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DVD / Blu-ray / iTunes / Trailer :: Website :: IMDB (7,1)
Regie: Ulrich Seidl
Darsteller: Susanne Lothar, Natalia Epureanu
Laufzeit: 136min
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Drama (Österreich)
Filmstart: 18. Oktober 2007
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Snizne, Ukraine Olga arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus in der Ukraine. Durch eine menschenleere Schneelandschaft läuft sie zur Bushaltestelle, im Hintergrund anonyme Betonburgen. Im Krankenhaus gibt es nicht einmal fließendes Wasser, denn die Leitung ist eingefroren. Ein Baby wird an eine Infusion gehängt. Es wimmert und ringt nach Luft. Nach getaner Arbeit stellen sich die Schwestern in einer langen Reihe an, um ihren Lohn ausbezahlt zu bekommen. Wieder, wie schon im Vormonat, gibt es nur 30% des vereinbarten Gehalts: zu wenig zum Leben für Olga und ihr kleines Kind. So kann das Leben nicht weitergehen. Wien, Österreich Ein weites, leeres Übungsgelände in einer Schottergrube am Stadtrand. Ein strenger, lauter Ausbilder trainiert acht junge Typen, die „Security“- Männer werden wollen. Der Ausbilder triezt sie, nimmt sie hart ran, bringt sie an ihre Grenzen. Einer von ihnen ist der Österreicher Pauli, der alleine in seinem kleinen Zimmer weitertrainiert. Boxen, Tritte, alles was man braucht, um ein guter Security-Mann zu werden. Er balgt sich mit seinem Kampfhund Caesar im Schnee. Das gefällt beiden. Als er den Hund mit zu seiner Freundin in die Wohnung bringt, reagiert diese panisch und flieht auf den Balkon. Caesar macht ihr entsetzliche Angst. Sie verzeiht es Pauli nicht, dass er trotz ihrer Angst den Hund einfach in ihre Wohnung bringt und wirft ihn schließlich samt Hund aus der Wohnung. Ukraine Olga hat sich sexy herausgeputzt. Sie trägt ein enges schwarzes Jäckchen, knapp anliegende, knielange Hosen und weiße, spitze Lackstiefeletten. Sie will es in einem anderen Job versuchen, dort ist bereits eine Freundin von ihr untergekommen. Hier arbeiten die Mädchen in Boxen, räkeln sich nackt vor Computerbildschirmen, während ausschließlich österreichische Männer zu hören sind, die den Mädchen per Telefon ihre Wünsche durchgeben. Sie probiert es aus. Ihr erster Kunde ist ein analfixierter Österreicher, der ihr Gesicht nicht sehen will und sie permanent anschreit. Olga wirkt überfordert. Der Job ist doch schwerer als sie dachte. Wien Pauli bei der Arbeit. Er schiebt Wachdienst in einer Tiefgarage. Auf einmal umringt ihn eine jugendlichen Gang. Sie sind zu fünft, er hat keine Chance. Sie demütigen ihn, ziehen ihn bis auf die Unterhose aus, kippen "echt österreichisches" Bier über ihn und tanzen im Kreis um ihn herum. Das ist extrem demütigend und bedeutet gleichzeitig das Ende seines neuen Jobs. Ukraine / Wien Olga verabschiedet sich von ihrer Freundin. Sie tanzen in einem Restaurant, zwischen den anderen Gästen. Nachts packt Olga einen kleinen Koffer. Sie will unbemerkt gehen, doch ihre Mutter wird wach. Wortlos umarmen sie sich, bevor Olga aufbricht. Sie nimmt den Zug nach Wien. Am Bahnhof holt sie eine Freundin ab, bei der sie wohnen kann. Im Ausbildungsunterricht einer Reinigungsfirma wird Olga und den anderen Anwärterinnen alles genauestens erklärt.WIEN Pauli ist wieder arbeitslos. Er trifft seinen Stiefvater Michi am Bahnhof, der noch 170 Euro von ihm bekommt. Pauli hat kein Geld, um seine Schulden zu bezahlen. Er macht ein Seminar mit, in dem man lernt, wie man sich richtig bewirbt. Der optimistische Trainer setzt ganz auf sein Erfolgsmotto LMAA – „Lächle mehr als andere“. Er lässt eine Teilnehmerin seines Seminars ein fiktives Bewerbungsgespräch am Telefon führen, in dem sie sich als Putzfrau vorstellen soll. Sie wirkt alles andere als überzeugend, doch der Trainer lobt sie, und sie freut sich: „Ich bin Sieger, ich bin Sieger, ich bin Sieger.“ Wien Olga hat eine Stelle in einem Haushalt gefunden. Die Hausherrin zeigt ihr akribisch genau, was sie zu tun hat. Olga soll einem ausgestopften Fuchskopf die Zähne putzen. Keine einfache Aufgabe. Sie muss sich vom Sohn der Familie anschreien lassen, der behauptet, sie habe sein Handy geklaut. Die Mutter des Jungen, Olgas Chefin, verbietet ihr, mit dem Kind zu diskutieren. Olga sagt nichts, sie gehorcht. Nachts betet sie in ihrem Zimmer im Keller des Hauses, sie ist im Waschmaschinenraum des großen Hauses untergebracht. Die Hausherrin sieht es nicht gern, dass Olga sich gut mit ihren Kindern versteht. Sie treibt die Kinder aus Olgas Zimmer, dort dürfen sie sich nicht aufhalten. Argwöhnisch beobachtet die Hausherrin durch ein Fenster Olga und ihre zwei Kinder, wie sie im Schnee tollen und sich balgen. Die Hausherrin kündigt Olga ohne Erklärung. Wien / Slowakei Der Stiefvater hat für Pauli einen neuen Job organisiert. Gemeinsam sollen sie alte Kaugummi- und Videoautomaten in der Slowakei und der Ukraine aufstellen, das sei ein Bombengeschäft. Sie machen sich auf den Weg. Der Ertrag ist sehr mager, die Gegend äußerst karg. Abends sitzen sie gemeinsam in der Kneipe. Michi macht eine blonde Slowakin an, Pauli ist davon genervt. Er soll zwischen seinem Stiefvater und der Frau dolmetschen, weigert sich aber. Er will dem Stiefvater nicht auch noch dabei behilflich sein, andere Frauen anzubaggern. Michi prahlt, dass er alle Frauen „gepudert“ habe, als er jung gewesen sei. Pauli hat daran kein Interesse, er erwidert: „Ich habe meine Harmonie, vor allem dann, wenn du mich in Ruhe lässt.“ Pflegeheim Lainz, Wien Olga hat einen neuen Job gefunden, als Raumpflegerin in einem Altenpflegeheim. Sie putzt und spendet den Alten Trost, indem sie ihnen zuhört, ihre Hand nimmt. Doch schon bald wird sie dafür gerügt. Sie darf die Patienten nicht anfassen, sie habe ausschließlich sauber zu machen. Dass sie in der Ukraine Krankenschwester war, interessiert niemanden, vor allem nicht Schwester Maria, der Olga von Anfang an ein Dorn im Auge ist. Sie unterstellt Olga sogar, dass sie sich den Patienten Erich Schlager als Opfer auserkoren hätte, um diesen zu heiraten, damit sie leichter in Österreich bleiben könne. Kurze Zeit später macht Erich Schlager Olga das Angebot, sie tatsächlich zu heiraten. Olga lehnt dankend ab, er sei „viel zu alt für sie“. Slowakei Michi und Pauli kommen in eine Vorstadt, in der ausschließlich Roma wohnen. Eine Gegend, in der man besser nicht aus einem Auto mit österreichischem Kennzeichen aussteigen sollte. Michi zwingt Pauli zu einer Art Mutprobe: Er soll alleine in das vor ihnen liegende Haus gehen, dafür würde er ihm zwanzig Euro seiner Schulden erlassen. Pauli hat überhaupt keine Lust auf solche Spielchen, aber ihm bleibt keine Wahl. Wenige Sekunden später wird er von einigen Typen umringt, die ihm ein blondes Mädchen für fünfzig Euro die Stunde anbieten. Pauli will nicht, er hat ohnehin kein Geld. Als die Männer das begreifen, werden sie sauer. Pauli kann in den Lieferwagen flüchten, der bereits von Dutzenden von Kindern umringt wird. Pauli und sein Stiefvater fahren los und werfen dabei die Automaten-Kaugummis aus dem Auto, um die Kinder abzulenken. Pflegeheim Lainz, Wien Die Alten jammern vor sich hin, eine alte Frau ruft unentwegt „stinkt, stinkt, stinkt“. Eine andere wispert mit hohem, dünnen Stimmchen „Wer bringt mich zu meiner Mutter?“ Olga ruft ihr Kind an, heimlich, von einer Besenkammer aus. Sie singt ihm ein Lied vor, legt auf. Herr Schlager macht ihr erneut das Angebot, sie zu heiraten. Heimlich geht sie mit ihm in den Wäscheraum des Krankenhauses, tanzt mit ihm zu russischen Schlagern im Stil der 30er Jahre, zu Liedern aus ihrer Heimat. Uzgorod, Ukraine Michi und Pauli beziehen ein Zimmer in einem billigen Intourist-Hotel. Der Fernseher funktioniert nicht, die Heizung ist kalt. Michi macht großspurig die Ankündigung, dass jetzt die drei „Bs“ an der Reihe wären: „Brunzen, Bier, Pudern“. Pauli und Michi gehen in die Hotelbar und betrinken sich. Michi spricht ein sehr junges, aufgetakeltes Mädchen an und beginnt in ihrem Beisein, unschön über sie zu reden. Er nimmt sie in das Hotelzimmer. Als Pauli reinkommt, kniet das Mädchen bereits auf dem Boden und streckt Michi ihren nackten Hintern entgegen. Michi will Pauli die „Macht des Geldes“ demonstrieren… Pflegeheim Lainz, Wien Erich Schlager ist tot. Er hatte einen Herzinfarkt und liegt nun im Totenzimmer. Olga sieht ihn sich ein letztes Mal an, nimmt Abschied von ihm. Es gibt eine Faschingsfeier im Pflegeheim. Die apathischen Insassen tragen blinkende Satanshörner oder lächerliche Hütchen auf dem Kopf. Auch die Pfleger und Angestellten haben sich verkleidet. Die Räume sind dekoriert mit Girlanden. Pfleger Andi will mit Olga tanzen. Die will erst nicht, dann doch. Schwester Maria ist eifersüchtig. Sie passt Olga im Gang ab und stürzt sich auf sie, prügelt sich mit ihr. Doch Olga ist stärker. Ukraine Pauli verlässt das Hotel und trennt sich von Michi. Er wirft sich seine kleine Reisetasche über die Schulter und beginnt bei den Leuten auf dem Großmarkt nach einem Job zu fragen. Doch es gibt keinen für ihn. Pauli läuft wieder los, die Strasse entlang, versucht zu trampen. Pflegeheim Lainz, Wien Die Reinigungskräfte sitzen gemeinsam in der Wäscheküche und lachen. Im Krankenzimmer ist es Nacht geworden. Es ist ruhig. Die Ruhe wird von einigen Wortfetzen durchbrochen. Man hört „Stinkt, stinkt, stinkt“, „Wer ist da?“ und eine Stimme die erwidert: „Hör auf zu schreien“. Dann wird es still. Vor der Abblende hört man dreimal leise die Worte: „Tod. Tod. Tod.“

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