Original: Un heureux événement | A Happy Event
Regie: Remi Bezancon
Darsteller: Louise Bourgoin, Pio Marmai
Laufzeit: 109min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Belgien, Frankreich)
Filmstart: 04. April 2013
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Romantik pur: So beginnt die Liebesgeschichte zwischen Barbara (Louise Bourgoin) und Nicolas (Pio Marmaï), die bereits beim ersten Kennenlernen ihre eigene Geheimsprache entwickeln: In dem Videoverleih, in dem Nicolas arbeitet, verständigen sich die Philosophie-Studentin und der jungenhafte Eigenbrötler zunächst ausschließlich mit Hilfe von Filmtiteln. Doch bereits nach wenigen Dates wird aus den beiden freiheitsliebenden Menschen ein leidenschaftlich verliebtes Paar. Im Überschwang der Gefühle beschließen sie, es auf ein Baby ankommen zu lassen und bald darauf ist Barbara schwanger. Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine Achterbahn der Gefühle. Ihre Schwangerschaft, die sie sich zuvor in den rosigsten Farben ausgemalt hat, erlebt Barbara als Übergriff auf ihren eigenen Körper. Gleichzeitig fasziniert und befremdet erfährt sie Übelkeit, ihren wachsenden Bauch, Stimmungswechsel und alle anderen Begleiterscheinungen einer werdenden Mutter. Auch auf die Beziehung zu Nicolas und ihrem weiteren Umfeld hat ihr neuer Lebensabschnitt Auswirkungen. Mit ihrem Freund schwankt sie zwischen Torschlusspanik, Einleben in die Versorgerrolle, Kinderwagen- Shopping und der Angst, als Eltern zu versagen. Ihrem Professor will sie zunächst nichts von der Schwangerschaft erzählen, ebenso wie ihrer Mutter (Josiane Balasko), einer Feministin der alten Garde, die Barbara und ihre Schwester in bewegten Zeit allein erzog. Als überzeugte Theoretikerin nimmt Barbara nicht an den Geburtsvorbereitungskursen teil – zu viele Schwangere, zu viel Atmen...
Der Tag der Geburt naht und ist auch für Barbara eine Grenzerfahrung. Überwältigt von dem Ereignis und der Ahnung, wie radikal sich ihr Leben nun ändern wird, hat sie zunächst Angst, überhaupt die Klinik zu verlassen. Zu Hause angekommen, erleben sie und Nicolas ein Chaos aus Fütter- und Schlafzeiten, Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse und dem Staunen, wie bedingungslos sie ihre Tochter Lea trotzdem lieben. Besonders Barbara entdeckt völlig neue Seiten an sich: Die Wissenschaftlerin aus Überzeugung wird trotz aller Belastung nach und nach zur hundertprozentigen Mutter, die eine hingebungsvolle Symbiose mit ihrem Kind eingeht, sich in Stillgruppen mit ihresgleichen austauscht und von schlechtem Gewissen geplagt wird, wenn sie einmal ausgeht und über die Stränge schlägt.
Diese Wandlung hat ihren Preis. Nicolas, der seinem provisorischen Leben inzwischen ein Ende gemacht hat und einen festen, fordernden Job angenommen hat, hat ein liebevolles, aber eher pragmatisches Verhältnis zu dem Baby. Daran, dass er und Barbara sich zunehmend entfremden, ändern auch die Hilfe der Freunde und ein gemeinsamer Urlaub im Ferienclub nichts. Auch Barbaras wissenschaftlicher Karriere wird ein abruptes Ende gesetzt: Ihr Doktorvater kann mit ihrem neuen, von der Mutterrolle geprägten Zugang zur Philosophie nichts anfangen und besetzt die für sie vorgesehene Stelle an der Uni mit einem Mann. Kant, Wittgenstein und Barbaras früheres Leben sind damit ad absurdum geführt. Ihre Frustration darüber und Nicolas' zunehmende Überforderung mit dem familiären Alltag führen schließlich zur Trennung des Paares. Während Lea vorläufig bei Nicolas bleibt, nimmt sich Barbara eine Auszeit bei ihrer Mutter. In dieser Zeit, in der sie von ihrer bisherigen Mutterrolle loslassen kann, entsteht in ihr die Idee zu einer für sie völlig neuen Art, ihre Erfahrungen zu verarbeiten: In einem Rausch von Kreativität verfasst sie den Entwurf zu einem Roman.
Mittlerweile merkt Nicolas, wie sehr er Barbara und das gemeinsame Leben vermisst. Nach Barbaras Rückkehr von ihrer Mutter treffen sie sich mit Lea in einem Café und beginnen vorsichtig, sich wieder anzunähern und offen auszutauschen. Der Beginn einer neuen Romanze? Die Chance ist da.