Regie: Buket Alakus
Darsteller: Christoph Bach, Mira Bartuschek
Laufzeit: 90min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Deutschland)
Filmstart: 28. August 2008
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Der junge Alex ist leidenschaftlicher Musiker in einer Tango-Band. Doch die konkurrierende Rocker-Kombo ist notorisch erfolgreicher und Alex‘ Bandkollegen sind vom Frust gebeutelt. Leider versteht Alex von Freundschaft herzlich wenig. Nicht genug jedenfalls, um seinen Kumpel Tommy nach einem Auftritt vor 9köpfigem Publikum seelisch wieder aufzurichten.
Die drei Tangomusiker stecken in der Krise. Um den konkurrierenden Rockern eins auszuwischen, reißen sie sich deren Tourbus inklusive Technik unter den Nagel. Doch der am Boden zerstörte Tommy hat genug. Ohne Rücksicht auf Verluste steuert er den Bus geradewegs auf eine Absperrung zu und kommt bei dem Unfall ums Leben. Alex rettet sich und sein Akkordeon aus dem brennenden Wagen, mit Steini kratzt er die Überreste von Band und Freundschaft zusammen.
Doch übrig bleibt nicht viel. Ohne Geld, Freunde und Wohnung streift Alex als Einzelgänger durch die Stadt. Gejagt von den grimmigen und rachsüchtigen Rockern, muss er bald um Leib und Leben bangen, wenn er nicht den Tourbus – inklusive Technik – ersetzt. Er stößt auf ein Jobangebot in einer Behindertentheatergruppe, die noch einen Mitspieler sucht. Kurzerhand erfindet er sich eine Behinderung, klaut einem Rollstuhlfahrer den Ausweis und zieht in die WG der Behinderten ein. Alex erfindet eine Geschichte nach der nächsten, die Balken biegen sich mächtig, doch es gelingt ihm, die Bewohner von sich und seinem traurigen Schicksal als Epileptiker zu überzeugen.
Mit einem hätte der abgebrühte Alex jedoch nicht gerechnet: die Aufrichtigkeit und Leidenschaft, mit der Lotte, Clark und Marylin ihn zu ihrem Freund und zu einem der ihren machen. Seine Versuche, die Zutraulichkeit und Naivität der Mitbewohner auszunutzen, um sich selbst aus dem Schuldenloch zu befreien, scheitern an der unverwüstlichen Liebenswürdigkeit seiner Mitspieler.
Vom selbstgenügsamen Künstler-Ego wird Alex bald zum unfreiwilligen Kuppler, Frauenversteher und Busenfreund. Jung, ungebunden und nur auf sich selbst bedacht ist Alex in eine eigene Welt der Freundschaft, des Vertrauens und des Engagements geraten. Konfrontiert mit den radikal zurückgezogenen Lebensformen der Gehandicapten, beginnt Alex sich selbst in ein ganz neues Verhältnis zu Gemeinschaftlichkeit und Außenwelt zu setzen. Vor kurzem noch zählte für ihn nur die Musik, selbst wenn die keiner hören mochte. Jetzt mischt er sich ein, gibt Ratschläge, kocht für die WG. Einmal in die Gruppe aufgenommen, wird von Alex erwartet, die Grenze zwischen Behindert und Nicht-Behindert zu überschreiten.
Nur der feinsinnige und anspruchsvolle Ästhet Rudolph ist sich der unsichtbaren Naht zwischen Außenwelt und Behinderten-WG mehr als bewusst. Von Alex‘ Leidensgeschichte lässt er sich nicht einwickeln – er erkennt einen Nicht Behinderten auf 10 Meilen gegen den Wind und droht, Alex‘ grob gestrickte Maske- rade auffliegen zu lassen.