Regie: Peter Kahane
Darsteller: Linn Sara Reusse, Jakob Knoblauch
Laufzeit: 99min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Abenteuer, Familie (Deutschland)
Verleih: Universal Pictures International
Kroatien in den 1930er-Jahren. Durch die giftigen Dämpfe in der Fabrik ist Brankos Mutter schwer erkrankt. Als sie stirbt, macht sich Branko (Jakob Knoblauch) auf die Suche nach seinem Vater, von dem er nur weiß, dass er als Geiger mit einer Tanzkapelle durch die Lande zieht. Müde und hungrig kommt Branko in einen Küstenort, wo er mit anhört, wie der reiche Fischgroßhändler Karaman (Ben Becker) und der Bürgermeister Ivekovic (Dominique Horwitz) einen fiesen Plan aushecken:
Der Bürgermeister soll Gemeindeverordnungen erlassen, die den Fischern das Leben schwer machen – so will sich der wohlhabende Karaman durch ein Handelsmonopol noch mehr bereichern. Branko aber wird zunächst abgelenkt von der rothaarigen Zora (Linn Reusse), die er dabei beobachtet, wie sie im Restaurant gebratene Steaks stiehlt. Als Branko auf dem Markt einen in den Straßenstaub gefallenen Fisch aufhebt, wirft Karaman ihm Diebstahl vor. Branko wird verhaftet, obwohl der alte Fischer Gorian (Mario Adorf) für ihn eintritt.
Der unschuldige Branko muss allerdings nicht lange in der Gefängniszelle ausharren, denn Zora hat den Vorfall beobachtet und verhilft ihm nun zur Flucht durch das Zellenfenster. Die beiden tollpatschigen Polizisten Begovic (Hilmi Sözer) und Dordevic (Badasar Calbiyik) nehmen zwar sofort die Verfolgung auf, werden aber von den beiden Kindern immer wieder ausgetrickst und verspottet. Zora nimmt Branko in die von ihr geführte Bande von Waisenkindern auf, denn sie hat sofort erkannt, dass er genauso allein und hilfebedürftig ist wie sie und ihre Kumpane, der tierliebe Duro (David Berton), der Kinofan Nicola (Pascal Andres) und der Nachwuchs-Bodybuilder Pavle (Woody Mues). Duro kann den Neuen allerdings nicht leiden – er verlangt von Branko Geschicklichkeitstests und eine Mutprobe, die Branko mit Bravour besteht.
Gemeinsam feiern sie in der Burgruine hoch über der Küste, die der Bande als Unterschlupf dient. Sie schlachten und verspeisen ein gestohlenes Huhn, doch Branko will nicht mitessen, weil er begreift, dass die Bande vom Diebstahl lebt – das kann Branko mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Als die Gymnasiasten, Kinder aus den reichen Familien des Ortes, einen wehrlosen Jungen überfallen und ihm sein Geld abnehmen, folgen Duro und Branko den Dieben und holen das Geld zurück. Bei der Prügelei lässt Duro Branko im Stich und flieht, während Branko von den Schülern gefesselt und gefoltert wird. Als Zora davon erfährt, befreit sie Branko durch einen Überraschungsangriff. Branko freundet sich mit Zlata (Nora Quest) an: Sie ist die Tochter des Bürgermeisters und ergreift sofort Brankos Partei, als sie begreift, dass ihr Bruder zu den Dieben gehört, die dem Jungen die Geldbörse geraubt haben. Außerdem hat Branko Zlata von fern Geige spielen hören – er träumt davon, selbst dieses Instrument zu beherrschen und in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.
Zora hat für diese Gefühlsduselei kein Verständnis, denn Zlata gehört eindeutig ins feindliche Lager der reichen und selbstgerechten Städter. Jedenfalls plant die Bande fürchterliche Rache an der Gymnasiastenclique, die sie in Karamans Villa aufspüren. Karamans Wachhund erweist sich als ungefährlich und sogar sehr zutraulich, denn Zora zieht ihm einen Dorn aus seiner Pfote. Dann kommt es zu einer handfesten Keilerei mit den Gymnasiasten, bei der Pavle schwer verletzt wird, als einer der Schüler mit dem Messer zu sticht. Der aufgebrachte Karaman und die Polizisten verfolgen die Bande bis zur Burgruine, aus der die Kinder durch einen Geheimgang entkommen. Sie verstecken sich im Schuppen des Fischers Gorian, wo sie fast entdeckt werden, weil Karaman auch dessen Gelände durchsuchen lässt. Gorian ist sehr überrascht, als er die Kinder später findet, erklärt sich jedoch bereit, ihnen zu helfen, weil Pavles entzündete Wunde sofort behandelt werden muss.
Gorian will mit der Bande eigentlich nichts zu tun haben, weil er schon genug Ärger mit Karaman hat: Der drängt ihn ständig, seine fischreiche Bucht zu verkaufen, und hat inzwischen den Bürgermeister bestochen, um zu verhindern, dass Gorian seinen Fisch weiterhin im Ort anbietet. Doch schnell gewöhnt sich der alte Gorian an die Kinder, denn sie können ihm wirklich helfen. Gemeinsam fahren sie zum Fischen aufs Meer. Auf dem Boot erzählt die sonst sehr verschlossene Zora Branko erstmals von sich selbst: Sie ist einst mit ihm er Mutter von den Inseln geflohen, um nicht wie ihr Vater und ihre Brüder der Blutrache zum Opfer zu fallen.
Die Kinder halten abwechselnd Wache an der Bucht, weil Gorian die Ankunft der Thunfische erwartet. Branko beobachtet aber viel lieber die schöne Zlata, die zum Baden an den Strand kommt. Schließlich beschließt Zora, dass ihre Bande dem alten Gorian helfen sollte. Zora schmuggelt faule Fische unter die frische Fischware Karamans, und die Jungs stecken den Marktbesuchern Zettel zu, auf denen sie Karaman beschuldigen, den Bürgermeister bestochen zu haben und faulen Fisch zu verkaufen. Provoziert von Gorian, wirft Karaman mit seinen Fischen in einem Wutanfall um sich, was im Nu zu einer urkomischen Fischschlacht auf dem Markt führt. Branko schleicht sich in Zlatas Zimmer – er möchte sie überreden, ihm Geigenunterricht zu geben. Deshalb versäumt er seine Wache an der Bucht, was Zora ihm später heftig vorwirft. In diesem Moment sichten die beiden einen riesigen Schwarm Thunfische, und mithilfe der Kinder gelingt es Gorian, die Bucht mit seinem Netz abzuriegeln: Die Fische sind gefangen. Besonders Branko beweist Mut, denn er taucht auf den Meeresgrund, um das verklemmte Netz im letzten Moment zu lösen.
Wo die Liebe hinfällt: Duro versucht Zora zu zeigen, wie gern er sie hat, indem er ihr einen präparierten Schmetterling schenkt. Doch die hat inzwischen nur noch Augen für Branko – der wiederum ignoriert sie, weil er sich ausschließlich für die schöne Zlata interessiert. Inzwischen hat Karaman durchgesetzt, dass Gorian an der ganzen Küste boykottiert wird: Der alte Fischer kann seinen wertvollen Fang nicht verkaufen. Bald erscheint Karaman bei ihm und wiederholt sein Angebot: Er will den Fang kaufen – unter der Bedingung, dass er auch die Fischereirechte in der Bucht bekommt. Doch Gorian lässt sich nicht erpressen: Lieber lässt er die Thunfische wieder frei, als Karamans perfides Angebot zu akzeptieren. Das kann Karaman nicht mitansehen: Im letzten Moment kauft er Gorians Fang doch noch – ohne Bedingungen zu stellen. Über den misslungenen Coup ist er derart aufgebracht, dass er seinen Hund erschießt. Duro merkt, wie unglücklich Zora ist, weil Branko sie nicht beachtet. Daher verfolgt Duro den „Verräter“ Branko, der durch die Bucht schwimmt, um sich am Strand mit Zlata zu treffen. Dabei wird Duro von einem Riesenkraken angegriffen. Branko und Zora eilen ihm sofort zu Hilfe – es gelingt ihnen, das Monster unschädlich zu machen und Duro zu retten.
Auf dem großen Fischerfest soll dem Bürgermeister traditionell der größte Fisch (in diesem Fall aus Gorians Fang) präsentiert werden. Doch als der Deckel abgehoben wird, liegt dort aufgebahrt Karamans toter Hund – auch das hat Tradition: Dadurch soll deutlich werden, dass etwas in dieser Gemeinde „stinkt“. Nicht nur Karaman und der Bürgermeister schäumen vor Wut, auch Zlata ist todunglücklich über diese Demütigung ihres Vaters. Als sie erkennt, dass Branko an dem Komplott beteiligt ist, macht sie ihm bittere Vorwürfe. Und sie fährt schweres Geschütz auf: Sie hat erfahren, dass Brankos Vater ein Spieler, Trinker, Betrüger und Dieb ist. „Er ist genau wie du“, sagt sie. „Ein verantwortungsloser Nichtsnutz!“ Dann sperrt sie Branko im Haus ein, um ihn anschließend bei der Polizei anzuzeigen. Zora ist inzwischen überzeugt, dass Branko die ganze Bande an Zlata verraten hat – verzweifelt will sie sich selbst der Polizei stellen. Doch als sie mitbekommt, dass nicht Branko, sondern Zlata die Bande ans Messer
liefert, besinnt sie sich im letzten Moment, flieht und befreit Branko aus dem Haus des Bürgermeisters, bevor die Polizisten ihn verhaften können. Endlich begreift Branko, was er von Zlata zu halten hat – und wie selbstlos und mutig sich Zora für ihn einsetzt.
Aber es ist zu spät: Die Polizisten spüren die Kinder auf – die gesamte Bande wird verhaftet und vor Gericht gestellt. Den Vorsitz der Verhandlung führt der Bürgermeister. Und der wütende Karaman will ein Exempel statuieren: Er fordert drei Jahre Haft für Zora und ihre Bande …