private" ^^ Auch wenn der Film nicht geplant war..."schieß, schieß, schieß,..."
(1) vigenzo vergibt 7 Klammern · 18. August 2007
Tendenziell ein besserer Vertreter der deutschen Komödie. Und endlich mal ein Film, in dem die Anwesenheit Axel Steins nicht nervt, sondern passt. "Wir sind keine Loser, wir sind Deutsche! Wenn wir Loser wären, hätten wir dann die beiden Weltkriege gewonnen?"