Fleisch ist mein Gemüse

Original: Fleisch ist mein Gemüse
Regie: Christian Görlitz
Darsteller: Maxim Mehmet, Martin Brauer
Laufzeit: 101min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Deutschland)
Filmstart: 17. April 2008
Bewertung: 10,0 (3 Kommentare, 1 Vote)
Hamburg, Harburg – irgendwann gegen Mitte der 80er Jahre. Für den 25jährigen Heinz Strunk (Maxim Mehmet) ist alles schwer und sein Ziel ein erfolgreicher Musikproduzent zu werden unendlich weit entfernt. Zusammen mit seiner Mutter (Susanne Lothar) lebt er in einem winzigen kleinen „Zwergenhaus“ inmitten einer „Zwergensiedlung“. Ein weiterer Fernsehabend ist beendet. Umgeben von leeren Bierflaschen und vollen Aschenbechern sind Heinz und seine Nachbarin Rosi (Livia S. Reinhard) vor dem ARD-Testbild schlafend zusammengesunken. Erst als Heinz’ Mutter die beiden unsanft mit ihrem Violinspiel weckt, kommt wieder Leben ins Zwergenhaus. Während sich Rosi aufrafft, entbrennt zwischen Mutter und Sohn der immer gleiche Streit, um Heinz Zukunft. Ein Jahr später ... Hochstimmung im Fährhaus Seevetal. Während sich 100 vergnügungssüchtige Senioren gegenseitig über das Tanzparkett schieben, läuft die Showkapelle ‚Tiffanys’ zu Höchstform auf. Bandleader Gundolf ‚Gurki’ Beckmann (Andreas Schmidt) feuert die älteren Semester mit zotigen Sprüchen an. An Bass, Schlagzeug und Keyboard machen seine Bandkollegen Norbert (Oliver Bröcker), Torsten (Martin Brauer) und Jens (Jona Mues) derweil gute Mienen. In einer Spielpause hängt sich Gurki umgeben von Oldie-Groupies ans Telefon, um Heinz als fünftes Bandmitglied und Saxophonist anzuheuern. Doch im Zwergenhaus ist der Teufel los, denn Mutter hat die Polizei alarmiert, weil sie sich Sorgen um Rosi macht. Heinz versucht erfolglos zu beschwichtigen, während er mit einem Ohr versucht Gurki zu folgen. Kurz nachdem er aufgelegt hat, bricht Mutter mit einem weiteren Anfall zusammen. „Du liegst mir am Herzen“ singt Heinz leise und wiegt sie in den Armen, bis der Notarzt eintrifft. Bei der ersten Probe mit Tiffanys geht’s hoch her. Musikalisch läuft es geschmeidig. Heinz holt alles aus seiner „Rotzkanne“ (Saxophon) raus. Gurki ist baff und Heinz hat den Job, auch wenn er dem Humor nicht folgen kann. Trotzdem verabreden sich die Tiffanys zu dem ersten gemeinsamen Auftritt in Moorwerder. Hauptsache frisch rasiert und gut gelaunt! Der Besuch bei Mutter im Krankenhaus verläuft deprimierend. Sie verfällt immer mehr in Wahnvorstellungen und erkennt Heinz kaum noch. Doch er gibt sich größte Mühe sie zu beruhigen. Zum Tiffanys-Auftritt bei der Hochzeitsfeier in Moorwerder erscheint Heinz verspätet und wird von der trinkseligen Dorfjugend bereits mit Prügel und dummen Sprüchen empfangen. Verwirrt versucht er sich den Weg zur Bühne zu bahnen, auf der Gurki derweil das fehlende Saxophon mit Gag-Dauerfeuer wettmacht. Als Heinz endlich bereit ist, hauen die Tiffanys getreu ihrem Motto „Vorhang auf – ihr Fest beginnt“ in die Saiten. Erst jetzt merkt Heinz in was für einem Irrenhaus er gelandet ist. Stumpf spielt er seinen Stiefel runter. Nichtsdestotrotz ist Gurki zufrieden, wie Heinzer „abgeliefert“ hat und zahlt ihm 400.- Mark in bar aus. Nicht ohne ihn mit einer seiner typischen Weisheiten zu entlassen: „Nicht viel, aber weniger ist oft mehr, verstehst du - gerade in unserem Geschäft“. Heinz versteht nicht. Zurück im Zwergenhaus, findet Heinz spätnachts Rosi in der Hollywoodschaukel im Garten vor. Auch ihr Verhalten wird immer seltsamer, ganz abgesehen davon, dass sie mittlerweile Kette raucht. Mit Mutter geht es weiter bergab. Im wahrsten Sinne, denn mit einem Sprung aus dem Krankenhausfenster will sie ihrem kümmerlichen Vogelmutterleben ein Ende bereiten. Doch sie verletzt sich nur schwer und muss noch länger am Leben bleiben. Nun hat Heinz auf lange Sicht sturmfreie Bude und nutzt die Zeit, um seine Karriere als Hitproduzent voranzutreiben. Auf eine Anzeige hin flattern ihm die Sängerinnen nur so ins Haus, doch die meisten entsprechen nicht seinen hohen Erwartungen. Bis Anja (Susanne Bormann) an der Tür klingelt. Die blond Schönheit hat es Heinz sofort angetan. Anja singt und Hitproduzent Heinz dreht die Knöpfe an seinem Mini-Mischpult. Seine Liebe geht sogar so weit, dass jede Session mit Hackbällchen Serbischer Art endet, die Heinzer formvollendet in Mutters Schürze serviert. Doch das gemeinsame Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Anja beendet die Karriere, bevor sie begonnen hat. Heinz ist (wieder mal) am Boden zerstört und sucht vorerst Trost in einem Flirt mit Tiffanys-Groupie Sonja (Nikola Kastner), mit der er auf dem heimischen Sofa zwischen Bockbier und Salzstangen schwitzend und vergeblich versucht „abzuliefern“. Noch schlimmer als dieser verkorkste Abend entwickelt sich Mutters Schicksal. Die Krankenkasse hat sie im Hotel „Deutsches Haus“ einquartiert. Mit einem Hotel hat das sargähnliche Haus allerdings überhaupt nichts zu tun. In einem schmucklosen Zimmer vegetiert sie – vollgepumpt mit Psychopharmaka - herum und klimpert auf ihrer Violine. Stille Nacht. Gedankenverloren fährt Heinz auf einer Elbfähre, als ihm plötzlich ein Mädchen auffällt, das mit einer Akustikgitarre und toller Stimme einen Heinz Strunk-Song in die Winterluft singt. Schon wenig später will es der Zufall, dass Jette (so heißt sie) bei ihm wegen der Anzeige anklingelt. Doch statt in Harmonie zu musizieren, bekommt Heinz von Jette (Anna Fischer) einen Vortrag über die politische Dimension von Musik und das Wesen der Motivation vor den Latz geknallt. Nach ihrem flammenden Monolog rauscht sie von dannen und lässt den ratlosen Heinz völlig entmutigt zurück. Doch während der Tiffanys-Show bei der Wahl zur „Miss Maschen“ im „Deutschen Haus“ entdeckt Jette, die dort kellnert, Heinz auf der Bühne wieder. Sein vorzügliches Saxophonspiel lässt sie aufhorchen. Ist Heinz vielleicht doch mehr als ein Möchtegern-Produzent? Tags gibt sie seiner Nachbarin ein Demo-Band mit ihrer Telefonnummer. In der Zwergensiedlung kommt es derweil zu einer weiteren menschlichen Katastrophe, denn Rosi hatte mit ihrem Selbstmordversuch mehr Glück als Mutter. Während die Schneeflocken sanft zu Boden gleiten, wird Rosis’ Sarg abgeholt. Beim Tiffanys-Auftritt in Todtglüsingen kommt es zum Skandal. Als der leicht abgehalfterte Oliver Bendt mit seiner Goombay Dance Band eine Limbo-Show zum Besten geben will, fängt sein Brusthaar(toupet) Feuer. Geistesgegenwärtig erstickt Heinz mit seinem Glitzerjackett die Flammen und kann so das Schlimmste verhindern. Statt weiter mit Gurki auf der Ü-30-Party im Festsaal zu rocken, begleitet Heinz den schwerverletzten Sohn Jamaikas in das Krankenhaus. Im „Deutschen Haus“ ist Mutters Leid beendet. Ganz allein ist sie gestorben. Weinend sammelt Heinz ihre Habseligkeiten zusammen. Doch dann steht plötzlich Reggy Fine vor seiner Tür. Als Dankbarkeit für die kühne Rettung für Oliver Bendt bietet ihm der dicke Plattenfuzzi eine Musikproduktion an. Bedingung ist allerdings, dass eine Sängerin den Song aufnimmt. Ohne Sängerin null Chance – tutti claro? Claro! Sofort ruft Heinz Jette an und trifft sich mit ihr. Diesmal ist sie viel friedfertiger und stimmt der musikalischen Allianz zu. Die gemeinsamen Aufnahmen werden ein voller Erfolg und geraten in die Hände eines allmächtigen Plattenbosses, der in Heinz die Zukunft der Popmusik entdeckt. Im großen Finale betreten noch mal alle Mitstreiter die Bühne von Heinz’ Leben. Und der kommt erstmals höchstpersönlich mit ins Bild und kann nicht glauben, was er dort hört und sieht. An soviel Erfolg kann er sich gar nicht erinnern. Vielleicht, weil es ihn ja auch gar nicht gegeben hat ...

Kommentare

3Wulf.Business11. Mai 200810/10
Ich kann euch den Film nur wärmstens empfehlen! Wirklich gut gemacht!
2toybaer14. April 2008
Dito. Noch mehr kann ich das Hörbuch empfehlen. Gelesen vom Meister selbst...
1kryselchen09. April 2008
Ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen. Bin echt gespannt wie er ist. Das Buch ist auf jeden Fall ganz große Klasse!