Regie: mir
Von Christoph Röhl
Darsteller: Ludwig Trepte, Karoline Teska
Laufzeit: 85min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama (Deutschland)
Filmstart: 15. Oktober 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Der 16-jährige Jonas (Ludwig Trepte) ist sensibel und gut aussehend. Er ist ein begabter Schüler und hat hervorragende Zensuren, die er seinen Freunden gegenüber verheimlicht, um nicht als Streber zu gelten. Oft tut er nicht das, was er will, sondern das, was von ihm erwartet wird. Bisher ist er mit dieser angepassten Haltung ganz gut zurecht gekommen, doch dann taucht Vicky (Karoline Teska) in seiner Schule auf. Drei Monate zuvor haben sie auf einer Party miteinander geschlafen. Jonas ahnt nicht, dass Vicky ihm etwas offenbaren wird, das seine Sicht auf sich selbst und auf die Welt verändern wird.
In einem Brief teilt Vicky ihm mit, dass sie schwanger ist. Jonas ist schockiert und versucht den Gedanken daran zu verdrängen. Als Vicky ihn drei Tage später anruft, bestreitet er, dass das Baby von ihm sein kann und beendet das Gespräch abrupt. Vicky ist enttäuscht, doch seine Abfuhr ändert nichts an ihrem Entschluss: Sie will das Kind behalten.
Zehn Monate später - während Jonas den Vorfall schon wieder vergessen bzw. verdrängt hat – kümmert sich Vicky um ihre vier Monate alte Tochter Klara. Sie ist glücklich mit ihrer Mutterrolle, und doch – es schleichen sich erste Zweifel ein. Sie vermisst die alte Freiheit und beneidet ihre Freundinnen. Vicky hat Angst, wie ihre Mutter Laura (Julia Richter) zu enden, die immer noch darüber verbittert ist, dass ihr Mann sie und ihre Tochter sitzen gelassen hat.
Vicky hingegen will Jonas die Gelegenheit geben, eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen. Vicky überrascht Jonas an dessen Arbeitsstelle und stellt ihm seine Tochter vor. Jonas sieht sie nun zum allerersten Mal. Er fühlt sich vom Baby angezogen, doch tut er seine Gefühle als bedeutungslos ab und entzieht sich jeglicher Verantwortung. Doch wie sehr er sich auch bemüht, Jonas kann seine Tochter nicht vergessen. Er richtet ein Treffen mit Vicky vor ihrem Hause ein. Die beiden landen auf einer Party für Jugendliche. Pubertäre Teenager bemühen sich, möglichst erfahren zu wirken. Als Jonas und Vicky tanzen, fühlen sie sich zueinander hingezogen und kommen sich näher.
Aber Vicky sucht mehr als eine kurze Affäre. Sie zieht sich zurück. Als sie mit Jonas über Klara sprechen will, tut er so, als würde es gar kein Baby geben. Die Sache mit Vicky macht ihm Angst. Wieder einmal verleugnet er seine wahren Gefühle. Er ruft sie an und meint, dass es wohl besser ist, wenn sie sich nicht mehr sehen.
Vicky trifft Jonas zufällig an der Uferpromenade der Saale wieder. Um Vicky auf Abstand zu halten, flirtet Jonas vor ihren Augen mit einem anderen Mädchen aus seiner Schule. Er glaubt, dass Vicky nun endgültig genug von ihm hat, doch kurz darauf steht sie unverhofft vor seiner Wohnungstür. Sie weiß, dass Jonas’ Mutter Susanne (Lena Stolze) Nachtschicht hat und will mit dem Baby bei ihm übernachten. Hilflos muss Jonas mit ansehen, wie Vicky auf provozierende Weise in sein Leben eindringt. Sie nimmt ein Bad und zieht sogar ein Kleid seiner Mutter an. Wie üblich ist Jonas' erster Impuls zu flüchten.
Doch nach einem heftigen Streit stürmt Vicky aus der Wohnung. Jonas ist gezwungen, sich um das Baby zu kümmern. Er ist verwirrt, fühlt sich von seiner Tochter gleichzeitig angezogen und eingeschüchtert. Als das Baby mitten in der Nacht aufwacht und weint, reagiert Jonas panisch. Er ruft seine Mutter an. Seiner Mutter gegenüber gibt er vor, auf das Baby einer Kollegin aufzupassen. Susanne ist misstrauisch, kümmert sich aber um das Kind. Bevor sie wieder in die Klinik muss, sieht Jonas, wie liebevoll sie das Baby betrachtet. Einen Moment lang ist er ungeheuer stolz.
Unterdessen ist Vicky wieder in der gleichen Disco, in der sie auch schon mit Jonas war. Diesmal ist das Publikum älter. Nachdem Vicky kurz auf der Tanzfläche war, nimmt sie Blickkontakt mit einem Man auf und folgt diesem nach draußen zu dessen Auto. Erst als sie ihre Mutter in den Wagen eines 20-Jährigen einsteigen sieht, wird Vicky bewusst, was sie selber gerade tut. Sie findet das Verhalten ihrer Mutter schockierend. Aus Angst, genauso zu werden, läuft sie davon.
Als sie zu Jonas zurückkehrt, merkt Vicky, wie gut ihr Baby versorgt worden ist. Da Jonas vorgibt, sich alleine um das Baby gekümmert zu haben, glaubt Vicky, ihn völlig falsch eingeschätzt zu haben. Er lässt sie in diesem Glauben und schlägt vor, sie nach Hause zu bringen. Gemeinsam schieben sie den Kinderwagen durch die Straßen. Doch ein plötzlicher Wolkenbruch zwingt sie, unter einem Torbogen Zuflucht zu suchen. Sie haben endlich Zeit, sich zu unterhalten. Sie kommen sich näher. Jonas hat jedoch ein schlechtes Gewissen, weil er ihr nicht die Wahrheit gesagt hat. Ihr Zusammensein endet abrupt, als Vicky Jonas mit seiner Mutter auf der Straße trifft und diese erzählt, wie Jonas sie in der Nacht zur Rettung herbeigerufen hat. Vicky kann nicht fassen, dass er sie so belogen hat.
Enttäuscht und wütend läuft sie davon. Jonas hält sie auf und gesteht, dass er mehr für sie empfindet. Das reicht Vicky nicht. Sie hat eine Tochter, und Jonas muss sie beide wollen. Jonas wünscht sich Vicky wiederzusehen, aber seine Angst hält ihn zurück. Ohne dass er davon weiß, hat seine Mutter inzwischen die Wahrheit über das Baby herausgefunden. Sie besucht Vickys Mutter. Die beiden Frauen kommen überein, dass Susanne Unterhalt für ihr Enkelkind bezahlt. Als Jonas sich endlich durchringt, Vicky aufzusuchen, trifft er dort seine Mutter. Später erzählt sie ihm, was Laura gesagt hat: Vicky will nicht, dass Jonas sich in die Erziehung von Klara einmischt. Zur gleichen Zeit erzählt Laura ihrer Tochter, dass Jonas Unterhalt zahlen wird und außerdem plant, in einer anderen Stadt zu studieren. Beide glauben ihren Müttern und fühlen sich zurückgewiesen.
Jonas unterdrückt Ärger und Enttäuschung und scheint sich den Wünschen seiner Mutter wieder unterzuordnen. Doch diesmal lässt sich seine Wut nicht unterdrücken. Er kann nicht so tun, als ob alles in Ordnung sei. Er beginnt, gegen seine Mutter aufzubegehren. Er leiht sich einen gestohlenen Motorroller von einem Kumpel und fährt raus aufs Land. Als ihm der Sprit ausgeht und er liegen bleibt, muss er allerdings seine Mutter erneut um Hilfe bitten. Jonas ist unglücklich, er scheint in der Falle zu sitzen, und er kann die Gefühle für sein Kind nicht länger leugnen. Endlich trifft er eine Entscheidung. Er schreibt Vicky einen Brief.
Kurze Zeit später besucht er Vicky. Er ist so glücklich, seine Tochter wiederzusehen, dass er sie auf den Arm nimmt. Zum allerersten Mal. Als er mit ihr in den Park geht, laufen ihm seine Freunde über den Weg. Zunächst sind Jonas und seine Tochter der Mittelpunkt des Interesses aber als kurz darauf ein weiterer Freund mit einem Motorrad auftaucht, verfliegt das Interesse der Gruppe an Jonas' Tochter schnell. Zunächst ist Jonas enttäuscht, doch dann geht er fröhlich weiter. Mit Hilfe seiner Tochter hat er endlich erkannt, was er wirklich empfindet und was ihm wichtig ist. Er hat zu sich selbst gefunden.