Original: Kaddisch für einen Freund
Regie: Leo Khasin
Darsteller: Neil Malik Abdullah, Sanam Afrashteh
Laufzeit: 94min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Deutschland)
Filmstart: 15. März 2012
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Seit vier Jahren lebt der vierzehnjährige Palästinenser Ali mit seiner Familie, die im Krieg alles verloren hat, in Deutschland. Hier steht ihre Duldung noch auf wackeligen Beinen, da der Krieg im Heimatland vorbei ist. Dennoch dürfen sie vorerst aus dem Asylheim raus und eine eigene Wohnung am Mehringplatz beziehen, wo Alexander Zamskoy direkt über ihnen wohnt. Ziemlich schnell kommt es zu einer ersten Begegnung, bei der Ali eine entscheidende Entdeckung macht: Alexander ist Jude.
Der 84-jährige russisch-jüdische Immigrant Alexander weigert sich, in ein Altersheim zu gehen. Er möchte die letzten Tage würdig in seiner leicht heruntergekommenen Wohnung verbringen. Seine Pflegerin, die regelmäßig bei ihm vorbeischaut, hat große Sympathie für den alten Kauz, aber sie ist sicher, dass ihn das Sozialamt in ein Heim steckt, wenn er die Wohnung nicht bald auf Vordermann bringt.
Ali ist neu in der Gegend und sucht Anschluss bei den Jugendlichen, die er über seinen Cousin Younes kennenlernt. Aber er hat es nicht leicht in der archaischen Ordnung der Gruppe. Deshalb drängen sie ihn zu einer Mutprobe: er soll in die Wohnung seines Nachbarn Alexander einbrechen. Als er mit seinen neuen Freunden in der Wohnung ist, geraten die gewaltbereiten Jugendlichen in einen Rausch und zerstören alles. Alexander kommt unerwartet nach Hause und überrascht die Einbrecher. Die Jugendlichen fliehen, während sie der alte Mann aufzuhalten versucht. Den einzigen, den er schnappen kann, ist Ali, der sich aus seinem Griff befreit, dabei aber einen seiner neuen Turnschuhe verliert, die ihm sein Vater gerade erst gekauft hat. So behält Alexander ein eindeutiges Beweisstück, um den Einbrecher zu überführen.
Ali droht nun ein Strafverfahren und der Familie die Abschiebung aus Deutschland. Die Mutter, die mit ihm zur Polizei muss, beschließt, ihren Sohn vor dem cholerischen Vater zu decken. Gleichzeitig versucht sie das Problem auf ihre Weise lösen. Sie schleppt ihren widerspenstigen Sohn zu Alexander und beschwört diesen seine Anzeige zurückzuziehen. Der alte Nachbar geht nur unter einer Bedingung auf die Bitte der Mutter ein: Ali muss seine gesamte Wohnung auf Vordermann bringen.
Anfänglich gerät das ungleiche Duo schnell aneinander. Erst allmählich bricht das Eis. Je mehr sie von der Geschichte des anderen erfahren, desto mehr erwächst Sympathie und es entsteht ganz langsam gegenseitiger Respekt. Auch als ehemaliger Boxer gewinnt Alexander Alis Anerkennung. Der Kriegsveteran lehrt Ali, sich in der Gemeinschaft zu behaupten und lobt darüber hinaus sein zeichnerisches Talent. Alexander selbst lernt Toleranz gegenüber dem neuen arabischen Freund. Nach und nach beginnen sie, die neue Freundschaft auch im eigenen Umfeld zu verteidigen.